Das Duell um die WM-Krone zwischen Vettel und Ferrari-Pilot Fernando Alonso spitzt sich zu. Der Red-Bull-Pilot biegt vor dem viertletzten Saisonrennen (Sonntag, LIVE! ab 10.30 Uhr MEZ bei kicker.de) mit sechs Punkten Vorsprung auf den Asturier auf die Zielgerade der Saison ein.
Nach zuletzt drei Siegen in Folge hält Vettel, der einen 44-Punkte-Rückstand aufgeholt hat, die Trümpfe in der Hand. Ein vierter Triumph in Folge wäre für Vettel etwas Neues - selbst in der Vorsaison mit insgesamt elf Siegen war ihm dies nicht gelungen.
In der bis 1950 zurückreichenden Geschichte der Formel 1 gewann 16-mal ein Fahrer vier oder mehr Rennen in Folge - alle holten in der jeweiligen Saison den Titel, zuletzt Jenson Button 2009. Den Rekord hält - wer sonst - Rekordweltmeister Michael Schumacher, der 2004 im Ferrari sieben Mal in Serie ganz oben auf dem Treppchen stand.
Der Buddh International Circuit vor den Toren der indischen Hauptstadt Neu Delhi scheint zudem ein gutes Pflaster für Vettel zu sein. Beim Premierenrennen in Indien im Vorjahr triumphierte der Red-Bull-Pilot auf ganzer Linie. Er holte seinen ersten Renn-Hattrick, bestehend aus der Pole Position, dem Sieg und der schnellsten Rennrunde.
"Ich habe das Layout der Strecke sofort geliebt", sagt Vettel über den Kurs des Aachener Architekten Hermann Tilke: "Bei bis zu acht Prozent Gefälle und bis zu zehn Prozent Steigung fühlt es sich an wie in einer Achterbahn. Das ist für uns Fahrer wirklich eine der herausforderndsten Strecken im Kalender."
Beste Vorzeichen nun also für den Titel-Hattrick, der vor Vettel nur dem legendären Juan Manuel Fangio und Rekordchampion Schumacher gelang.
Bei Vettel läuft's also wie geschmiert, während der Ferrari-Motor stottert. Der hauseigene Windkanal lieferte der Scuderia falsche Daten. Ferrari mietete sich deshalb in Köln ein und bezieht seine Informationen bis auf weiteres aus dem Windkanal des einstigen Toyota-Teams. "Als Ausrede für den Titelkampf lasse ich das aber nicht gelten", so Teamchef Stefano Domenicali.
Der dreimalige Weltmeister Niki Lauda warnt Vettel jedoch davor, sich zu sicher zu fühlen. "Im Moment läuft alles für Vettel", sagte Lauda gegenüber oe24.at: "Aber es wäre verfrüht, ihn schon jetzt als Weltmeister zu feiern. Alonso hat schon wie der sichere Weltmeister ausgesehen, wurde aber zweimal abgeschossen. Das zeigt, wie schnell sich die Dinge drehen können. Vettel muss also aufpassen."
Vielleicht sogar auch noch auf Kimi Räikkönen. Der finnische Lotus-Pilot hat noch keinen Saisonsieg auf dem Konto und 48 Punkte Rückstand, doch Aufgeben kennt der "Iceman" nicht. "Der Rückstand auf Sebastian ist schon ziemlich groß", meint er: "Aber ich werde kämpfen bis zum Schluss, denn alles ist möglich. Auch 2007 wurde die WM erst im letzten Rennen entschieden." Für Räikkönen übrigens. Im Ferrari.