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09.03.2018, 10:47

Die Finnen neben den Titelfavoriten

Hamilton oder Vettel: Wer hat den besten Helfer?

Einer der berühmtesten Sprüche des Motorsports stammt ursprünglich aus der Rallyeszene. "If you want to win hire a Finn" (Hol dir einen Finnen zum Gewinnen). Gleich zwei Finnen fahren aktuell in der Formel 1, beide sind Teamkollegen der vermutlich auch in diesem Jahr größten Titelaspiranten Lewis Hamilton und Sebastian Vettel - interpretieren ihre Rolle allerdings komplett unterschiedlich.

Schnelle Finnen: Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen.
Schnelle Finnen: Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen.
© imago (4)Zoomansicht

Auf gemütliche Zeiten einstellen darf sich Weltmeister Lewis Hamilton nach seinem vierten Titelgewinn keineswegs. Sebastian Vettel will ihn jagen im neuen Ferrari SF71H, beinahe mehr noch aber soll ihn jemand herausfordern, der nicht die geringste Lust verspürt, nur ein braver Adjutant zu sein: Valtteri Bottas. Mit 28 Jahren und der Erfahrung aus fünf Saisons in der Formel 1 ist es für ihn an der Zeit, die eigenen Ziele in den Vordergrund zu rücken, erst recht dann, wenn man in dem Auto sitzt, das 2017 zum vierten Mal in Serie den WM-Titel für Mercedes gewann. "Okay, er ist viermaliger Weltmeister", räumt Bottas ein und formuliert dann seine Kampfansage an Hamilton: "Aber ich kann ihn schlagen."

Bottas hatte 2017 einen schwierigen Start bei Mercedes, als das Team ihn kurzfristig nach dem unerwarteten Rückzug von Weltmeister Nico Rosberg an Bord holte. Ohne Kenntnis des Teams, quasi noch ein Fremder in dem auf Hamilton fixierten Rennstall, hätte die Eingewöhnungsphase kaum härter sein können. Sein Sieg beim Österreich-GP sah ihn nach neun Saisonrennen noch in Schlagdistanz zum schillernden Teamkollegen. Der jedoch konterte mit vier Siegen aus den nachfolgenden fünf Rennen - damit war das Duell entschieden.

Bottas, der erfolgreichste Fahrer des Saisonabschlusses 2017

Erst am Ende des letzten Jahres, als Hamilton den Titel vorzeitig gesichert hatte und sich danach ein klein wenig zurücklehnte, kam Bottas wieder in Schwung. Zwei Pole-Positionen in Brasilien und Abu Dhabi, umgemünzt in einen 2. Platz (Sao Paulo) und einen Sieg beim Saisonfinale in der Wüste, machten ihn zum erfolgreichsten Fahrer des Saisonabschlusses. Mindestens so alt wie die Regel vom Gewinnen mit Finnen ist auch die, dass ein Fahrer immer so gut ist, wie er es bei seinem letzten Rennen war. Demnach ist Bottas exzellent. Er sieht es kaum anders: "Ein bisschen muss ich mich noch anpassen, aber ich sehe mich jetzt als weitaus kompletteren Fahrer im Vergleich zu vor einem Jahr."

Michael Schumachers riesiger Schatten

Heftige Stallkämpfe haben Tradition bei Mercedes: Schon Michael Schumacher schenkte im Schlussteil seiner Fabelkarriere dem aufstrebenden Nico Rosberg nichts, und Rosbergs Fights mit Hamilton waren daran anschließend an Härte kaum zu überbieten - Lackaustausch inbegriffen. Teamregie ist unter der Führung von Toto Wolff allenfalls dann zu erwarten, wenn es die einzige Waffe bleibt, um sich gegen den Fahrer eines anderen Teams wehren zu können. Zum Beispiel gegen Sebastian Vettel und Ferrari, wo sich ein gänzlich anderes Bild bietet. Dort hatte schon zu Enzo Ferraris Zeiten die Nummer 2 dem auserkorenen Top-Mann zu helfen, was mitunter allerdings zu heftigen Fahrerkriegen führte. Legendär auch, wie Eddie Irvine, Rubens Barrichello oder Felipe Massa blass blieben angesichts eines Giganten Michael Schumacher, in dessen Schatten selten ein Sonnenstrahl auf sie herabfiel.

Kimi Räikkönen wusste all das, als er 2014 bei der Scuderia zum Partner des designierten Champions Fernando Alonso gemacht wurde. Er kannte seine Rolle erst recht, als ein Jahr später Sebastian Vettel für den abwanderungswilligen Alonso an Bord geholt wurde. Räikkönen und Vettel können bestens miteinander. Nicht einmal der Crash der beiden am Start des Singapur-Grand-Prix 2017 führte zu Missstimmungen, wobei Räikkönen daran ganz sicher nicht die Schuld trug.

Räikkönen über Vettel: "Ja, wir sind Freunde geworden"

Auch mit 38 Jahren hat "Opa" Räikkönen sein Cockpit bei Ferrari für zumindest eine weitere Saison behalten. Die Gründe: Er nimmt dem eigenen Mann keine Siege weg, ist für Platzierungen in den Top-5 immer gut, holt wertvolle Punkte fürs Teams und garantiert den inneren Frieden. Vor allem aber gab und gibt es auf dem Fahrermarkt niemanden, der frei gewesen wäre und dieses Anforderungsprofil besser erfüllen würde. Unverändert sieht sich Räikkönen fahrerisch in der Lage, "um Siege und um den Titel zu kämpfen, ansonsten würde ich aufhören". Aber er weiß auch, was er an Vettel hat: "Seb macht keine Politik. Sobald er in die Formel 1 kam, haben wir uns gut verstanden. Ja", sagte Räikkönen im Herbst 2017 der Gazzetta dello Sport, "ja, wir sind Freunde geworden."


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Stefan Bomhard

Motorsport-Sonderheft 2018
 
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Rennkalender der Saison 2018

TerminRennenOrt
25.03.18 07:10GP von AustralienMelbourne
 
08.04.18 17:10GP von BahrainManama-Sakhir
 
15.04.18 08:10GP von ChinaShanghai
 
29.04.18 14:10GP von AserbaidschanBaku
 
13.05.18 15:10GP von SpanienBarcelona
 
27.05.18 15:10GP von MonacoMonte Carlo
 
10.06.18 20:10GP von KanadaMontréal
 
24.06.18 16:10GP von FrankreichLe Castellet
 
01.07.18 15:10GP von ÖsterreichZeltweg-Spielberg
 
08.07.18 15:10GP von GroßbritannienSilverstone
 
22.07.18 15:10GP von DeutschlandHockenheim
 
29.07.18 15:10GP von UngarnBudapest
 
26.08.18 15:10GP von BelgienSpa-Francorchamps
 
02.09.18 15:10GP von ItalienMonza
 
16.09.18 14:10GP von SingapurSingapur
 
30.09.18 13:10GP von RusslandSochi
 
07.10.18 07:10GP von JapanSuzuka
 
21.10.18 20:10GP der USAAustin
 
28.10.18 20:10GP von MexikoMexico City
 
11.11.18 18:10GP von BrasilienSao Paulo
 
25.11.18 14:10GP von Abu DhabiAbu Dhabi

Renninfo

Ort:Melbourne
Runden:58
Rundenlänge:5,303 km
Renndistanz:307,574 km
Kurven:10 rechts, 6 links


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