Ahlens Coach Christian Wück nahm im Vergleich zur 3:4 Pokalspiel-Niederlage im Elfmeterschießen gegen den 1. FC Nürnberg eine personelle Veränderung vor: Da Mittelfeldspieler Bäumer (Innenbandriss im Knie) verletzungsbedingt ausfiel, rückte Stahlberg in die Startformation der Münsterländer. FSV-Teamchef Tomas Oral sah nach dem 2:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück keine Veranlassung, seine erste Elf beim Ligaauftakt zu ändern und vertraute den gleichen Akteuren, welche das Spiel in der ersten Runde des DFB-Pokals erfolgreich gestaltet hatten.
Ahlen kam im Wersestadion gut in die Partie und versuchte von Beginn an schnell und direkt nach vorne zu spielen. Logische Konsequenz dieser druckvollen und engagierten Ahlener Anfangsphase war eine gute Möglichkeit durch Gibson, der das Leder nach Stahlberg-Flanke mit dem Knie am rechten Pfosten vorbei beförderte (7.). Die Wück-Elf hatte in dieser Phase ein optisches Übergewicht. Die Gäste aus Bornheim beschränkten sich zunächst darauf, im Abwehrverband sicher und gut organisiert zu stehen.
Obgleich es die Hessen ab etwa der 20. Spielminute schafften, die Partie ausgeglichener zu gestalten und das Spielgeschehen ins Mittelfeld zu verlagern, hatte Rot-Weiss eine weitere gute Chance, als FSV-Keeper Klandt nach Gestocher im Strafraum einen Schuss des aufgerückten Miletic reaktionsschnell parierte (26.). Nahezu im Gegenzug wurde das Oral-Team zum ersten Mal durch den Argentinier Cenci gefährlich (27.).
Mit zunehmender Spieldauer verflachte das Spiel und wurde auf beiden Seiten verkrampfter. RWA agierte im Spielaufbau zu schleppend und nicht zielstrebig genug in der Vorwärtsbewegung. Da wie den Gastgebern aber auch den Frankfurtern im Spiel nach vorne die zündenden Ideen und die Passgenauigkeit fehlte, ging die Begegnung mit einem torlosen Remis in die Halbzeit.
Der Beginn der 2. Halbzeit war ähnlich zerfahren wie weite Strecken des ersten Durchgangs. So fehlten zunächst auch klare Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Doch dann nahm die Partie Fahrt auf: Initialzündung hierfür war die Führung für RWA durch Gibson, dessen von Barletta abgefälschter Linksschuss sich über FSV-Keeper Klandt ins Tor senkte (56.).
Danach zwei strittige Szenen: Zunächst blieb ein Zupfer des bereits verwarnten Miletic an Weißenfeldt knapp vor dem Strafraum ungeahndet, dann ein Einsteigen von di Gregorio gegen den durchbrechenden Ulm. Dennoch schafften die Hessen den Ausgleich in einer Phase, die bereits zuvor auf beiden Seiten zahlreiche gute Chancen im Minutentakt gesehen hatte. Eine Mikolajczak-Flanke verlängerte Thioune zu Ulm. Torwart Lenz konnte gegen den Franzosen noch parieren, doch der gerade erst eingewechselte Bencik staubte aus kurzer Distanz ab (72.).
Der FSV war nun spielbestimmend und drückt mit Verve auf das Ahlener Tor. Doch im Konter war auch der RWA unter anderem durch Großkreutz gefährlich (77.). Während die Bornheimer drückten, entschied der eingewechselte René Müller die Partie zu Gunsten der Münsterländer, indem er ein wunderschönes, langes Zuspiel von Busch eiskalt verwertete (82.). In der Schlussphase warf die Oral-Elf alles nach vorne, konnte aber trotz vier nomineller Stürmer auf dem Platz den Ausgleich nicht mehr erzielen.
Rot-Weiss muss am kommenden Sonntag beim FC Augsburg antreten. Bereits am Freitag empfängt der FSV Frankfurt die TuS Koblenz in der Commerzbank-Arena.
| Rot Weiss Ahlen |
|---|
| FSV Frankfurt |
![]() ![]() Aufstellung: Klandt (2,5) - Weißenfeldt (4) , Barletta (3,5) , Klitzpera (4) , Hillebrand (4,5) - Mikolajczak (3) , Mehic (4) , Spilacek (4,5) , Kreuz (4,5) - Cenci (3) , Ulm (4) Trainer:
Oral |

