"Für mich ist ein Traum wahr geworden, hier zu gewinnen. Vielen Dank an Euch alle", sagte Vettel, der schon zur Halbzeit des Rennens Lewis Hamilton und Fernando Alonso überrundet hatte, direkt nach der Zieldurchfahrt über Funk.
Dann machte er den englischen Fans eine Liebeserklärung. "Danke Silverstone. Die Fans waren fantastisch. Sie sind alle aufgestanden und haben mir zugejubelt", sagte Vettel, der im Rausch der Gefühle schon zurückwinken wollte. Er habe die Hände dann aber am Lenkrad gelassen: "Durch sowas sind schon einige komische Dinge passiert. Ob ich jetzt Spielverderber bin oder nicht, ist mir wurscht. Hauptsache, ich habe gewonnen."
Lange Gesichter dagegen bei Seriensieger Button und einem Großteil der mehr als 100.000 Zuschauer. Der WM-Spitzenreiter kam nicht über einen enttäuschenden sechsten Platz hinaus. Damit stand der Brawn-Pilot nach bislang sechs Triumphen und einem zweiten Platz ausgerechnet beim Heimspiel erstmals in diesem Jahr nicht auf dem Podest. "Das war frustrierend. Wenn es so kalt ist wie hier, fangen unsere Reifen nicht richtig an zu arbeiten. Am Ende war ich dann schneller, aber ich kam an Nico (Rosberg, d. Red.) nicht vorbei. Ich hatte keine Chance, ihn zu überholen", sagte Button.
In der WM-Wertung führt Button aber weiter souverän mit 64 Punkten und damit 23 Zählern Vorsprung vor Barrichello. Doch Vettel kommt dem Brawn-Duo immer näher, der Hesse liegt nach dem 8. von 17 WM-Läufen nur noch zwei Zähler hinter Rubens Barrichello - diesmal Dritter - zurück auf Rang drei. Damit betrieb Vettel beste Werbung für sein Heimspiel auf dem Nürburgring (12. Juli). "Die Strecke kenne ich in- und auswendig", sagte Vettel voller Vorfreude.
Zweitbester Deutscher war Nico Rosberg, der im Williams als Fünfter vier WM-Punkte ergatterte. "Ich bin zufrieden. Im Moment sind wir das drittbeste Team hinter Red Bull und Brawn", sagte der Wiesbadener. Toyota-Pilot Timo Glock (Wersau) ging auf Position neun leer aus. Für Nick Heidfeld gab es nach einer Startkollision mit dem Silberpfeil des Finnen Heikki Kovalainen nichts zu holen, der Mönchengladbacher kam im BMW Sauber nicht über Platz 15 hinaus. Adrian Sutil (Gräfelfing), der einen Tag nach seinem schweren Unfall im Qualifying aus der Boxengassen startete, belegte den 17. und damit vorletzten Rang.
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