Am Sonntag hatte sich Ferrari wegen des verdächtigen Überholvorgangs vor den Rennkommissaren rechtfertigen müssen. Diese hatten nach dem Rennen mitgeteilt, dass der Teammanager und der Teamchef der Scuderia sofort Bericht erstatten müssten. Das Team bestritt, dass es sich dabei um eine, seit 2002 verbotene, Stallorder gehandelt habe.
Das vierköpfige Gremium war aber überzeugt davon, dass der führende Felipe Massa seinen Teamkollegen Fernando Alonso vorbeigelassen und ihm damit den Sieg ermöglicht hatte. Dafür verhängten es 100.000 US-Dollar (77.500 Euro) Strafe gegen die Scuderia und verwies den Fall zudem für weitere Entscheidungen an das World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA.
Ein Termin für eine entsprechende Sitzung steht noch nicht fest. Das nächste turnusmäßige Treffen des World Council findet erst am 10. September statt. Es ist aber davon auszugehen, dass das Gremium schon früher zusammentritt. Möglicherweise wird noch in dieser Woche vor dem Großen Preis von Ungarn entschieden, wann sich Ferrari wegen der Überholaktion verantworten muss.
Angesichts der Urteilsgepflogenheiten des World Council in vergleichbaren Fällen ist davon auszugehen, dass Ferrari wesentlich stärker büßen muss. Dies könnte eine deutliche Aufstockung des Betrags sein, aber auch Punktabzug ist denkbar. "Es gibt keinen festgelegten Strafenkatalog", sagte eine FIA-Sprecherin am Montag der dpa.
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