Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel hat bei der Premiere in Austin ausgerechnet bei seinem 100. Grand Prix den ersten Matchball zum Titel-Hattrick. Sammelt der Champion der vergangenen beiden Jahre am Sonntag 15 Zähler mehr als sein einzig verbliebener Rivale Fernando Alonso, krönt sich Vettel vorzeitig zum Weltmeister.
Zuvor müssen die Piloten auf dem vom Aachener Architekten Hermann Tilke entworfenen Kurs 56 Runden à 5,516 Kilometer absolvieren, was einer Gesamtdistanz von knapp 309 Kilometern entspricht.
20 Kurven gibt es pro Runde, neunmal geht's rechts herum, elfmal links. Als eines der Markenzeichen gilt der Anstieg zur Kurve eins, dem höchsten Punkt der Strecke.
Waren in früheren Jahren Rennstrecken, die entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren wurden, die Seltenheit (Imola, Sao Paulo), so ist Austin nun neben Yeongam, Singapur, Abu Dhabi und Sao Paulo bereits die fünfte Piste im Kalender, die "linksherum" führt. Vor allem die Nackenmuskulatur der Fahrer reagiert darauf nicht selten empfindlich.
Die Berg- und Talfahrt in Texas ist den Piloten bisher nur aus dem Simulator bekannt. Nach den ersten Eindrücken erntete die Strecke aber bereits viel Lob. "Eine großartige Mischung von allem, wir Fahrer werden die Strecke mögen", sagte Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber. Auch der FIA-Renndirektor schwärmte bei der Streckenabnahme. "Alles, was ich gesehen habe, ist absolut erstklassig. Ich habe überhaupt keine Beschwerden", sagte Charlie Whiting.
Der ehemalige Formel-1-Pilot Alexander Wurz war in die Planungen involviert, hat Tilke dabei unterstützt, den Kurs aus Fahrersicht zu optimieren. "Wir haben sehr viel Aufwand dafür betrieben, in den USA eine richtig coole Fahrerstrecke, eine Berg- und Tal-Bahn zu bauen", sagt Wurz. "Und ich glaube, das ist gelungen."
Es gibt Höhenunterschiede von 40 Metern sowie überhöhte Kurven. "Es geht nach Start und Ziel extrem hoch in eine blinde Haarnadelkurve, danach den Berg runter in eine Kompression", erklärt Wurz. "Und wir haben S-Kurven, eine Mischung aus Silverstone und Suzuka. Und ganz wichtig: Wir haben Überholen sogar ohne KERS und DRS simuliert - es funktioniert bestens!"
Nach fünf Jahren Pause kehrt die Formel 1 also zurück in die USA. Der Grand Prix in Austin ist das insgesamt 63. Gastspiel der Königsklasse in den Vereinigten Staaten. Nur in Deutschland (71) und Großbritannien (66) wurden mehr Formel-1-Rennen ausgetragen, in Italien machte die Rennserie bis dato ebenfalls 63-mal Station.
In den USA war die Formel 1 ein echter Wanderzirkus. Austin ist bereits die zehnte Station der Formel 1 in den Vereinigten Staaten. Von 1950 bis 1960 waren die 500 Meilen von Indianapolis Bestandteil der WM, obwohl hier nicht die Formel-1-Regeln galten. Später kamen dann Sebring, Riverside, Watkins Glen, Long Beach und Las Vegas sowie Detroit, Dallas und Phoenix als Gastgeber hinzu.
Im Jahr 2000 kehrte die Königsklasse dann auf eine neue Strecke in Indianapolis zurück. Sieben Jahre später lief der Indy-Vertrag aus, seither machte die Formel 1 einen Bogen um die USA.
Eigentlich sollte schon 2013 in New Jersey ein weiterer Grand Prix in den USA hinzukommen. Weil die Strecke aber nicht rechtzeitig fertig wird, wurde das Debüt des Rennens vor den Toren von New York auf 2014 verschoben.
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