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09.11.2018, 13:12

GP von Brasilien: Vettel erkennt keinen Titelverschleiß

Von Alonsos Lachen und Hamiltons Hunger

Nico Hülkenberg schwärmt vom Autodromo José Carlos Pace. Fernando Alonso genießt seine Formel-1-Abschiedstournee. Sebastian Vettel und Lewis Hamilton erkennen noch lange keinen Titelverschleiß bei sich. Impressionen aus Interlagos.

Gute Laune: Die Formel-1-Piloten Fernando Alonso (re.) und Lewis Hamilton.
Gute Laune: Die Formel-1-Piloten Fernando Alonso (re.) und Lewis Hamilton.
© imagoZoomansicht

Schon die Annäherung an das Autodromo José Carlos Pace ist irgendwie anders. "Es ist nicht die normale Anfahrt zu einer normalen Strecke, sondern an der Favela vorbei", beschrieb Nico Hülkenberg dieses Besondere an der Rennstrecke in Interlagos im Südwesten von São Paulo. "Man merkt einfach das Magische, dass hier viele Geschichten geschrieben worden sind, Meisterschaften entschieden worden sind."

Auch für Hülkenberg ist dieser 4,309 Kilometer lange Kurs etwas Außergewöhnliches. 2010 raste der damalige Formel-1-Fahranfänger in einem Williams sensationell zu seiner ersten Pole Position. Bis zum heutigen Tag blieb es seine einzige. 2012 und 2014 sammelte der aktuelle Renault-Pilot dann auch Führungsrunden. Diese Strecke halte für ihn "besondere Erinnerungen" parat, sagte Hülkenberg.

Für Fernando Alonso gilt das auch. Beim Grand Prix von Brasilien muss er an seine glorreiche Vergangenheit denken. 2005 und 2006 sicherte sich der Spanier in Sao Paulo als jüngster Fahrer jeweils die Formel-1-WM. Das ist lange her. Jahre mit Karriere-Fehltritten später ist Alonso noch immer zweimaliger Weltmeister. Mehr nicht.

"Als ich ein Junge war, habe ich niemals daran gedacht, mal einen Formel-1-Wagen zu fahren oder sogar ein Rennen zu gewinnen. Deshalb übertreffen die beiden Titel schon meine Träume", erzählte Alonso in Brasilien. "Ich glaube schon, dass ich drei oder vier Titel mehr hätte gewinnen können. Ich glaube aber, wichtiger ist es, dass ich mir den Respekt der Formel-1-Gemeinschaft erworben habe."

Auf einer Stufe mit dem legendären Juan Manuel Fangio
Hamiltons bärenstarke Saison zum 5. Titel
Auf einer Stufe mit Juan Manuel Fangio

Der Brite Lewis Hamilton hat endgültig Legendenstatus erreicht. Mit seinem 5. WM-Titel hängte er Sebastian Vettel sowie Alain Prost ab und zog er mit dem legendären Argentinier Juan Manuel Fangio gleich. Lediglich Michael Schumacher ist mit seinen sieben Formel-1-Weltmeisterschaften noch erfolgreicher.
© imago/Getty Images

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Mit diesem Respekt verabschiedet sich Alonso Ende dieses Jahres auch aus der Formel 1. In welche Rennserie ihn sein Abschied genau führt, ist noch unbekannt. "Ich versuche jede Sekunde zu genießen, selbst die Zeit mit den Medien", meinte der 37-Jährige lachend. Ob es für ihn von Bedeutung sei, in der Fahrerwertung noch Siebter zu werden, also hinter den Rivalen von Mercedes, Ferrari und Red Bull quasi der Beste des abgehängten Feldes? "Nein, nicht wirklich", sagte Alonso und musste erneut lachen. "Ich würde es vorziehen, Weltmeister zu werden und nicht Siebter."

Vettel: "Ich habe hier noch immer eine Mission und will gewinnen"

Zwei WM-Titel hat Sebastian Vettel dem Asturier voraus. Weltmeisterschaft Nummer fünf will er endlich mit Ferrari feiern. Doch auch in seiner vierten Saison mit der Scuderia hat es für den Heppenheimer nicht geklappt. Michael Schumacher, Vettels Vorbild, schaffte es schließlich in seinem Ferrari-Jahr fünf. "Ich habe hier noch immer eine Mission und will gewinnen", stellte Vettel klar. Die erneute Niederlage gegen Lewis Hamilton werde wohl auch in der Winterpause noch schmerzen. "Aufgeben ist aber keine Option", versicherte Vettel.

Ein Ende seiner eigenen Titelgier sieht auch Hamilton nicht. 2019 wird er hinter Kimi Räikkönen der zweitälteste Fahrer im Feld sein, mit dann 34 Jahren. Junge Piloten drängen nach. Auch Vettel weiß das nur zu gut, schließlich wird der erst 21-jährige Charles Leclerc sein neuer Teamkollege und löst den noch 39-jährigen Räikkönen ab.

"Ich erkenne ein bisschen von mir in ihnen wieder", meinte Hamilton über die nächste Formel-1-Generation. Der Brite war ja selber mal ein Einsteiger, 2007 war das, und damals holte er fast auf Anhieb den Titel. Den Hunger nach Erfolg aus seiner Sturm-und-Drang-Zeit habe er noch immer, beteuerte er. Außerdem komme ja noch die Erfahrung hinzu, das sei eine starke Paarung. Man kann ihm nicht widersprechen.

dpa

 

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