Die Ausbootung Schumachers bei Mercedes hat Rosberg ohne großes Bedauern aufgenommen. "Nein, Mitleid habe ich nicht", sagte Rosberg gegenüber der Bild am Sonntag, "er hat ja selbst mitentschieden, dass es so gekommen ist."
Bei Rosberg überwiegt vielmehr die Freude auf das künftige Stallduell mit Schumachers Nachfolger Lewis Hamilton. "Ich kenne ihn, seit ich 12 Jahre alt bin. Wir verstehen uns einfach immer schon gut", sagte Rosberg, der sich nicht als Nummer zwei hinter dem Weltmeister von 2008 sieht: "Ich habe in meinem Vertrag stehen, dass ich immer die gleichen Möglichkeiten habe wie mein Teamkollege - egal, wer das ist."
In den vergangenen zweieinhalb Jahren wies er Schumacher teamintern zumeist in die Schranken. Dass der Rekordweltmeister aber zu alt für eine Fortsetzung seiner Karriere sei, glaubt zumindest der künftige Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda nicht. "Dass er zu alt ist, dass er zu schlecht sieht - diese Frechheiten will ich nicht kommentieren, das ist alles ein absoluter Schwachsinn", so Lauda im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Sollte Schumacher nach seinem beschlossenen Aus bei den Silberpfeilen tatsächlich seine Laufbahn beenden, würde er ein "Riesenloch in der Formel 1 verursachen".
Es habe nichts mit seinen Fähigkeiten als Rennfahrer zu tun, dass Schumacher bei seinem Comeback unter seinen Möglichkeiten geblieben sei. "Er ist am Auto gescheitert, das war zu keinem Zeitpunkt konkurrenzfähig", sagte Lauda.
Der dreimalige Weltmeister Lauda verteidigte aber auch die Entscheidung, Schumacher durch Hamilton zu ersetzen. "Ich bezweifle, dass er sich dauerhaft noch einmal mit den Besten, also Sebastian Vettel, Fernando Alonso und Lewis Hamilton messen kann, irgendwann ist nun einmal alles vorbei."
Noch steht nicht fest, ob Schumacher Ende des Jahres seine Karriere endgültig beendet oder doch noch einmal zu einem anderen Team wechselt. Zuletzt sind Gerüchte aufgekommen, Schumacher könnte seine Laufbahn bei Sauber oder Lotus fortsetzen. Schumachers Ex-Manager Willi Weber hatte in einem SID-Interview sogar eine Rückkehr zu Ferrari ins Gespräch gebracht. Wäre er noch Manager, würde er "ins Auto steigen, nach Italien fahren und mich mit Ferrari-Boss Luca di Montezemolo unterhalten". Felipe Massas Vertrag bei der Scuderia läuft aus.
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