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20.03.2017, 18:39

Was ist neu? Wo gibt es Probleme?

Wissenswertes zum Start der Formel 1-Saison

Die Formel 1 wagt den Neustart. Die Rennserie hat sich zur neuen Saison eine Regelreform verpasst und hofft auf mehr Spannung. Für die neuen Besitzer hat der Wandel des Grand-Prix-Sports damit aber erst begonnen. 20 Rennen in 245 Tagen, zehn Teams und kein deutscher Grand Prix - am 26. März beginnt die neue Formel-1-Saison in Melbourne. Der amtierende Weltmeister wird dann fehlen. Die wichtigsten Infos...

Eine Fahrt im Mercedes: Lewis Hamilton dreht seine Runden.
Eine Fahrt im Mercedes: Lewis Hamilton dreht seine Runden.
© imagoZoomansicht

Was ist neu in dieser Saison?

Die größte Regelreform seit vielen Jahren soll die Formel 1 spektakulärer und für die Piloten anspruchsvoller machen. Die Autos sind breiter, flacher und pro Runde zwischen drei und fünf Sekunden schneller. Auch durch die deutlich breiteren Reifen wirken die Boliden "maskuliner", wie der Deutsche Nico Hülkenberg sagt. Vor allem in den Kurven sind höhere Geschwindigkeiten möglich, das erfordert von den Fahrern Mut und Präzision. "Das trennt die Buben von den Männern", meint Lewis Hamilton.

Wie wirkt sich das auf das Kräfteverhältnis aus?

Oft wirbelt ein neues technisches Regelwerk auch die Hackordnung durcheinander. Diesmal aber scheint das Weltmeister-Team Mercedes weiter der Gradmesser zu sein. "Es ist naiv, zu erwarten, dass Mercedes dadurch destabilisiert wird. Wenn überhaupt, verschaffen die Änderungen ihnen einen Vorteil", sagte der neue Formel-1-Sportchef Ross Brawn während der Testfahrten. Auch den Rücktritt von Titelverteidiger Nico Rosberg hat der Branchenführer durch die Verpflichtung des Finnen Valtteri Bottas gut kompensiert.

Wer kann Mercedes Konkurrenz machen?

Die stärksten Herausforderer heißen wieder Ferrari und Red Bull. Zumindest bei den Tests hinterließ Ferrari einen guten Eindruck, auch wenn Chefpilot Sebastian Vettel nach der sieglosen Vorsaison vor verfrühter Euphorie warnte. Red Bull setzt seine Hoffnungen in die Ideen von Chefdesigner Adrian Newey und den Gasfuß von Max Verstappen, der als die Zukunft der Rennserie gilt.

Welche Rolle können die deutschen Piloten spielen?

Vettel wartet seit September 2015 auf seinen 43. Grand-Prix-Sieg. Den letzten seiner vier Titel gewann er 2013. Sein Vertrag bei Ferrari läuft am Saisonende aus, im dritten Jahr will er endlich auf Augenhöhe mit den Silberpfeilen um den Titel fahren. Nico Hülkenberg ist als Aufbauhelfer ins Renault-Werksteam gewechselt. Der Rheinländer soll die Franzosen aus dem Mittelmaß führen. Podiumsplätze wären in diesem Jahr schon ein großer Erfolg. Für den zu Sauber gewechselten Pascal Wehrlein dürften wie im Vorjahr bei Manor schon Fahrten in die Punkteränge eine schwere Aufgabe werden.

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Warum gibt es in diesem Jahr kein Rennen in Deutschland?

Wie schon 2015 kam es zu keiner finanziellen Einigung zwischen den deutschen Streckenbetreibern und den Rechteinhabern der Formel 1. Der Nürburgring kann sich nach seiner Insolvenz die Antrittsgebühren nicht mehr leisten. Hockenheim, im Vorjahr Gastgeber des deutschen Grand Prix, will das Risiko von Millionenverlusten nicht jedes Jahr eingehen. Die Formel 1 war zuletzt in Deutschland kein Zuschauermagnet mehr. Die Refinanzierung der hohen Kosten ist für die Veranstalter schwierig, zumal es nicht wie in anderen Ländern hohe Subventionen vom Staat gibt.

Welche Folgen hat der Wechsel des Formel-1-Besitzers?

Die sichtbarste Konsequenz wird zunächst das Fehlen von Bernie Ecclestone sein. Nach vier Jahrzehnten an der Spitze der Rennserie wurde der Brite entmachtet und wird wohl kaum noch bei den Grand Prix auftauchen. Ansonsten aber wird es für den vom US-Mediengiganten Liberty, der nun die Kontrolle über die Formel 1 hat, angestrebten Wandel Zeit brauchen. Das Regelwerk für diese Saison ist festgeschrieben. Der Grundlagenvertrag mit den Teams gilt sogar bis 2020 und legt die Verteilung der Gelder fest.

Welche Baustellen begleiten die Formel 1 in die neue Saison?

Sportlich litt die Rennserie zuletzt unter der Dominanz von Mercedes. Von 59 Rennen in den vergangenen drei Jahren gewannen die Silberpfeile 51. Mehr Spannung, mehr Abwechslung, mehr Chancengleichheit - all das braucht die Formel 1 dringend, um sich im globalen Wettbewerb um Fans und Sponsoren behaupten zu können. Dass sich in diesem Jahr nach der Pleite von Manor nur noch zehn Teams den Grand-Prix-Sport leisten können, ist kein gutes Zeichen. Auch abseits der Strecke muss die Formel 1 ihr Geschäftsmodell modernisieren. Unter Ecclestones Führung blieben viele Chancen der Digitalisierung ungenutzt, die Renn-Wochenenden wirkten im Eventbetrieb des Sports bisweilen angestaubt. Hier wollen die neuen Eigentümer ansetzen.

dpa

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