Formel-1-Rekordweltmeister Schumacher, insgesamt 14 Jahre (1996 - 2009) als Fahrer und später als Berater in Diensten der Scuderia, gibt in dieser Saison bei Mercedes sein Comeback als Fahrer und hat die WM-Krone als Ziel genannt. Doch die Scuderia Ferrari will Schumacher das Comeback in der Formel 1 mit aller Macht verderben.
Schlanker und aggressiver sieht die neue "Rote Göttin" aus. Das berühmte Ferrari-Rot wird vorne und hinten von weißen Elementen abgerundet. "Das rote Auto soll in dieser Saison immer vorne fahren", sagte der brasilianische Fahrer Felipe Massa. Und der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso, mit großen Hoffnungen von Renault verpflichtet, fügte hinzu: "Wir sind bereit für die große Herausforderung. Wir wollen dieses Auto zum Sieg fahren, damit die Ferrari-Fans überall auf der Welt stolz sind."
Dafür wird der Spanier vor allem den Kampf mit der lebenden Ferrari-Legende Schumacher aufnehmen müssen. Der 41-Jährige, der fünf seiner sieben Titel mit Ferrari gewann, fühlt weiter große Zuneigung für Ferrari: "Ein Teil meines Herzens bleibt immer rot." Doch seine alte Liebe könnte 2010 einer seiner härtesten Konkurrenten im Kampf um den angestrebten WM-Titel werden.
Die Probleme mit der Aerodynamik, 2009 das größte Manko bei Ferrari, sollen ausgemerzt sein. Dabei hat sich Ferrari, das einzige Team, das seit 1950 ununterbrochen in der WM fährt, vor allem am Red-Bull-Team mit dem deutschen Vize-Weltmeister Sebastian Vettel orientiert. So ist die Oberkante des Cockpits höher als bisher. Zudem hat der neue Bolide wie der Red Bull 2009 eine Mulde in der Nase.
Ansonsten setzt Ferrari im Kampf gegen Schumacher vor allem auf dessen Angstgegner Alonso, der den Kerpener 2005 und 2006 bezwang und ihn so in die vorübergehende Rente schickte. "Als Michael weggegangen ist, fehlte etwas in der Formel 1. Und mir fehlte die Motivation, meinen größten Rivalen zu schlagen", sagte der Spanier und plant nach drei enttäuschenden Jahren den nächsten Coup gegen den Rekord-Champion.
Sein Kollege Massa kämpft erst einmal gegen die bösen Geister seines tragischen und fast tödlichen Unfalls am 25. Juli 2009 in Budapest. Schumacher bezeichnet ihn als "meinen kleinen Bruder", Massa sieht in dem Deutschen einen "sehr wichtigen Freund". Doch der Brasilianer, 2006 Schumachers Teamkollege, versichert auch: "Im Rennen ist Michael ein Rivale, den es zu schlagen gilt."
Ferrari ist auf Wiedergutmachung aus. Im ersten Halbjahr 2009 wurde der damalige Team-Weltmeister vom späteren Champion Jenson Button und dem Brawn-Team (heute Mercedes) wie alle Spitzenteams gedemüdigt. Die sich abzeichnende Aufholjagd in der zweiten Hälfte wurde von Massas schwerem Unfall und der Lustlosigkeit des am Saisonende geschassten Kimi Räikkönen gebremst.
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