Die Trauer um die jüngst verstorbenen Ex-Motorrad-Weltmeisters Marco Simoncelli und des zweimaligen Indy-500-Champions Dan Wheldon überschattete Vettels neuerlichen Genie-Streich. Der Jubel des Red-Bull-Piloten fiel spürbar gedämpft aus. "Ich habe sehr gemischte Gefühle", bekannte der 24-Jährige und erinnerte an die tödlichen Unfälle. "Unsere Gedanken sind bei ihnen. Wir beten alle, dass so etwas nie passiert", sagte Vettel nachdenklich. "Wir haben zwei ganz Große des Sports auf ganz tragische Weise verloren. Das waren ganz, ganz schwere Wochen."
Natürlich sei er stolz, der erste Sieger in Indien zu sein, erklärte der Weltmeister. Doch sein Erfolg erschien ihm als schwacher Trost. Dabei hatte er noch bei keinem seiner nun 21 Grand-Prix-Siege so sehr dominiert. Vettel schaffte den Hattrick aus Pole Position, Sieg und schnellster Rennrunde und führte zudem zu jeder Sekunde des Rennens. Das hatte selbst er vorher noch nicht geschafft.
Gewinnt Vettel auch die beiden abschließenden Rennen in Abu Dhabi und Brasilien, hat er den Rekord von Michael Schumacher aus dem Jahr 2004 eingestellt, als der siebenmalige Champion 13 Rennen in einer Saison für sich entschied. Zudem kann Vettel noch den Pole-Position-Rekord von Nigel Mansell aus der Saison 1992 übertreffen. Damals fuhr der Brite 14-mal vom ersten Startplatz los. Vettel holte sich in 17 Rennen bislang 13 Pole Positions.
Auch der Altmeister zeigte eine formidable Vorstellung auf dem Buddh Circuit. Der 42-jährige Schumacher fuhr von Startplatz elf noch auf Rang fünf vor und ließ dabei auch seinen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg hinter sich. "Wir haben die Fehler der anderen genutzt und unsere Stärke ausgespielt", urteilte Schumacher. "Schade, weil meine Strategie die langsamere war. Und dann ist noch beim Boxenstopp etwas schiefgegangen", klagte Rosberg.
Vettels Teamkollege Mark Webber musste sich nach fehlerhaftem Rennen mit Rang vier begnügen. Der Plan des Teams, den Australier zur Not auch mit Vettels Schützenhilfe auf Gesamtrang zwei zu lotsen, ging diesmal nicht auf. Hinter dem längst als Champion feststehenden Hessen hat Button als WM-Zweiter zwei Rennen vor Saisonschluss nun 240 Zähler. Alonso liegt 13 Punkte dahinter, Webber fehlen 19 Punkte auf den Briten.
Adrian Sutil rettete als Neunter beim Heimrennen seines Force-India-Teams noch zwei WM-Zähler. "Diese Punkte waren wichtig, wir können zufrieden sein. Es war einfach nicht mehr Speed im Auto", so Sutil.
Sutils Zukunft ist derweil weiter ungeklärt, soll sich noch vor dem nächsten Rennen entscheiden. "Wir haben Druck gemacht. Vor Abu Dhabi wird es eine Entscheidung geben, die wir nach dem Rennen verkünden werden", sagte Sutils Manager Manfred Zimmermann der dpa am Sonntag.
Force-India-Teamchef Vijay Mallya hatte bislang stets betont, erst nach der Saison erklären zu wollen, wer 2012 für sein Team fährt. Am Samstag kündigte Mallya aber überraschend eine Kehrtwende an. "Ich bin gebeten worden, früher zu entscheiden. Das werde ich respektieren", sagte der Milliardär. Zuletzt gab es wiederholt Gerüchte, Sutil solle durch Testfahrer Nico Hülkenberg ersetzt werde. Der zweite Stammpilot Paul di Resta gilt als gesetzt.
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Beckennetzer74
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