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29.07.2009, 11:51

Sportlich schwaches Abschneiden gab den Ausschlag

Kurswechsel bei BMW: Ausstieg aus Formel 1 beschlossen

BMW wird nach der Saison aus der Formel 1 aussteigen. Dies gab der Automobilhersteller, der im März 2006 in Bahrain mit dem werkseigenen BMW-Sauber-Team Premiere gefeiert hatte, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in München bekannt.

Formel 1, BMW, hier Motorsportdirektor Mario Theissen, steigt nach dieser Saison aus der Formel 1 aus
Das Ende in der Vollgas-Branche: BMW, hier Motorsportdirektor Mario Theissen, steigt nach dieser Saison aus der Formel 1 aus
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"Wir haben gestern im Vorstand entschieden, wir richten unser Motorsport-Engagement neu aus. Die BMW-Group wird ihr Engagement in der Formel 1 mit Ablauf der Saison 2009 beenden", sagte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer am Mittwoch in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im BMW-Hochhaus in München. "Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Ausrichtung des gesamten Unternehmens entspricht unser Engagement in der Formel 1 nicht mehr unserer Hauptzielrichtung", erklärte er im Beisein von Motorsportdirektor und BMW-Sauber-Teamchef Mario Theissen. "Aus Sicht des Unternehmens kann ich diese Entscheidung nachvollziehen", erklärte Theissen.

"Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Ausrichtung des gesamten Unternehmens entspricht unser Engagement in der Formel 1 nicht mehr unserer Hauptzielrichtung."Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer

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Grund für den Ausstieg ist ein interner Strategiewechsel. Die Erfolglosigkeit in dieser Saison, in der BMW eigentlich um den Titel fahren wollte, soll den Ausschlag für die Entscheidung des Vorstandes gegeben haben. Nach 10 von 17 Rennen ist BMW-Sauber Achter in der Konstrukteurswertung, die Piloten Nick Heidfeld aus Mönchengladbach und Robert Kubica aus Polen liegen auf den Rängen 13 und 15. Die Marke will sich aber nicht ganz aus dem Motorsport zurückziehen, sondern lediglich aus der kostenintensiven Formel 1.

In welchem Umfang es zu einem Stellenabbau in München oder Hinwil kommt, stehe derzeit noch nicht fest. "Da wir diese Entscheidung erst gestern getroffen haben, können wir noch nichts Genaueres mitteilen. Wir werden verschiedene Szenarien erarbeiten und bewerten und uns bemühen, für die Mitarbeiter am Standort Hinwil und die in das Formel-1-Projekt eingebundenen Beschäftigten in München Lösungen zu finden", so Entwicklungsvorstand Klaus Draeger.

Toyota bleibt in der Vollgas-Branche

Video zum Thema
Hintergrundreport- 29.07., 16:51 Uhr
BMW schockt Formel 1
BMW sorgte am Mittwoch für einen Paukenschlag. Zum Ende der Saison 2009 beenden die Münchner Autobauer ihr Engagement in der Königsklasse des Rennsports.
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Entgegen anderslautender Medienberichte bleibt der Toyota-Rennstall von Timo Glock bleibt der Formel 1 treu. Am Mittwoch habe das in Köln-Marsdorf ansässige Team die Zusage aus Japan erhalten, erklärte Teamsprecherin Fernanda Villas-Bôas de Mello dpa. Seit langem war spekuliert worden, dass nach Honda auch der zweite japanische Automobilhersteller die Königsklasse aus finanziellen Gründen verlassen könnte. Durch Kostenreduzierungen werde man das Formel-1-Engagement beibehalten, hieß es nun in dem Schreiben aus der Toyota-Zentrale, das bei allen Beteiligten für Aufatmen sorgte. Toyota war 2002 in die Formel 1 eingestiegen.

Concorde Agreement als Dorn im Auge

Dass BMW die Entscheidung nun bekanntgeben wird, dürfte auch mit dem neuen Concorde Agreement, der Verfassung in der Formel 1, zusammenhängen, mit deren Unterzeichnung noch in dieser Woche gerechnet wird. Darin sollen sich die Teams unter anderem auch für die kommenden Jahre bis 2012 zur Formel 1 bekennen.

Seine größten Erfolge feierte BMW-Sauber, das bislang auf 63 Grand-Prix-Starts kommt, mit dem Premierensieg Kubicas im Juni 2008 im kanadischen Montréal. 2007 war das Team Zweiter in der Konstrukteurswertung geworden, allerdings begünstigt durch die damalige Disqualifikation von McLaren-Mercedes wegen der Spionage-Affäre.

Der derzeit um den WM-Titel kämpfende Sebastian Vettel feierte in einem BMW-Sauber 2007 seine Formel-1-Premiere, nachdem Kubica einen Unfall in Montréal gehabt hatte. 2005 hatte BMW die Übernahme des damaligen Schweizer Sauber-Teams bekanntgegeben. Zuvor war der Automobilhersteller von 2000 an Motorenlieferant für Williams. Der Rennstall hatte den ehrgeizigen Plan, binnen weniger Jahre an die Weltspitze zu fahren, kontinuierlich umsetzen können.

Heidfeld und Kubica stehen auf der Straße

Formel 1: Nick Heidfeld und Robert Kubica müssen sich nach neuen Cockpits umsehen.
Nick Heidfeld und Robert Kubica müssen sich nach neuen Cockpits umsehen.
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Vor der laufenden Saison war BMW-Sauber als ernsthafter Titelkandidat gehandelt worden, so war auch das Ziel im vierten Jahr. Mit dem neuen Wagen blieben die Weiß-Blauen allerdings deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Offen ist damit vorerst, was mit den beiden Stammpiloten Heidfeld und Kubica passiert. Beide müssen sich nun nach einem neuen Arbeitgeber umschauen.

Der Ausstieg betrifft offenbar nicht das Engagement von BMW unter anderem in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft.

29.07.09
 
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