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10.09.2009, 16:33

FIA prüft Manipulationsvorwürfe

Briatore bestreitet Vorwürfe

Hat Renault gemogelt oder nicht? Medienberichten zufolge soll der beim französischen Formel-1-Team inzwischen entlassene Pilot Nelson Piquet Jr. dem Automobilverband FIA bestätigt haben, dass er auf Anweisung der Teamleitung beim Großen Preis von Singapur im vergangenen Jahr absichtlich einen Unfall verursacht habe. Die FIA hat für den 21. September eine Anhörung des Motorsport-Weltrats in Paris einberufen, um die schweren Anschuldigungen zu prüfen.

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Sieht sich als Opfer einer Erpressung: Flavio Briatore.
Sieht sich als Opfer einer Erpressung: Flavio Briatore.
© picture-alliance Zoomansicht

Die Londoner Tageszeitung "The Times" und das Fachmagazin "Autosport" auf seiner Internetseite berichten über entsprechende Angaben von Piquet Jr. Von dem angeblich inszenierten Crash hatte Piquets damaliger Renault-Teamgefährte Fernando Alonso profitiert und war danach zum Sieg gefahren. Der zweimalige Weltmeister selbst soll aber nicht in die Verschwörung eingeweiht gewesen sein. "Das kommt überraschend für mich. Ich kommentiere das nicht", sagte der Spanier am Donnerstag in Monza. Renault-Teamchef Flavio Briatore bestritt die Vorwürfe. Er sei das Opfer einer "Erpressung", so der Italiener.

Am Donnerstag tauchten pikante Details aus den bisherigen Ermittlungen der FIA auf. Bei einem Treffen mit Piquet und Renault-Teamchef Flavio Briatore soll Chefingenieur Pat Symonds den Rennfahrer vor dem Nachtrennen in Singapur aufgefordert haben, in Runde 13 oder 14 einen Unfall in einer bestimmten Kurve zu verursachen. An dieser Stelle konnte das Auto nicht schnell von der Piste entfernt werden, eine Safety-Car-Phase war unvermeidbar. So konnte Alonso, der früher als alle seine Rivalen nachgetankt hatte, ungehindert an die Spitze fahren, weil alle anderen Piloten während der Safety-Car-Phase an die Box mussten. Symonds erklärte den Medienberichten zufolge, dass Piquet selbst bei dem Treffen die Idee eines absichtlichen Unfalls vorgebracht hätte. Weder Alonso noch die Renault-Renningenieure sollen dem ersten Untersuchungsbericht zufolge in die Manipulationspläne eingeweiht gewesen sein.

GP von Singapur 2008

Sollte die FIA Renault für schuldig befinden, droht dem Team neben einer hohen Geldbuße auch der Ausschluss aus der WM. Für diesen Fall wird befürchtet, dass sich der französische Autobauer komplett aus der Formel 1 zurückzieht.

Unter den Fahrern wurden die Vorwürfe vor dem Großen Preis von Italien heiß diskutiert. Rosberg, der selber nicht an einer Verschwörung glaubt, hält gleichwohl einen perfekt inszenierten Unfall, ohne sich dabei zu verletzen, für mögich: "Das kriegt man schon hin, in die Mauer zu fahren, ohne dass einem etwas passiert." Gleiches sagt auch Nick Heidfeld und fügt hinzu: "Wir haben damals direkt nach dem Rennen intern gesagt, dass das etwas komisch aussah." BrawnGP-Pilot Rubens Barrichello sagte: "Wenn das so wäre, wäre das sehr traurig." Jarno Trulli (Italien) plädierte dafür erst abzuwarten, "was bei der anstehenden Untersuchung herauskommt".

10.09.09
 
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