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28.09.2012, 13:37

Zur Trennung von Michael Schumacher

Kommentar: Totalschaden

Im Rennen ist es oft die letzte Möglichkeit, wenn einer von hinten gar zu stark drängelt: Türe zuwerfen und auf Verteidigungslinie gehen. Mercedes hat in der endlosen Frage, ob Michael Schumacher möglicherweise auch noch ein viertes Comeback-Jahr im Silberpfeil absolvieren will, jetzt dem Rekord-Weltmeister die Türe zugeworfen.

kicker-Redakteur Stefan Bomhard.
kicker-Redakteur Stefan Bomhard.
© kickerZoomansicht

Ist damit Klarheit geschaffen und ein Urteil gesprochen über den Mann, dessen Zauber am Lenkrad einfach nicht mehr so wie einst sichtbar werden wollte? Im Nachhinein ist es vor allem für das (zu) groß gewordene Heer der Kritiker leicht gewesen, Schumachers Bilanz aus drei Jahren ins Lächerliche zu ziehen - in 52 Rennen kein Sieg, ein einziges Podium, dazu eine Pole-Position, die er noch nicht einmal einnehmen durfte, weil ihn eine Strafe um fünf Plätze nach hinten versetzte. Zu wenig, ganz klar.

Doch wer die Schuld an diesem Totalschaden trägt, muss erst noch herausgefunden werden. Und wenn Mercedes dem anerkannt auf der Höhe seiner Fähigkeiten agierenden Lewis Hamilton als Nachfolger Schumachers ein ähnlich schwaches Auto hinstellt, wird auch er den Stern nicht zum Leuchten bringen.

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Das Engagement von Hamilton beendet die von Mercedes-Vorstand Dieter Zetsche geprägte Formulierung vom deutschen Dream-Team, und die Verpflichtung von Niki Lauda als Vorsitzender des Aufsichtsgremiums von Mercedes AMG Petronas schwächt in jedem Falle die Position von Rennleiter Norbert Haug. Ob sie das Team stärkt, wird abzuwarten sein. Laudas Bilanz als Chef des einstigen Jaguar-Teams jedenfalls liest sich beinahe wie die von Schumachers zweiter Karriere: zwei Podien, kein Sieg, keine Pole-Position.

 

Ist dies alles die Zielflagge für Schumacher oder setzt er seine Laufbahn in einem anderen Team fort? Konkurrenten wie Fernando Alonso bestätigten ihm auch in jüngster Zeit noch das Zeug zum Siegen, wenn er nur das Auto dazu gehabt hätte. Trotzdem wäre zu hoffen, dass in der Erinnerung an die größte Karriere der Formel 1 seine Erfolge bleiben und nicht die drei enttäuschenden Extra-Jahre. Dazu wäre es hilfreich, die aktive Karriere jetzt zu beenden.

Stefan Bomhard

28.09.12
 
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