"Viel Zeit zum Durchatmen gibt es nicht", sagte der 23-Jährige vor dem Grand Prix von China, den er 2009 bereits einmal gewann. Auch wenn Vettel die Sorge um die kurze Pause auf sich bezog, sind die Nöte seiner Jäger viel größer. Sowohl in Melbourne als auch in Sepang hechelten die Verfolger vergeblich hinter Vettel her. Zweimal stand der Deutsche auf Pole Position, zweimal dann auch auf dem obersten Podestplatz - mehr geht nicht.
Und das, obwohl Vettel rund die Hälfte des Rennens ohne die 82 Zusatz-PS von KERS auskommen musste. Doch Vettel tritt die Euphoriebremse, obwohl der Abiturient aus Heppenheim vor dem Rennen in Shanghai bereits die Maximalausbeute von 50 Punkten eingefahren hat. Ex-Weltmeister Jenson Button kommt im McLaren-Mercedes als Zweiter auf 26.
Der Weltmeister von 2009 gibt sich angriffslustig nach seinem zweiten Platz von Sepang. "Wir haben nie ein Geheimnis draus gemacht, den Kampf mit Red Bull aufzunehmen", sagte Button. Sein in der Gesamtwertung drittplatzierter Teamkollege Lewis Hamilton (22) ist nach dem für ihn enttäuschenden Malaysia-Rennen nicht minder offensiv. Red Bull habe in den ersten beiden Rennen sein volles Potenzial noch nicht erreichen können, "und ich denke, es ist wichtig, dass wir den Druck aufrechterhalten, um ihnen zu zeigen, dass sie sich keine Fehler leisten dürfen".
Die Roten Bullen vorneweg, dahinter McLaren-Mercedes, und dann schon die erste Überraschung: Nicht Ferrari, schon gar nicht Mercedes GP mit Rekordweltmeister Schumacher, sondern Lotus-Renault mit Nick Heidfeld. Der 33-Jährige bewies nach Vitaly Petrovs Podestplatz zum Auftakt in Australien ebenfalls das Potenzial des schwarzen Flitzers. "Wenn man den reinen Speed und die Leistung des Autos nimmt, dann würde ich sagen, Renault ist die dritte Kraft", meinte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko.
Erst danach komme Ferrari, so Marko. Die Scuderia mit ihrem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso hat bereits den roten Knopf gedrückt. Die Teamleitung um Stefano Domenicali düste nach dem Rennen in Malaysia nach Maranello, um am Firmensitz die Entwicklung des Ferrari voranzutreiben. Das eigentlich für später geplante Upgrade soll womöglich schon im Land der Mitte eingesetzt werden.
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