
Die Formel 1 gastiert 2012 beim Großen Preis von Italien letztmals in Europa, ehe es nach Asien und Amerika geht. Mit dem Grand-Prix-Klassiker im Königlichen Park von Monza verbindet Red-Bull-Pilot Vettel Emotionen pur und historische Erfolge: 2008 krönte sich der talentierte Jungspund mit 21 Jahren und 73 Tagen im unterlegenen Toro Rosso in einer dramatischen Regenschlacht sensationell zum jüngsten Gewinner der Grand-Prix-Geschichte. Zuvor hatte er schon die Pole Position geholt.
Im Vorjahr wiederholte Vettel auf dem letzten echten Hochgeschwindigkeitskurs diesen Coup - nun als Champion und klarer Favorit für den zweiten WM-Titel.
Nun strebt Vettel seinen dritten Streich an. "Letztes Jahr war es in Monza super: Pole und Sieg. Ich hoffe, dass wir daran anknüpfen können", sagte der 25-jährige Champion.
Gelänge dem Heppenheimer sein zweiter Saisonsieg, würde der Abstand zum WM-Spitzenreiter Fernando Alonso weiter schrumpfen. "Es ist gut, dass der Abstand kleiner geworden ist. Jetzt sieht es wieder besser aus", sagte der zweimalige Weltmeister, der zuletzt in Belgien vom frühzeitigen Ausscheiden des Ferrari-Piloten profitiert hatte. "Der Titel ist unser Ziel, aber wir müssen von Rennen zu Rennen denken und auf uns schauen."
Nach dem Schock von Spa will Alonso im Autodromo Nazionale di Monza wieder für sportliche Schlagzeilen sorgen. Ob der zweimalige Weltmeister (2005, 2006) den Horrorcrash auch psychisch problemlos bewältigt hat, wird sich zeigen. Schließlich war Unfallverursacher Romain Grosjean beim GP von Belgien mit seinem Lotus nur knapp einen Meter an Alonsos Kopf vorbeigeflogen.
Alonso rechnet sich jedoch beim Ferrari-Heimrennen gute Chancen aus. "Traditionell sind die Roten hier immer stark. Ich hoffe auf ein nettes Wochenende und dass wir unseren Fans Freude bereiten können, indem wir unseren Vorsprung wieder etwas ausbauen", sagte der Spanier, der ebenfalls schon zweimal den Großen Preis von Italien gewonnen hat. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali betonte: "Die Strecke liegt uns."
Schlechtestenfalls könnte Alonso aber ausgerechnet beim für Ferrari wichtigsten Grand Prix der Saison sogar die WM-Spitze verlieren. Sollte Vettel gewinnen und Alonso erneut leer ausgehen, übernähme der Deutsche vor den folgenden sieben Übersee-Rennen erstmals seit vier Monaten wieder die WM-Führung.
Der Vorsprung des WM-Führenden (164) reduzierte sich gegenüber dem neuen Gesamtzweiten Vettel (140) auf 24 Zähler. Entsprechend entspannt ist Vettel: "Der Blick auf die Punkte und den aktuellen Abstand quält mich nicht." Der drittplatzierte Australier Webber (132) und Räikkönen (131) rückten Alonso ebenfalls näher. "Wir haben etwas von dem Vorteil gegenüber Vettel, Webber und Räikkönen verloren", räumte Alonso ein.
Die Belohnung für den Sieger wartet im Übrigen hoch oben über der Zielgeraden. Scheinbar schwebend, über Tausenden von Fans dürfen die Formel-1-Piloten auf dem Autodromo Nazionale di Monza in jedem Jahr ihre Erfolge feiern. "Das beste Podium der Welt" ist das für Vettel - und genau dort will sich der Red-Bull-Pilot am Sonntag (LIVE!-Ticker ab 14 Uhr bei kicker.de) endgültig im Rennen um die WM zurückmelden.
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