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24.06.2012, 17:53

GP von Europa: Vettel bei Alonsos Heimsieg im Pech

"Wow!" Schumacher auf dem Podium

Weltmeister Sebastian Vettel war zum Zuschauen verurteilt, als sein Freund Michael Schumacher erstmals seit 2006 und nach seinem Comeback bei Mercedes wieder aufs Podest fuhr und Lokalmatador Fernando Alonso in Valencia der erste "Wiederholungstäter" dieser Saison wurde. "Das ist scheiße gelaufen", sagte Vettel. Die Rennkommissare ermittelten gegen Schumacher, bestätigten letztendlich aber seinen Podiumsplatz.

Überschäumende Freude: Valencia-Sieger Fernando Alonso (re.) und Michael Schumacher, der erstmals eit 2006 aufs Podium fuhr.
Überschäumende Freude: Valencia-Sieger Fernando Alonso (re.) und Michael Schumacher, der erstmals eit 2006 aufs Podium fuhr.
© Getty ImagesZoomansicht

Der Frust saß tief beim Champion. Red-Bull-Pilot Vettel hatte schon längst die Handschuhe in die Ecke geworfen, da startete Michael Schumacher zu seiner famosen Schlussoffensive beim Ausfallfestival von Valencia. Der Rekordweltmeister raste beim Sieg von Ferrari-Pilot Alonso in einem spektakulären GP von Europa in den letzten Runden bis auf den dritten Rang und damit erstmals nach seinem Comeback bei Mercedes 2010 aufs Podest.

"Ich habe nicht an das Podium geglaubt. Als ich über die Ziellinie fuhr, habe ich fragen müssen, auf welchem Platz ich liege", sagte der 43-Jährige. "Als sie mir sagten, ich sei auf dem Podest, meinte ich: Wow." Allerdings musste er noch um seinen ersten Podestplatz seit dem 1. Juni 2006 (Sieg beim Großen Preis von China in Shanghai) bangen. Er soll verbotenerweise unter Gelbe Flagge den verstellbaren Heckflügel benutzt haben.

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Dr. Helmut Marko, der Berater von Red Bull, sagte gegenüber sky: "Schumacher hat in der letzten Runde in der Gelbzone DRS aufgemacht. Die Angelegenheit ist bei den Stewarts. Für das gleiche Vergehen wurde Vettel in Barcelona mit einer Durchfahrtsstrafe bestraft. Aus unserer Sicht müsste Mark Webber Dritter werden." Red Bull hat die FIA entsprechend informiert. Die Rennkommissare ermittelten einige Stunden. Letztendlich kamen sie aber zu dem Schluss dass "Schumacher bei gelber Flagge mit geöffnetem Heckflügel sein Tempo genügend verringert hat". Daher sahen sie von einer Strafe ab.

Zunächst mit 20 Sekunden Vorsprung und auch nach der Safety-Car-Phae auf klarem Siegkurs liegend war zuvor der zweimalige Weltmeister Vettel am Sonntag in der 34. Runde wegen einer defekten Lichtmaschine ausgeschieden. Sein Red Bull wurde während des weiter laufenden Rennens von den Streckenposten waghalsig in die Auslaufzone gerollt.

"Das ist scheiße gelaufen. Bis dahin sind wir ungestört davon gefahren", sagte der 24-Jährige frustriert und ärgerte sich über die Safety-Car-Phase kurz vor seinem Aus. "Dann kam das Safety Car, was man sich hätte sparen können. Eine Gefahr in dem Sinne bestand nicht. Das Safety Car hat uns in gewisser Weise das Genick gebrochen."

Sein erster Ausfall in dieser Saison machte den Weg für den zweimaligen Titelträger Alonso frei. Als Vettel stehenblieb und der Lokalmatador die Führung übernahm, rissen die spanischen Zuschauer die Arme nach oben und schwenkten bereits die Nationalfahne. Alonso, der nur von Platz elf gestartet war, ließ sich die Chance nicht nehmen und schaffte im Ferrari seinen ersten Sieg bei dem Grand Prix im Hafen von Valencia.

Alonso ist der erste "Wiederholungstäter" 2012

Der Spanier beendete zugleich den irren Siegerreigen und durfte als erster Pilot in diesem Jahr seinen zweiten Saisonerfolg feiern. "Es ist schwer, in Worte auszudrücken, was ich gerade fühle", sagte Alonso. "Es ist vielleicht der schönste Sieg, den ich erlebt habe."

Bilder von der "Hafenrundfahrt" in Valencia
Grand Prix von Europa 2012
Michael Schumacher feierte sein erstes Podium nach dem Comeback ausgelassen mit Sieger Fernando Alonso und etwas Schaumwein.
Champagner-Schlacht

Michael Schumacher feierte sein erstes Podium nach dem Comeback ausgelassen mit Sieger Fernando Alonso und etwas Schaumwein.
© Getty Images

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Nach dem Rennen hagelte es Strafen

Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne, Kamui Kobayashi vom Team Sauber und Williams-Fahrer Pastor Maldonado haben nach dem Großen Preis von Europa in Valencia noch Strafen für von ihnen verursachte Unfälle ausgesprochen bekommen.
Maldonado bekam für den Crash mit dem McLaren-Mercedes von Lewis Hamilton in der vorletzten Runde rückwirkend eine Durchfahrtstrafe aufgebrummt, die nach Rennende automatisch in eine 20-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wird. Maldonado fiel damit vom zehnten auf den zwölften Platz zurück.
Der Japaner Kobayashi verliert beim nächsten Formel-1-Rennen am 8. Juli in Silverstone fünf Startplätze. Die Rennkommissare bestraften ihn für eine Kollision mit Ferrari-Pilot Felipe Massa.
Noch härter traf es den Franzosen Vergne. Der muss wegen des Crashs mit Heikki Kovalainen in Silverstone zehn Plätze zurück und zudem 25.000 Euro Strafe zahlen.

24.06.12
 
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