Große Töne spuckt der schon immer zurückhaltende Schumacher auch nach seinem Comeback nicht. "Ob wir den Titel dann holen, ist eine andere Frage, wie immer im Sport. Aber unser gesamtes Team freut sich auf diese Herausforderung. Jeder ist extrem motiviert, genau wie ich", so der 41-Jährige. Ich habe immer ziemlich klar gesagt, dass wir nicht von Anfang an in der Lage sein müssen und wahrscheinlich sein werden, Siege einzufahren", sagte er: "Wichtig ist, in Schlagdistanz zur Spitze zu sein und die lange Saison dafür zu nutzen, am Ende vorn zu sein. Wichtig ist nicht der Anfang; wichtig ist das Ende. Ich glaube sicher, dass wir vorne mitkämpfen können."
Bei den Testfahrten war allerdings nicht alles glatt gelaufen, wie der Kerpener offen einräumte. "Es sieht aber wohl so aus, dass wir häufiger mit mehr Benzin an Bord unterwegs waren und wir daher doch ganz gut dastehen. Ich kann allerdings nicht wirklich einschätzen, wer bisher alle Karten ausgespielt hat. "Unser Auto war bei den Tests noch nicht komplett - etwas, was wir bewusst so geplant hatten. Wir wollten die zwei Wochen Entwicklungszeit zwischen dem letzten Test und Bahrain noch ausnutzen."
„Ich liebe diesen Kampf - genau deshalb bin ich zurückgekommen.“Michael Schumacher
Die Stuttgarter hatten im November das Weltmeisterteam von Ross Brawn übernommen und den Macher als Teamchef an Bord gehalten. "Die Jungs haben letztes Jahr beide Titel geholt, und jetzt, mit der Power von Mercedes an Bord, wollen sie das wiederholen. Wir alle wollen siegen", sagte Schumacher: "Die Saison ist lang, und der Kampf wird hart, keine Frage. Aber ich liebe diesen Kampf - genau deshalb bin ich zurückgekommen."
Ginge es übrigens nach seinem Manager Willi Weber, könnte Schumacher sich für einen erneuten Titelgewinn mehr Zeit nehmen als die angedachten drei Jahre. Er könne "noch bis 50 fahren. Es ist ja nicht die Frage des Titels, da hätte er auch nach dem dritten aufhören können. Es geht ihm um den Spaß, die Freude, das ist sein Leben, und das macht er so lange, bis er merkt, dass es nicht mehr geht", so Weber im Interview mit dem Tagesspiegel. Ob Schumacher gleich im ersten Jahr die Nase vorn hat, darauf wollte sich Weber nicht festlegen. "Rennen wird er mit Sicherheit gewinnen", glaubt Weber. "Ob es dann im ersten Jahr schon für den Titel reicht - da müssen wir uns überraschen lassen. Aber ich gehe davon aus, dass er es dann im zweiten Jahr packen müsste."
Allerdings wäre da noch die Konkurrenz im eigenen Haus. Schumis Teamkollege Nico Rosberg ist schließlich auch kein Namenloser. "Das Erste, was ein Rennfahrer versucht, ist, seinen Teamkollegen in den Griff zu kriegen. Das wird vielleicht die ersten zwei oder drei Rennen schwierig. Aber sobald er wieder alles so hat, wie er es gerne hätte, sehe ich eigentlich nicht, wieso er ihn nicht schlagen sollte. Könnte. Kann. Muss", glaubt Weber.
Zugegeben: Größere Konkurrenz droht in deutscher Hinsicht von anderer Seite - und zwar in Person von Sebastian Vettel. Als siebenmaligen Weltmeister traue man Schumacher natürlich viel zu, "aber man muss auch abwarten, wie konkurrenzfähig sein Auto ist", so der Fahrer von Red Bull. Von einem Generationenkampf will der Heppenheimer aber nichts wissen. "Das hat eigentlich nichts mit dem Alter zu tun, auf der Strecke ist jeder ein Konkurrent, den man schlagen will", so der 22-Jährige, der seinem Rennwagen übrigens den Namen "Luscious Liz" (Leckere Liz) verpasste.
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