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04.07.2012, 13:08

Ferrari wegen Red-Bull-Dominanz alarmiert

Viele Heimspiele und ein angriffslustiger Vettel

Acht der zwölf Formel-1-Rennställe haben beim Grand Prix in Silverstone ein Heimspiel. Die Rennfabriken von Teams wie Red Bull, McLaren und Mercedes liegen im Umkreis der Strecke in Mittelengland. Auch Lotus, Force India, Williams, Caterham und Marussia bauen ihre Boliden in der Nähe des Traditionskurses.

Sebastian Vettel
Selbstbewusst: "Unser Ziel ist der Sieg", sagt Sebastian Vettel.
© Getty ImagesZoomansicht

"Silverstone ist ein großartiges Rennen, bei dem uns viele Teammitglieder mit ihren Familien zusehen werden", sagte Mercedes-Pilot Nico Rosberg. Auf dem ehemaligen Militärflugplatz nahm am 13. Mai 1950 die Formel-1-Geschichte ihren Lauf. Der spätere Weltmeister Giuseppe Farina gewann das allererste Rennen der Königsklasse. In diesem Jahr ist Silverstone zum 46. Mal Gastgeber für Bernie Ecclestones PS-Zirkus. Nur in Monza fuhr die Formel 1 häufiger.

Zwei Deutsche rasten in Silverstone bereits als Erste durchs Ziel. Drei Mal siegte Michael Schumacher im Ferrari, zuletzt ließ Sebastian Vettel vor drei Jahren alle Konkurrenten hinter sich. "Ich liebe diese Strecke, sie ist einfach fantastisch", schwärmte Vettel.

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Doch im Gegensatz zu seiner Triumphfahrt 2009, als das Rennen Mitte Juni stattfand, wird nun wieder im Juli gefahren. Kein gutes Omen für den Doppelweltmeister, denn noch nie in seiner steilen Formel-1-Karriere hat der Heppenheimer ein Rennen im siebten Monat des Jahres gewinnen können. Fünf Tage nach seinem 25. Geburtstag soll diese schwarze Serie am Sonntag im britischen Silverstone enden. "Diese Saison ist so verrückt, das wird jetzt nicht aufhören. Aber unser Ziel ist der Sieg", sagte der Red-Bull-Pilot vor dem Grand-Prix-Klassiker in Mittelengland.

Das ehrwürdige "Home of British Motor Racing" bietet Vettel und seinen Rivalen den perfekten Schauplatz für die nächste Etappe einer irren WM, die im Zwei-Wochen-Takt großes Kino mit ungewissem Ausgang garantiert. Zuletzt lieferte Michael Schumacher die beste Story, als er in Valencia nach 2093 Tagen erstmals wieder ein Formel-1-Podium enterte. Prompt erwartet so mancher den Rekordchampion schon in Silverstone ganz vorn. Der Mercedes-Star warnte indes: "Wir haben zu viele Rennen gesehen, die anders liefen als gedacht."

Genau das bereitet auch Vettel Sorgen. Jüngst in Valencia schien der Heppenheimer zurück auf dem Weg zur Dominanz, bis ihm eine kaputte Lichtmaschine den sicheren zweiten Saisonsieg raubte. "Trübsal blasen bringt nichts. In diesem Jahr kann viel passieren", nannte Vettel vor der Abreise nach Silverstone seine Mutmacher-Devise. "Wichtig ist, dass wir uns darüber im Klaren sind, dass noch viele Rennen vor uns liegen und wir gemeinsam als starkes Team auch bald wieder ganz oben stehen werden."

Dazu aber müssen Vettel und Red Bull ihre Chancen künftig so konsequent nutzen wie WM-Spitzenreiter Fernando Alonso, in der Vorsaison Sieger in Silverstone. Als einziger gewann der Spanier in diesem Jahr bereits zwei Rennen und punktete auch sonst immer, obwohl er nie im besten Auto saß. Mit brillanter Steuerkunst und einer gehörigen Portion Glück sammelte der Ferrari-Fahrer 111 Zähler und führt damit die Gesamtwertung vor Mark Webber (91), Lewis Hamilton (88) und Vettel (85) an. "Es gibt nichts, worauf wir schon stolz sein können", mahnte Alonso dennoch.

"Ich bin beunruhigt und das sollten wir alle sein."Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo über den Auftritt von Vettel in Valencia

Die Überlegenheit von Vettel in Valencia hat die Konkurrenz durchaus erschreckt. Das neue Technikpaket von Design-Guru Adrian Newey machte den RB8 auf Anhieb viel schneller. «Wir wollen dieses Momentum mitnehmen», sagte Vettel. Schon fürchtet Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo eine Trendwende. "Ich bin beunruhigt und das sollten wir alle sein", rief er seinem Team zu. "Um auch in Zukunft zu gewinnen, müssen wir mehr tun."

Damit spricht der Graf auch dem McLaren-Duo Hamilton und Jenson Button aus dem Herzen, beide setzen sich vor ihrem Heimspiel besonders unter Druck. "Siege in Silverstone sind für mich so schön wie Siege in Monaco", erklärte Hamilton. Einen Heimvorteil können allerdings auch ein paar andere zwölf Teams für sich reklamieren.

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04.07.12
 
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weitere Infos zu S. Vettel

Vorname:Sebastian
Nachname:Vettel
Nation: Deutschland
Team:Red Bull Racing
Rennen/Siege:106/28

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