Beim Nachtrennen in dem Stadtstaat, das zuletzt mit dem inszenierten Unfall des Renault-Piloten Nelson Piquet jr. groß in den Schlagzeilen war, soll endlich wieder der Sport im Mittelpunkt stehen.
Sebastian Vettel hat den Kampf um die WM trotz des Rückschlags von Monza noch nicht aufgegeben. "Ich hoffe noch", sagt der 22-jährige Red-Bull-Pilot trotz der 26 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button. Bei nur noch 40 zu vergebenden Zählern ist es eigentlich ein aussichtsloses Unterfangen, doch Vettel gibt sich nicht geschlagen. "Das Ziel ist die Maximalpunktzahl. Dann sehen wir weiter, wohin uns das noch führt", sagt Vettel, der seinen achten Platz vom Großen Preis von Italien abgehakt hat: "Monza scheint nicht unsere beste Strecke zu sein, auch wenn ich dort im Vorjahr einen fantastischen Moment erlebt habe." 2008 avancierte Vettel im Toro Rosso völlig überraschend zum jüngsten Grand-Prix-Sieger aller Zeiten.
Diesmal musste Vettel mitansehen, wie Button mit Platz zwei hinter seinem brasilianischen Brawn-Kollegen Rubens Barrichello eine längere Durststrecke eindrucksvoll beendete. Sollte Button (80 Punkte) am Sonntag vier Punkte mehr holen als Vettel (54), wäre der WM-Traum des Heppenheimers für dieses Jahr endgültig geplatzt.
Doch daran will der Red-Bull-Pilot, der auf einen Fortschritt durch ein paar Verbesserungen an seinem Boliden hofft, noch nicht denken. "Ich weiß, dass es bei meinem Rückstand nicht einfach wird, aber wir werden sehen. Die vorderen Vier haben alle eine Chance", sagt er und meint damit neben sich und Button auch Barrichello (66) und seinen eigenen Teamkollegen Mark Webber (Australien/51,5): "Für manche ist die Chance kleiner, für manche größer."
Der Brite Button hat Vettel jedenfalls noch lange nicht abgeschrieben, im Gegenteil. "Ich fürchte Sebastian mehr als Rubens", sagt der Brawn-Pilot: "Red Bull darf man nie abschreiben. Bei denen weiß man nie, ob sie nicht noch einmal extrem konkurrenzfähig zurückkommen und ich vielleicht noch einmal richtig Pech habe."
Den 38-jährigen Rekord-Pilot Barrichello (281 Grand Prix), der in Monza den zweiten Saisonsieg nach Valencia feierte und bei 14 Zählern Rückstand noch vom WM-Titel träumt, könne er dagegen besser einschätzen, sagt Button. "Bei ihm weiß ich: Wir haben das gleiche Auto, bekommen in Singapur das gleiche Aerodynamik-Update, tauschen uns über die Abstimmung des Autos aus und haben damit die gleichen Voraussetzungen. Ich weiß genau, in welchen Situationen er gut ist und in welchen nicht", sagt der WM-Spitzenreiter: "Ich will damit nicht sagen, dass ich ihn als Konkurrenten nicht ernst nehme. Aber er ist berechenbarer."
Seinen Podiumsplatz vom Vorjahr, als er hinter dem von Renault durch den absichtlichen Unfall von Nelson Piquet jr. nach vorne gespülten Spanier Fernando Alonso Zweiter wurde, würde Nico Rosberg ("Der Sieg gehört mir") gerne wiederholen. Nachdem der Williams-Pilot zuvor achtmal in Folge in die Punkte gefahren war, ging er in Monza leer aus. Da in Singapur aber wieder viel Abtrieb gefordert ist, "sollte die Strecke unserem Wagen gut passen".
Mit breiter Brust ist auch Adrian Sutil nach Asien gereist. Nach Platz vier in Monza hofft der Force-India-Pilot, durch "unser letztes Update", das weitere 0,3 Sekunden pro Runde bringen soll, "nochmal ein Stückchen weiter nach vorne" zu kommen.
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