Der Spanier Alonso zerstörte Vettel in Hockenheim den Traum vom Heimsieg. Am Sonntag könnte die Retourkutsche folgen, sollte Vettel dem Ferrari-Star seinen 31. Geburtstag verderben.
Vettel könnte auf dem Hungaroring in Budapest zudem auch seinen "Juli-Fluch" bannen. Obwohl er in seiner bis dato überaus erfolgreichen Karriere im Schnitt etwa jedes vierte Rennen gewonnen hat, ist der Heppenheimer im siebten Monat des Jahres noch ohne Sieg - bei inzwischen schon elf Anläufen. "So schlecht kann der Juli gar nicht sein. Schließlich bin ich da geboren", scherzt Vettel, der am 3. Juli 1987 auf die Welt kam.
In Ungarn raste Vettel schon zweimal auf die Pole Position, sah aber - wie sonst nur in Kanada und Deutschland - noch nie als Erster die schwarz-weiß karierte Zielflagge.
Der Asturier Alonso dagegen könnte an seinem Ehrentag und der Stätte seines ersten Grand-Prix-Sieges von 2003 mit seinem 31. Erfolg auf den dann mit Nigel Mansell (Großbritannien) geteilten Rang vier der ewigen Bestenliste hinter Rekordweltmeister Michael Schumacher (91), Ayrton Senna (Brasilien, 51) und Alain Prost (Frankreich, 41) vorrücken.
Vettels Ärger über die seiner Meinung nach unberechtigte Zeitstrafe auf dem Hockenheimring, die ihn nach dem verpassten Sieg gegen Alonso auch noch eine Zurückstufung vom zweiten auf den fünften Platz einbrachte, ist noch nicht verraucht. Doch Vettel, der schon 44 Punkte hinter dem 2012 noch nicht ausgefallenen Alonso zurückliegt, will den Frust in Trotz umwandeln und zurückschlagen.
"Hätte- und Wäre-Szenarien bringen nichts", erklärt er bemüht gelassen: "Wir werden uns für die nächsten Rennen noch mehr ins Zeug legen und darauf achten, nichts mehr zu tun, was unsere Platzierung auch nur irgendwie gefährden würde. Dennoch müssen wir wohl noch ein bisschen aggressiver fahren."
Red Bull aber droht noch vor dem Freien Training am Freitag bereits zum dritten Mal in dieser Saison ein Umbau am Boliden. Nach Angaben des Fachmagazins Autosport will der Automobil-Weltverband FIA spätestens bis dahin eine Regel-Klarstellung veröffentlichen, nach der die in Hockenheim noch missmutig erlaubte Motoreneinstellung verboten werden soll. Im Laufe des Jahres musste der RB8 schon wegen strittiger Löcher im Unterboden und einer illegalen Luftführung in den Radnaben zurückgerüstet werden.
Helmut Marko, der Red-Bull-Motorsportberater, fürchtet keine Konsequenzen seitens der FIA. "Alles bleibt gleich. Es geht ja nicht, dass man von heute auf morgen sagt: Einmal machen wir es grün, einmal machen wir es blau", sagte er bei ServusTV: "Und es steht nirgendwo, dass wir das Reglement nicht zu unseren Gunsten ausnutzen dürften."
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