Laut Williams sei der Ausschluss nur vorläufig, der Traditionsrennstall ist aber erstmal isoliert im Machtpoker der Formel 1. "Auch wenn die FOTA-Entscheidung bedauerlich ist, so ist sie doch nachvollziehbar", sagte Frank Williams nach dem Rauswurf. Man sei ein Rennteam, dessen einziges Geschäft die Formel 1 sei, meinte der Teamchef weiter und bat um Verständnis: "Wir haben schließlich Verpflichtungen gegenüber Partnern und Angestellten. Daher stand unsere Nennung für die kommende Saison außer Frage."
Im seit Monaten andauernden Streit mit dem Automobil-Weltverband FIA um eine geplante Budgetgrenze für 2010 hatten Ferrari, BMW, Toyota, Renault und Red Bull mit dem Ausstieg aus der Königsklasse gedroht. Diese Teams wollen ohne eine Einigung mit der FIA die noch bis zum 29. Mai laufende offizielle Einschreibefrist verstreichen lassen. Sogar eine "Piratenserie" als Konkurrenz zur FIA-Serie hatten die Hersteller als letzte Konsequenz nicht ausgeschlossen.
Williams hatte am Mittwoch zunächst noch an einem weiteren FOTA-Meeting am Londoner Flughafen Heathrow teilnehmen dürfen. Doch anscheinend wurde im Rahmen der Besprechung Kritik am Verhalten des Briten laut. Als Konsequenz verweigerte man Williams die Teilnahme an den weiteren Verhandlungen. Die Teams um den Rebellenführer Ferrari erhoffen sich nach einem Einlenken von FIA-Präsident Max Mosley einen Kompromiss und letztlich eine Einigung bezüglich des Regelwerkes für 2010.
"Wir haben einen Vertrag mit der FOM und der FIA, dass wir bis Ende 2012 an der Formel 1 teilnehmen werden", sagte Williams und rechtfertige damit sein Vorpreschen, das offenbar ohne vorherige Absprache mit der FOTA erfolgte. Welche Auswirkungen dieser Ausschluss auf die FOTA haben wird, ist derzeit noch nicht abzuschätzen.
Die eigene Einschreibung will Williams aber nicht als Abrücken von der gemeinsamen Linie der FOTA gewertet wissen. "Die Einigkeit der FOTA ist für Williams von überragender Bedeutung", hatte zuvor Williams-Geschäftsführer Adam Parr gesagt. So habe man sich Sonntag vor dem Rennen in Monaco den anderen Teams bei einem Schreiben an die FIA angeschlossen, in dem weitere Bemühungen gefordert werden, einen Kompromiss im Regelstreit für 2010 zu finden.
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