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06.03.2018, 11:00

Doppelinterview für das kicker-Motorsport-Sonderheft 2018

Warum verlässt Mercedes die DTM?

Mehr als 22 Jahre lang leitete Norbert Haug (65) die Geschicke des Motorsports bei Mercedes. Für den Bereich der DTM zeichnet seit Mitte 2014 Ulrich Fritz (40) verantwortlich. Für das neue Motorsport-Sonderheft des kicker (ab dem morgigen Mittwoch im Handel) trafen sich beide zu einem ausführlichen Doppelinterview. Im Zentrum des lebhaften Dialogs: die Gründe des DTM-Ausstiegs von Mercedes zum Jahresende 2018 und die sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Gute Laune: Norbert Haug (re.) und Ulrich Fritz beim kicker-Doppelinterview.
Gute Laune: Norbert Haug (Mitte) und Ulrich Fritz (li.) beim Doppelinterview mit kicker-Redakteur Stefan Bomhard.
© Baumann

Seit 30 Jahren betreibt Mercedes ununterbrochen werkseitigen Motorsport auf höchster Ebene. Neben der Formel 3, der Langstrecken-WM, der FIA-GT-Weltmeisterschaft und der Formel 1 (seit 2010) bildete ganz besonders das Deutsche Tourenwagen-Masters (früher Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft) den Kern der sportlichen Aktivitäten. Eine DTM ohne die Traditionsmarke Mercedes erschien undenkbar, ehe im Sommer 2017 der Beschluss verkündet wurde, der Serie am Ende der Saison 2018 den Rücken zu kehren.

Ob es, wie zu Zeiten von Audi und Mercedes (2006 bis 2011), für eine Übergangszeit mit den verbleibenden zwei Herstellern Audi und BMW weitergeht oder ob neue Interessenten hinzustoßen, dürfte zur großen Diskussion in der am 5. Mai beginnenden Saison werden. Mercedes-Rennchef Uli Fritz jedenfalls weist etwaige Vorwürfe wegen des Abschieds von sich: "So, denke ich, kann man es nicht ausdrücken. Wir müssen auch mal in den Rückspiegel schauen und dann feststellen, dass es über Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, nicht gelungen ist, der DTM die Relevanz zu geben, die eine solche Serie verdient. Das ist rauf- und runterdiskutiert worden, und die Gründe, warum es nicht geklappt hat, sind sicher vielfältig."

Mercedes den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist nicht in Ordnung. Traurig sein aber darf man schon.Norbert Haug

Vorgänger Norbert Haug, den DTM-Zuschauern auch als Fachkommentator bei der ARD bestens bekannt, hat Erfahrung darin, die DTM aus engen Situationen zu befreien. Für ihn "wäre es wirklich ein unglaublicher Jammer, wenn es nicht gelingen würde, dass es auch weiterhin die DTM gibt. Das kann man gar nicht dramatisch genug schildern. Dieser Weckruf muss jetzt gehört werden, und jeder, der nur irgendwie kann, muss die DTM unterstützen". Eine Schuld aber will auch er den Stuttgartern nicht geben: "Mercedes den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist nicht in Ordnung. Traurig sein aber darf man schon."

"Natürlich ist eine solche Entscheidung gegen die DTM emotional traurig"

Warum zieht sich Mercedes zurück? Ulrich Fritz erklärt es, nicht ohne Wehmut, aus dem Blickwinkel des Konzerns: "Im Werkssport geht es, wie bei allen unternehmerischen Entscheidungen, um ein funktionierendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das immer und immer wieder zu hinterfragen, ist völlig normal. Natürlich ist eine solche Entscheidung gegen die DTM emotional traurig und auch schade, so stark ich sie auf der anderen Seite wiederum nachvollziehen kann. Genauso aber kann ich auch verstehen, dass die Formel E ein Zukunftsthema ist, auf das man sich nun fokussieren wird."

Wenige Wochen vor dem Saisonstart im Mai in Hockenheim nutzt Fritz die Gelegenheit des kicker-Interviews auch noch einmal zum nicht eben ungetrübten Blick zurück auf die vergangenen beiden Jahre. Bitter stößt ihm noch heute auf, dass aus seiner Sicht BMW 2016 Sonderkonditionen eingeräumt bekam, und dass 2017 überschattet wurde von einer endlosen Diskussion um Zusatzgewichte an Bord der Rennwagen. Fritz: "Es geht extrem wettbewerbsintensiv zu, und keiner gibt Siege gerne am grünen Tisch her. Bis heute ist das mit Blick auf die Saison 2016 völlig frustrierend, dass am Ende jemand gewonnen hat (Marco Wittmann, BMW, die Red.), der am Tisch ausgehandelte Vergünstigungen erhalten hat. Das hat die Serie nun ganz bestimmt nicht glaubwürdig gemacht. Dieses Jahr aber werden wir eine Saison erleben, in der du dich einfach auf deine eigenen Waffen verlassen musst. Jetzt packt dir niemand mehr 30 Kilo rein oder nimmt sie raus."


Neben dem ausführlichen Interview mit Fritz und Haug bringt das neue Motorsport-Sonderheft des kicker alles, was echte Fans vor dem Start der neuen Saison wissen wollen, außer der Formel 1 mit zahlreichen News und Hintergründen geht der Blick auch zur Rallye-WM, der Rallycross-Szene, der Formel E und der MotoGP. Der unverzichtbare Begleit-Klassiker für die gesamte Saison ist ab 7. März am Kiosk erhältlich, online schon jetzt bestellbar oder telefonisch beim kicker-Service, 0911-216-2222.

Stefan Bomhard

Motorsport-Sonderheft 2018
 

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