Der 5,615 Kilometer lange Kurs mit seinen 18 Kurven (elf links, sieben rechts) rund 400 Kilometer südlich von Seoul muss von den 24 Piloten 55-mal umrundet werden, was einer Gesamtdistanz von gut 308 Kilometern entspricht.
Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn, die Strecke weist einen Mix unterschiedlicher Kurventypen und langer Geraden auf.
Ein Teil der Strecke wird das ganze Jahr für Rennen verwendet, der Rest wurde speziell für die Formel 1 gebaut. Gut 160 Millionen Euro dürfte der Bau der Strecke die Koreaner gekostet haben. Architekt war wie bei nahezu allen in den letzten Jahren gebauten Strecken (u.a. Malaysia, China, Abu Dhabi, Bahrain) der Aachener Hermann Tilke.
In der Umgebung rund um den Kurs - eine Halbinsel - ist eine künstlich angelegte Hafenstadt noch immer im Bau.
Die Strecke in Yeongam ist anspruchsvoll. Der Reifenverschleiß ist enorm hoch. Am Ende der langen Geraden folgt die langsamste Kurve, man bremst von über 300 km/h auf 80 km/h herunter. "Hier kann man überholen - wenn es nicht so verdammt schwierig wäre, den richtigen Bremspunkt zu finden", sagt Doppelweltmeister Sebastian Vettel.
Bei der Premiere 2010 lief es für Red-Bull-Pilot Vettel denkbar schlecht. "Man kommt auf der ganzen Strecke kaum zum Durchatmen", sagte der Heppenheimer, "aber es hat Spaß gemacht. Bis zum Motorschaden . . .".
Pechvogel Vettel war 2010 beim Sturm auf den WM-Thron aus (fast) allen Träumen gerissen worden. Zehn Runden vor dem Ende stiegen Flammen aus dem Heck des Red-Bull-Renault, Vettel ergriff direkt nach dem Aussteigen selbst einen Feuerlöscher und erstickte sie.
"Im Moment ist man natürlich enttäuscht, aber ich habe mir diesmal nichts vorzuwerfen. Da kann man nichts machen", kommentierte Vettel und fügte in Anspielung auf seine Serie von Pleiten, Pech und Pannen fast schon mit Galgenhumor hinzu: "Irgendwie ist das die Story des Jahres." Red-Bull-Teamchef Christian Horner versuchte, den Pech-Piloten zu trösten: "Sebastian und das Team haben alles richtig gemacht. Ein Motorplatzer ist immer ganz großes Pech, der Rennsport kann grausam sein."
Bekanntlich fand die "Story des Jahres" aus Vettels Sicht noch ein Happy-End mit dem ersten Weltmeistertitel für den damals erst 23-Jährigen.
Fernando Alonso schien dagegen in Südkorea auf dem besten Weg zum dritten WM-Titel in der Formel 1. Der Ferrari-Pilot aus Spanien gewann das nach starken Regenfällen erst verschobene und dann unterbrochene Chaos-Rennen, das Vettel bis zu seinem Defekt teilweise souverän angeführt hatte.
Im vergangenen Jahr lief es für Vettel deutlich besser. Der Red-Bull-Pilot stand bereits als alter und neuer Weltmeister fest, da feierte er in Yeongam seinen 10. Saisonsieg, seinen 20. Grand-Prix-Erfolg insgesamt. Red Bull sicherte sich den Konstrukteurstitel. Polesetter Lewis Hamilton und Vettels Teamkollege Mark Webber komplettierten das Podium.
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