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11.09.2018, 13:25

Rasanter Aufstieg nach nur einem Formel-1-Jahr

Leclerc macht es wie einst Kimi

Ferrari hat am Dienstag die seit Längerem erwartete Verpflichtung des monegassischen Formel-1-Supertalents Charles Leclerc (20) bekanntgegeben. Nach lediglich 14 bestrittenen Formel-1-Rennen gelingt dem bisherigen Sauber-Piloten der Sprung in ein absolutes Top-Team. Der dadurch an Bord der Scuderia überflüssig gewordene Finne Kimi Räikkönen wechselt zu Sauber und kehrt damit dorthin zurück, von wo aus er vor 17 Jahren eine ähnlich steile Karriere wie die sich mehr und mehr abzeichnende von Leclerc begann.

Cockpittausch: Sauber-Pilot Charles Leclerc (li.) und Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen wechseln die Arbeitsplätze.
Cockpittausch: Sauber-Pilot Charles Leclerc (li.) und Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen wechseln die Arbeitsplätze.
© imagoZoomansicht

Eine spontane Abstimmaktion seiner größten Fans, auch sie hatte am Ende keinen Erfolg. Rund 80.000 hatten sich mit einer Petition an Ferrari gewandt mit dem sehnlichen Wunsch, der berühmteste Rennstall der Welt wolle auch in Zukunft an Kimi Räikkönen als Fahrer festhalten. Dieser Traum ist ausgeträumt, und ein neuer beginnt: der des erst 20-jährigen Charles Leclerc, der ab 2019 das Cockpit an der Seite von Sebastian Vettel übernehmen wird.

Der blutjunge Monegasse ist erst der dritte Fahrer aus jenem Fürstentum, das den berühmtesten Grand Prix überhaupt beheimatet. Am Sonntag beim Großen Preis von Singapur wird Leclerc seinen lediglich 15. Grand Prix bestreiten, er schließt damit auf zum bisherigen monegassischen Rekordfahrer Louis Chiron (1899 - 1979), einem Fahrer aus der Anfangszeit der Formel 1. Dritter im Bunde ist Olivier Beretta (48), der 1994 in einem Larrousse-Ford über eine Statistenrolle nicht hinauskam. Leclerc aber hat nun alle Chancen, zum ersten Siegfahrer des Fürstentums aufzusteigen.

Es war der im Juli verstorbene Fiat- und Ferrari-Boss Sergio Marchionne, der den Wechsel einfädelte. Und nicht einmal von Sebastian Vettels erklärtem Wunsch, auch weiter seinen Kumpel Kimi an der Seite zu haben, ließ sich der todkranke Firmenlenker von seinem Plan abbringen.

Räikkönen fuhr unter Bewährung

Fast schon Kitsch ist es, dass Leclerc einen nahezu deckungsgleichen Weg einschlägt, den einst der nun für ihn ausgemusterte Räikkönen ebenfalls so gegangen war. Ihn, den damals 21-Jährigen, der noch nicht einmal 20 Autorennen bestritten hatte, drückte Teamchef Peter Sauber für 2001 gegen alle Widerstände durch. Der spätere Weltmeister von 2007 und 20-malige GP-Gewinner musste die ersten Rennen in der Königsklasse unter Bewährung bestreiten - zu sehr hatten die Herren des Weltverbandes FIA Angst, ein Greenhorn in den Kreis der besten Fahrer dieser Welt einziehen zu lassen.

Ron Dennis zahlte zweistellige Millionensumme für Räikkönen

Nahezu wortlos belehrte Räikkönen alle Welt schnell eines Besseren. Statt Worten ließ er Taten sprechen, so nachdrückliche, dass der zu dieser Zeit neben Ferrari potenteste Rennstall nach nur wenigen Wochen die Hand nach ihm ausstreckte. Eine zweistellige Millionensumme musste McLaren-Boss Ron Dennis auf das Schweizer Konto des Peter Sauber transferieren, dann gehörte Räikkönen ihm. Ohne exakte Vertragsdetails im neuerlichen Fall zu kennen, darf die Vermutung angestellt werden, dass der eidgenössische Rennstall auch diesmal neben einem höchst erfahrenen Piloten noch den einen oder anderen Franken als Einnahme verbuchen wird. Als Motorenkunde von Ferrari (und gleichzeitig Ausbildungsbetrieb für eines der weltweit größten Fahrtalente) lässt sich das leicht verrechnen.

In den um 10.30 Uhr zeitgleich versendeten offiziellen Mitteilungen von Ferrari und Sauber wird Räikkönen über den grünen Klee gelobt, aber nicht zitiert. Bei Instagram jedoch gibt es ein Statement des Finnen - in gewohnter Kürze: "Ratet mal, wer zurückkehrt? Die nächsten zwei Jahre mit dem Sauber F1 Team." Das Besondere daran: Räikkönen, der im Oktober 39 wird, bekommt nicht nur ein Anstandsjährchen zum Abschied, sondern mindestens zwei Saisons. Das dürfte diejenigen, die sich für seinen Verbleib eingesetzt hatten, ein wenig trösten.

Stefan Bomhard

Formel 1 Grand Prix Rechner
 
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weitere Infos zu K. Räikkönen

Vorname:Kimi
Nachname:Räikkönen
Nation: Finnland
Team:Ferrari
Rennen/Siege:291/21

weitere Infos zu C. Leclerc

Vorname:Charles
Nachname:Leclerc
Nation: Monaco
Team:Sauber
Rennen/Siege:20/0

weitere Infos zu Ferrari

Name:Ferrari
Teamchef:Maurizio Arrivabene
GP Siege:235
Formel-1-Einsätze:969
WM-Punkte Gesamt:7640,5
WM-Punkte pro Rennen:7.89
Fahrer:Kimi Räikkönen
Sebastian Vettel


weitere Infos zu Sauber

Name:Sauber
Teamchef:Frederic Vasseur
GP Siege:0
Formel-1-Einsätze:372
WM-Punkte Gesamt:551
WM-Punkte pro Rennen:1.48
Fahrer:Marcus Ericsson
Charles Leclerc



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