Der Mainzer Trainer Jörn Andersen musste nach dem 4:1-Erfolg in Frankfurt auf einer Position umbauen. Feulner war gelbgesperrt, für den Antreiber spielte Pekovic.
Auch der Fürther Trainer Benno Möhlmann musste auf einen gesperrten Akteur verzichten. Takyi sah beim 1:1-Remis gegen Freiburg die Ampelkarte und wurde durch Haas ersetzt. Zudem rotierte Nehrig raus, dafür kam Brückner.
Beide Mannschaften sind für ihre Spielstärke bekannt, insofern suchten sie vom Anpfiff weg nicht das bedingungslose Risiko im Spiel nach vorne. Respekt war sowohl bei den Rheinhessen als auch bei den Franken zu spüren, doch obwohl die SpVgg tiefer stand, kam der FSV gleich zu einer großen Gelegenheit. Borja ließ über rechts kommend Felgenhauer aussteigen und zog aus spitzem Winkel ab, aber Keeper Loboué riss gerade noch die Fäuste hoch (3.).
Die Fürther besannen sich aber nicht nur auf ihre Defensive, sondern versuchten mit ihrem Kurzpassspiel auch die Mainzer zu beschäftigen. Das schaffte die Möhlmann-Elf auch ansatzweise, aber die Zuspiele noch ganz vorne waren zu ungenau oder Reisinger bzw. Allagui konnten gegen die sehr aggressiven Bungert und Noveski die Kugel nicht behaupten.
Schon in der 9. Minute jubelten die Fans der Mainzer, als Baljak ein Pekovic-Zuspiel aus spitzem Winkel im langen Eck versenkte, aber Schiedsrichter Gagelmann hatte auf Abseits entschieden - klar zu Unrecht. Einen Schuss aufs Tor brachten die Fürther im ersten Abschnitt nicht zustande, die Mainzer aber auch nicht. Zwar waren die Nullfünfer spielbestimmend, aber Bancé per Direktabnahme (19.) und Borja per Kopf (45.) platzierten den Ball knapp neben das Gehäuse der SpVgg.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts musste Noveski verletzungsbedingt runter und das Mainzer Eigengewächs Neustädter rückte in die Innenverteidigung. Die Mainzer legten nach Wiederbeginn gleich mächtig los, doch beim Abschluss zeigten sich Heller und Neustädter zu unkonzentriert.
Mainz blieb auch im zweiten Abschnitt über weite Strecken das optisch überlegene Team, doch je länger die Partie ohne Tore auskam, desto mutiger wurde die Möhlmann-Elf. Physisch zeigten sich die Franken sehr stark, so dass sie das Aufbauspiel der Nullfünfer durch intensives Pressing oft genug stören konnten. Zudem hatten sich die beiden SpVgg-Innenverteidiger Mauersberger und Karaslavov auf den wuchtigen Bancé besser eingestellt.
Dass die Möhlmann-Elf das zu Null hielt, hatte sie aber auch der Glücksgöttin Fortuna zu verdanken, denn Karhan schlenzte den Ball vom linken Strafraumeck nur an die Latte (66.) und Bancé köpfte eine Karhan-Flanke gegen den zögerlichen Loboué ebenso nur an die Querstrebe (78.). Auf der Gegenseite hatten die Fürther Fans den Torschrei auf den Lippen, als Brückner nach einem Querpass von Burkhardt zum Abschluss kam, doch der Linksfuß traf nur das Außennetz (67.).
In der spannenden Schlussphase versuchten beide Mannschaften das zweikampf- und laufintensive Duell für sich zu entscheiden. Die Mainzer waren diesbezüglich einen Tick näher am Dreier, doch die Abwehrreihe der Fürther hielt. Als die Fürther schon über den einen Punkt jubeln wollten, fuhren sie den einen, entscheidenden Konter. Kotuljac bediente auf rechts Allagui, der überlegt nach innen passte. Am Elferpunkt rutschten zwei Mainzer am Ball vorbei und am zweiten Pfosten schob der eingewechselte Sararer den Ball seelenruhig zum Führungstor ein (90./+2). Eine Minute später klingelte es erneut. Bancé hatte bei der letzten Aktion des Spiels den Ball nach einer Heller-Ecke eingeköpft, doch zuvor hatte er Mauersberger weggeschubst. Gagelmann erkannte das Tor nicht an und sah sich nach dem Abpfiff einem wilden Pfeifkonzert des Mainzer Publikums ausgesetzt.
Die Mainzer treten am kommenden Sonntag in Oberhausen an, die Fürther bekommen es auch mit einem Aufsteiger zu tun, wenn sonntags der starke Neuling Ahlen ins Playmobilstadion kommt.
| 1. FSV Mainz 05 |
|---|
| SpVgg Greuther Fürth |
![]() ![]() Aufstellung: Loboué (3) - Schröck (4,5) , Karaslavov (3) , Mauersberger (3) , Felgenhauer (4) - Wörle (3,5) - Haas (4) , Burkhardt (3) , Brückner (4,5) - Reisinger (3) - Allagui (3,5) Trainer:
Möhlmann |

