FSV-Coach Benno Möhlmann musste seine Elf nach dem 1:1 in Cottbus auf einer Position neu besetzen: Heitmeier verletzte sich im Abschlusstraining, Stark lief auf.
St. Paulis Trainer Andre Schubert baute ebenfalls um. Im Anschluss an das 0:0 in Düsseldorf war Zambrano rotgesperrt, Morena verteidigte in der Zentrale.
Was war nur mit dem FC St. Pauli los? In der Anfangsphase auf der Baustelle am Bornheimer Hang leisteten sich die Hamburger gleich eine Vielzahl von sehr einfachen Fehlern, standen zu weit weg von den Gegenspielern und wirkten schlichtweg überfordert. Die Folge war eine schwere Bestrafung: Frankfurt führte nach 20 Minuten bereits hoch mit 3:0.
Den Anfang machte Gaus, der einen dicken Thorandt-Lapsus eiskalt ausnutzte und Gäste-Keeper Pliquett das erste Mal überwand (6.). Und auch bei einem simplen Einwurf von der linken Seite schienen die Gäste im Verbund eingenickt. Stark lief locker durch die Abwehr, flankte unbedrängt ins Zentrum und dort stand Görlitz allzu frei - das 2:0 (17.). Der dritte Nackenschlag folgte nach einem Eckball von Yelen. Cinaz wurde von vier Kontrahenten nur beobachtet, köpfte direkt auf das Tor. Pliquett ließ prallen und Micanski staubte ab (20.).
Zumindest die Moral stimmte bei den Gästen. Schnell folgte ein Treffer von Ebbers, der zwar zunächst freistehend über den Ball trat, dann aber routiniert nachsetzte, zwei Frankfurter ins Leere laufen ließ und das Rund über die Linie drückte (23.). St. Pauli drückte jetzt, Frankfurt zog sich sehr weit zurück. Und Bartels (26.) sowie erneut Ebbers (29.) wirbelten vor FSV-Torwart Klandt.
Erst kurz vor der Pause, der FSV schien den Zwei-Tore-Vorsprung schon mit in die Kabine nehmen zu können, fiel der Anschluss. Naki war einen Schritt schneller als Schlicke, fiel vor Klandt zu Boden und der Referee griff ein: Marcel Unger zeigte in seinem neunten Zweitliga-Einsatz auf den Punkt, schickte Schlicke wegen einer Notbremse vom Feld und Kruse traf per Strafstoß (41.).
Zur Pause reagierte Benno Möhlmann auf die veränderten Bedingungen, brachte Konrad für Angreifer Micanski. Ziel war es, die Führung lange zu halten. Das ging so richtig gründlich daneben. Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff stand Bartels frei vor Klandt, schob am Keeper vorbei zum Ausgleich ein (46.).

Die Kiez-Kicker hatten nun Oberwasser, drängten den FSV weit zurück und übernahmen die Kontrolle über das Spiel. Frankfurt wackelte jetzt, hielt sich aber vor allem über erfolgreiche Paraden von Klandt im Spiel. Erst entschärfte er einen Versuch von Bartels (58.), dann reagierte er gleich zweimal prächtig gegen die Versuche von Naki (61., 65.).
Mit zunehmender Spieldauer liefen sich die Gäste nun immer mehr in der FSV-Abwehr fest, nur der flinke Bartels kam noch einmal gefährlich zum Abschluss (75.). Und Frankfurt sorgte mit vereinzelten Konterversuchen für etwas Entlastung (70., 74). Mit Saglik kam für Naki bei St. Pauli noch ein frischer Stürmer für die letzten Minuten. Es war jedoch Ebbers, der sich im Gegensatz zum ersten Durchgang wenig zielstrebig zeigte und aus der Kurzdistanz eine Großchance vergab (82.).
Die Schlussminuten gerieten zum Nervenspiel. Frankfurts Yun konnte Pliquett mit einem tückischen Flachschuss fast überwinden (86.), Boll und Saglik versuchten es mit der Brechstange (89., 90. +2). Dann war die Partie vorbei, Frankfurt jubelte über einen hart erkämpften Zähler, St. Pauli konnte die lange Zeit in Überzahl nicht mehr für das Siegtor nutzen.
Der FSV Frankfurt gastiert am kommenden Dienstag nun in Düsseldorf. St. Pauli spielt am Dienstag zu Hause gegen Union Berlin.
| FSV Frankfurt |
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| FC St. Pauli |
Rote Karten |
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Gelbe Karten |

