"Nach drei Jahren Pause habe ich all die Energie wieder, die mir damals gefehlt hat", sagte Schumacher, der einen Vertrag am Vorabend unterschrieben hatte: "Der Nacken ist kein Problem mehr. Im Sommer war es noch zu nah am Unfall dran, jetzt ist alles ausgeheilt." Erstaunlich ist, dass Michael Schumacher nicht nur für eine Saison in die "Königsklasse" zurückkehrt. "Wir planen für drei Jahre", sagte der fast 41-Jährige am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz.
Schumacher soll Medienberichten zufolge für sein Comeback beim Nachfolger von Konstrukteurs-Weltmeister BrawnGP rund sieben Millionen Euro erhalten. Er wird Teamkollege des bereits vorher von Mercedes verpflichteten Nico Rosberg (Wiesbaden).
„Ich fühle mich gerade wie ein 12-Jähriger, der durch die Gegend hüpft wie ein kleiner Junge.“Michael Schumacher am Mittwoch zu seinem Comeback in der F1.
Seine Vorfreude auf die Rückkehr scheint riesengroß - "und ich freue mich ungemein, ihn mit so alten Freunden wie Ross Brawn und den alten Weggefährten von Mercedes angehen zu können". Dabei schreckt er keinesfalls vor den zum Teil 20 Jahre jüngeren Rivalen zurück: "Mein Ziel wird natürlich sein, am Ende oben auf dem Treppchen zu stehen."
Die drei Jahre Abstinenz hätten ihm zudem "alle Energie zurückgegeben", so Schumacher. Die Konkurrenten können sich also warm anziehen. "Es ist die beste Wahl", sagte sein alter und neuer Teamchef Ross Brawn, während Teamkollege Rosberg es als "eine große Herausforderung" bezeichnete, "gegen einen der besten Fahrer aller Zeiten anzutreten".
Beim Saisonauftakt am 14. März 2010 in Bahrain wird Schumacher nun 1239 Tage nach seinem bislang letzten Rennen in Sao Paulo erstmals wieder um WM-Punkte kämpfen. Nach seinen ersten WM-Titeln 1994 und 1995 für Benetton holte Schumacher von 2000 bis 2004 fünf weitere WM-Kronen. An seiner Seite als Technischer Direktor war bei allen Titeln der künftige Mercedes-Teamchef Ross Brawn.
Ob sich Schumacher einem Fitness-Test unterzogen hat, ist noch nicht bekannt. Das Comeback im August war an den Nachwirkungen eines schweren Motorrad-Unfalls gescheitert. Der Kerpener hatte aber eine Rückkehr in die Formel 1 zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.
Bereits im Januar soll Schumacher das diesjährige Auto testen. Mercedes arbeite derzeit an einer entsprechenden Sondergenehmigung. Ob der 40-Jährige in der Saison 2010 um seinen achten WM-Titel wetteifern wird? In einem Interview mit dem "kicker" hatte sich Niki Lauda, der selbst nach einem Comeback noch einmal Weltmeister wurde, überzeugt gezeigt: "Er fährt nur, wenn er ohne Risiko, ohne jede Einschränkung, Gas geben kann." Und: "Wenn er wieder fährt, ist er schnell drin und sofort konkurrenzfähig."
Nicht ganz so überzeugt zeigten sich immerhin 45,8 Prozent der in einer repräsentativen Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID) durch das Dortmunder Meinungsforschungsinstitut promit unter 1204 befragten Deutschen. Sie gaben an, dass der siebenmalige Weltmeister für sie keine Bereicherung in der Formel-1-Saison 2010 ist. Gerade einmal 52 Prozent haben ein mögliches Comeback begrüßt. Im Gegensatz hierzu hatten die kicker-User sich in einer Blitzumfrage für eine Rückkehr des Kerpeners ausgesprochen. Interessant ist nun vor allem auch: Holt Schumi einen achten WM-Titel?
Seine Ehefrau hat den Plänen ihres Gatten jedenfalls keinen Riegel vorgeschoben. "Ich finde es klasse, dass Corinna meine Leidenschaft versteht und mir volle Rückendeckung dabei gibt. Als ich ihr davon erzählte, hat sie sofort gespürt, dass mir ernst dabei ist, und direkt ihre Zustimmung gegeben. Um es kurz zu machen: Ich bin total heiß auf das kommende Jahr."
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