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26.11.2013, 12:53

Künftig ersetzen 1,6-Liter-Turbomotoren die 2,4-Achtzylinder

F1-Motoren 2014: Teurer. Stärker. Anfälliger.

"Vorsicht, Sebastian! Uns geht der Sprit aus. Wir können uns die schnellste Rennrunde nicht leisten." Funksprüche dieser Art wird es im Dutzend geben, wenn ab 2014 die Formel 1 anstelle der 2,4-Liter-Achtzylinder-Triebwerke auf 1,6-Liter-Turbomotoren mit nur noch sechs Zylindern umsteigt. Rund um den vollkommen neuen Motor, der mit 100 Kilo Benzin pro Rennen auskommen muss, werden dann äußerlich stark veränderte Autos am Start stehen.

Setzt weiter auf Renault-Motoren: Red Bull mit Weltmeister Sebastian Vettel.
Setzt weiter auf Renault-Motoren: Red Bull mit Weltmeister Sebastian Vettel.
© imagoZoomansicht

Und alle Jäger von Vierfach-Weltmeister Vettel hoffen, dass seine Überlegenheit und die von Red-Bull-Renault ein Ende haben wird.

Neue Motoren - warum jetzt?

Nach acht Saisons mit den 2,4-Liter-Achtzylindern soll der Einfluss des Motors wieder stärker werden. Eingefroren bei 18 000 Umdrehungen pro Minute, machte die Maschine im Heck zuletzt einfach keinen Unterschied mehr. Sie galt als eine der Ursachen für die vielfach beklagte Langeweile. Der politische Wille, den der Internationale Automobilverband FIA ausdrücken will, nennt ein wenig scheinheilig als Gründe eine geringere Belastung der Umwelt und den Trend, der in der Automobilbranche als Downsizing bezeichnet wird: leistungsstarke Motoren mit weniger Spritverbrauch.

Gibt es Beschränkungen?

Weil die Motoren mit 145 Kilogramm um rund 50 Kilo schwerer werden als bisher, wurde auch das Fahrzeugmindestgewicht angehoben: von 642 auf 690 Kilogramm. Der Spritverbrauch wird drastisch gesenkt. Er lag, unlimitiert, bislang bei rund 130 kg pro Rennen. Ab 2014 dürfen nur noch 100 kg Sprit, etwa 135 Liter, verbrannt werden - die wohl größte Aufgabe für die Superhirne. Statt sieben hat das Getriebe künftig acht kürzer abgestufte Vorwärtsgänge. Besonderheit: Die Getriebeübersetzung darf nicht verändert werden, sie muss auf Stadtkursen wie Monaco identisch sein mit der von Monza mit seinen ultraschnellen langen Hochgeschwindigkeitsgeraden.

Wie stark sind die Motoren?

Der Motor an sich liefert rund 600 PS, in der Spitze aber dank zweier unterschiedlicher Energierückgewinnungssysteme bis zu 800 PS - und damit etwa 40 mehr als bisher.

Warum Turbo?

Nach 25 Jahren Saugmotorentechnik kehren die aufgeladenen Motoren wieder zurück. Allein dank der Turbo-Technik können pro Runde etwa 160 Zusatz-PS während einer Dauer von 34 Sekunden abgerufen werden. Genauso kann die über die Abgase gespeicherte Energie dafür verwendet werden, die Motorleistung im unteren Drehzahlbereich hoch zu halten und damit das gefürchtete Turboloch zu vermeiden. War bislang ein Defekt am einzigen, dem kinetischen Energierückgewinnungssystem (KERS), zur Not verschmerzbar, bedeutet künftig der Ausfall der Extra-Energie quasi das Rennende. Mit 600 PS allein ist man chancenlos.

Wer wird profitieren?

"Sechs Zylinder gegen die Langeweile" titelte bereits die Süddeutsche Zeitung. Ferrari und Mercedes setzen als Gegner von Renault auf den Motor als entscheidenden Faktor beim Leistungsunterschied, nachdem sie in den letzten Jahren gegen die überragende Aerodynamik des von Adrian Newey erdachten Red Bull chancenlos waren. Dass Ferrari und Mercedes zudem ihr eigenes Team beliefern, Red Bull aber weiterhin lediglich Kunde von Renault sein wird, gibt den Verfolgern ebenfalls Hoffnung. Entscheidend wird sein, wer von Beginn an Ausfälle vermeiden kann. Alain Prost, der in der ersten Turbo-Ära bis 1988 viele seiner Erfolge feierte, glaubt, "dass die Standfestigkeit die größte Herausforderung sein wird".

 

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