Der italienische Traditionsrennstall steht im Fokus, aber auch am Pranger. Vettel wiederum ist die Aufregung um Ferrari nach dem Überholskandal von Hockenheim nicht unrecht. "Wir hatten bei uns schon viel Trubel in diesem Jahr, da ist es gut, mal nicht im Rampenlicht zu stehen", erklärte der 23-Jährige vor dem letzten Rennen vor der Sommerpause.
Die offensichtliche Stallorder hat den spanischen Ferrari-Piloten Fernando Alonso zwar zurück ins Titelrennen gebracht, doch die Scuderia muss nun eine harte Strafe des Weltverbands FIA fürchten und hat viele Sympathien verspielt. "Die Interessen des Teams gehen vor", betonte Ferrari-Chef Luca di Montezemolo trotz aller Empörung.
Ein schwerer Schlag auch für Felipe Massa, der nun zur Nummer zwei degradiert an seinen Schicksalsort Budapest zurückkehrt. Dort stand er vor einem Jahr nach einem Horror-Crash vor dem Karriere-Aus, ehe er sich mühsam zurückkämpfte - um nun von Ferrari eingebremst zu werden. "Die wichtigste Nachricht ist doch, dass wir wieder aufgeschlossen haben", befand Alonso ungerührt.
Der dubiose Erfolg in Hockenheim nach dem verdächtig einfachen Überholmanöver gegen Massa brachte den zweimaligen Weltmeister in der Gesamtwertung bis auf 34 Zähler an Spitzenreiter Lewis Hamilton (157 Punkte) heran. Damit hat auch Vettel, der mit 136 Zählern hinter Titelverteidiger Jenson Button (143) und seinem punktgleichen Teamkollegen Mark Webber rangiert, Alonso wieder im Rückspiegel. "Im Hinblick auf die Meisterschaft mache ich mir aber keine Sorgen", so Vettel.
Groß sind die Sorgen indes bei Mercedes. Für Michael Schumacher und Nico Rosberg ist der WM-Zug schon zur Saisonmitte abgefahren. Der launische Silberpfeil macht immer neue Probleme, zu oft funktionieren neuentwickelte Teile nicht wie gewünscht. "Wir müssen weiterhin ruhig bleiben, alle Details genau anschauen und unsere Leistung gut analysieren", mahnte Schumacher.
Für das Werksteam des schwäbischen Autobauers gilt es in den verbleibenden acht Rennen der Debütsaison, zumindest Platz vier in der Konstrukteurswertung und die damit verbundenen Millionen-Einnahmen zu sichern.
Auch in diesem Klassement liegt derzeit McLaren ganz vorn - nicht zuletzt dank der zuverlässigen Mercedes-Motoren. Doch Hamilton und Button werden zunehmend nervös, weil das Entwicklungstempo bei McLaren zuletzt ins Stocken geriet. "Wir sind nicht schnell genug, also müssen wir einen besseren Job machen", warnte Hamilton seine Ingenieure. Immerhin hat McLaren zuletzt dreimal hintereinander auf dem 4,381 Kilometer langen Hungaroring gewonnen, 2007 und 2009 siegte Hamilton.
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