Seit seinem Debüt im März 2007 beim GP von Australien fuhr Adrian Sutil der Meute meist nur chancenlos hinterher, doch im Saisonendspurt 2009 ist plötzlich alles ganz anders. "Es ist ein gutes Gefühl, endlich dort anzukommen, wo man immer sein wollte", schwärmte der 26-jährige Gräfelfinger gegenüber der dpa. Mit seinem Force-India-Team, lange Zeit deutlich unterlegenes Schlusslicht der Königsklasse, hat er im Spätsommer gewaltig zum Überholvorgang angesetzt.
Der Oberbayer weiß, wie flüchtig das Glück in der PS-Branche ist. "Wir dürfen jetzt auch nicht abheben und träumen", warnte Sutil. Platz vier zuletzt in Monza war das beste Ergebnis seiner Formel-1-Laufbahn, nachdem er zuvor in 47 Grand Prix nur ein mageres Pünktchen ergattert hatte - 2007 im Regenchaos von Japan für das Spyker-Team.
"Er war der größte Pech-Magnet dieses Sports", kündigt ihn das Programmheft für den Großen Preis von Singapur am Sonntag (LIVE!-Ticker ab 14 Uhr) mitfühlend an. Erinnert sei nur an Monaco 2008, als er an vierter Stelle liegend von Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen abgeschossen wurde.
"Die Ungeduld in mir wuchs schon in den letzten Rennen. Aber ich wusste auch, dass ich auf meine Chance warten muss und ruhig bleiben muss. Mit Gewalt geht es nicht", erklärte der hochtalentierte Pianist.
„Nach dem Wechsel von Giancarlo werde ich sicherlich mehr und mehr eine Führungsrolle einnehmen.“Force-India-Pilot Adrian Sutil
"Nachdem ich schon einige Chancen hatte, Punkte mitzunehmen, wurde es Zeit, es zu Ende zu bringen und ein gutes Ergebnis zu liefern", blickt Sutil auf Monza zurück. Zugleich bekräftigte der Sohn eines Uruguayers damit auch seine Ansprüche auf mehr Einfluss bei seinem Team, zumal Routinier Giancarlo Fisichella den Rennstall in Richtung Ferrari verlassen hat. "Nach dem Wechsel von Giancarlo werde ich sicherlich mehr und mehr eine Führungsrolle einnehmen", meinte Sutil.
Doch wie geht es 2010 weiter? Die letzten Wochen der Saison sollen dem Kumpel des entthronten Weltmeisters Lewis Hamilton auch den Weg in die Zukunft weisen. "Mit Force India reden wir zuerst", sagte Sutil über seine Optionen für 2010. Doch auf Dauer will Sutil mehr. "Mein Ziel ist es, mittelfristig in ein Werksteam zu wechseln und damit einen nächsten Schritt zu machen."
Der Dauerfrust ist neuer Freude am Fahren gewichen. "Das Team macht einen super Job und alle sind hoch motiviert. Jedes Update hat funktioniert", lobte Sutil.
Wie auch WM-Spitzenreiter Brawn GP profitiert Force India vom starken Triebwerk des Motorenpartners Mercedes. Doch Sutil treibt seine Mannen weiter vorwärts, für Singapur wurde der VJM02 noch einmal weiter entwickelt.
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