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04.09.2017, 14:13

Marchionne: "Wir haben versagt, wir haben Monza unterschätzt"

Vettel warnt vor "Panik" - "Bösewicht" Hamilton

War das ein Schlüsselmoment im WM-Zweikampf? Ferrari-Pilot Sebastian Vettel stürzt ausgerechnet am 70. Geburtstag des Traditionsrennstalls beim Heimrennen von der WM-Spitze und muss nun Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton jagen. Der Brite geht in seiner Rolle als "Schurke" auf. Der Deutsche warnt vor Panik. Die Scuderia muss mit einer neuen Rolle klarkommen.

Betrieb mit Platz drei Schadensbegrenzung und freut sich auf die kommenden Rennen: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel.
Betrieb mit Platz drei Schadensbegrenzung und freut sich auf die kommenden Rennen: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel.
© imagoZoomansicht

Nach Sebastian Vettels erstmaligem Sturz von der WM-Spitze in dieser Formel-1-Saison genoss Lewis Hamilton seine Rolle als Monza-Bösewicht sichtlich. Sein deutscher Titelrivale mimte nach der Mercedes-Lektion im Ferrari-Mekka indes den Motivator und Seelenflüsterer. "Ferrari muss ganz vorne sein und Ferrari muss an der Spitze von allem sein", versicherte der Deutsche nach dem beeindruckenden Erfolg seines Titelrivalen beim Scuderia-Heimspiel und beschwichtigte, man müsse "keine Panik verstreuen". Vettel gab sich "nicht zu besorgt" und freute sich "schon auf die nächsten Rennen."

Hamilton genoss seinen 59. Grand-Prix-Erfolg und genehmigte sich erstmal eine ordentliche Portion Eiscreme. Erstmals in dieser Saison und ausgerechnet beim 70. Geburtstag von Ferrari konnte mit ihm ein Pilot einen zweiten Sieg nacheinander feiern. Mit drei Punkten liegt der Mercedes-Mann nun in der WM-Wertung vor Vettel.

Hamilton: "Richtig froh, der Bösewicht zu sein"

Selbst Pfiffe der frenetischen Ferrari-Fans konnte Hamilton da bestens verkraften. "Unweigerlich wirst du hier der Bösewicht, wenn du die Ferraris stoppst", räumte er ein und schien die ihm zugewiesene Rolle auch zu genießen. Manchmal sei er sogar "richtig froh, der Bösewicht zu sein und mich kümmert das auch nicht. Ich versuche, respektvoll zu bleiben und bewundere ihre Leidenschaft." Manchmal kämen ihm die Anhänger in Italien "eher wie Fußballfans vor, die aggressiven unter ihnen", schob er hinterher.

Hamilton beschrieb die Übernahme der WM-Führung beim Europa-Finale als "stärkendes Gefühl". Sein Plan nach der Demonstration der Stärke sei es nun für die nächsten Rennen "zu versuchen, sie auszubauen." Der Titelkampf werde aber "wirklich eng" bleiben. Vettel und Ferrari müssen sich indes nach 161 Tagen an der Spitze der Fahrerwertung mit der Rolle des Jägers anfreunden.

Bilder vom Grand Prix von Italien in Monza
Hamilton triumphiert im Ferrari-Mekka
Zehntausende Tifosi bevölkern die Start-und Zielgerade während der Siegerehrung.
Riesen Begeisterung

Zehntausende Tifosi bevölkern die Start-und Zielgerade während der Siegerehrung.
© imago

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Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erkannte auf dem Hochgeschwindigkeitskurs vor den Toren Mailands, der nun schon seit vier Jahren fest in der Hand der Silberpfeile ist, nicht zwingend eine Überlegenheit seines Rennstalls.

Wolff: "Singapur kann schon wieder ganz anders laufen"

"Für mich sieht es so aus, als ob Ferrari an diesem Wochenende irgendwie einen Schritt nach hinten gemacht hat. Wir waren sehr solide, aber zugleich haben sie nicht die Leistung abgerufen, wie es jeder erwartet hat", erläuterte der Österreicher. Der Aufbruch nach Übersee in zwei Wochen könne schon wieder ein anderes Bild abgeben. "Singapur kann schon wieder ganz anders laufen und gegen uns laufen. Es geht darum, kühlen Kopf zu bewahren."

Ferrari-Patron Sergio Marchionne verbarg seine Emotionen dagegen nicht und verhehlte seinen Frust nach der verdorbenen Heim-Party beim Grand Prix von Italien nicht. "Wir haben versagt, wir haben Monza unterschätzt", ätzte Marchionne.

Vettel wiegelte nach seinem dritten Platz ab. "Es gibt viel zu tun, wir haben aber die richtigen Leute und wissen, was wir tun müssen", betonte der 30-Jährige. "Nach dem Podium, nach der Stimmung bin ich voller Hoffnung und freue mich auf die nächsten Rennen. Es kommen Strecken, die ich eigentlich alle gerne habe."

dpa

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weitere Infos zu S. Vettel

Vorname:Sebastian
Nachname:Vettel
Nation: Deutschland
Team:Ferrari
Rennen/Siege:192/46

weitere Infos zu L. Hamilton

Vorname:Lewis
Nachname:Hamilton
Nation: Großbritannien
Team:Mercedes
Rennen/Siege:202/60

Rennkalender der Saison 2017

TerminRennenOrt
26.03.17 07:00GP von AustralienMelbourne
 
09.04.17 08:00GP von ChinaShanghai
 
16.04.17 17:00GP von BahrainManama-Sakhir
 
30.04.17 14:00GP von RusslandSochi
 
14.05.17 14:00GP von SpanienBarcelona
 
28.05.17 14:00GP von MonacoMonte Carlo
 
11.06.17 20:00GP von KanadaMontréal
 
25.06.17 15:00GP von AserbaidschanBaku
 
09.07.17 14:00GP von ÖsterreichZeltweg-Spielberg
 
16.07.17 14:00GP von GroßbritannienSilverstone
 
30.07.17 14:00GP von UngarnBudapest
 
27.08.17 14:00GP von BelgienSpa-Francorchamps
 
03.09.17 14:00GP von ItalienMonza
 
17.09.17 14:00GP von SingapurSingapur
 
01.10.17 09:00GP von MalaysiaKuala Lumpur
 
08.10.17 07:00GP von JapanSuzuka
 
22.10.17 21:00GP der USAAustin
 
29.10.17 20:00GP von MexikoMexico City
 
12.11.17 17:00GP von BrasilienSao Paulo
 
26.11.17 14:00GP von Abu DhabiAbu Dhabi

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