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25.10.2008, 13:32

Japaner liebäugeln mit Le Mans

Toyota droht mit Rückzug

Sollte die FIA einen Einheitsmotor für alle Teams einführen, überlegt Toyota ernsthaft den Ausstieg aus der Königsklasse. Der japanische Hersteller will stattdessen künftig beim berühmten 24-Stunden-Rennen von Le Mans an den Start gehen. Die Japaner wollen in diesem Falle das hohe Budget für die "Königsklasse des Motorsports" von 2011 an für den Langstrecken-Klassiker investieren.

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Bald schon Geschichte? Toyota-Rennleiter Tadashi Yamashina mit Timo Glock (li.) in der F1.
Bald schon Geschichte? Toyota-Rennleiter Tadashi Yamashina mit Timo Glock (li.) in der F1.
© imago Zoomansicht

"Wenn in der Formel 1 der Einheitsmotor kommt, steigen wir sicher aus", sagte Toyota-Rennleiter Tadashi Yamashina dem Fachmagazin "auto, motor und sport" (Online-Ausgabe). Timo Glocks Arbeitgeber denkt also ernsthaft darüber nach, das hohe Budget für die F1 von 2011 an für eine Rückkehr in die Le-Mans-Serie zu verwenden. "Unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen ist es unwahrscheinlich, dass wir Formel 1 und Le Mans parallel machen. Es läuft auf ein Entweder-Oder hinaus", zitierte "ams" Yamashina.

Der Toyota-Rennleiter betont sein Faible für den Klassiker in Frankreich: "Wir würden gerne nach Le Mans gehen." Die endgültige Entscheidung für Le Mans hänge am Budget. Negativ auswirken auf die Formel-1-Präsenz des bislang weit unter ihren Ansprüchen geblieben Toyota-Teams, für das vor Glock auch Ralf Schumacher gefahren war, könnte sich eine Einführung eines standardisierten Antriebs.

Allerdings zeichnet sich nach einem Treffen von Vertretern der Teamvereinigung FOTA mit dem FIA-Präsidenten Max Mosley ab, dass andere Lösungen zur deutlichen Kostenreduzierung in der sündhaft teuren Formel 1 gefunden werden. Medienberichten zufolge einigten sich Mosley sowie Luca di von Montezemolo von Ferrari und auch John Howett von Toyota bei einem Treffen am vergangenen Dienstag in Genf darauf, dass Motoren statt zwei von 2009 an drei Rennen halten müssen. Zudem sollen die Motorenbauer den unabhängigen Teams 25 Motoren-Einheiten zum Preis von zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen. Gegen einen Einheitsmotor hatten sich neben Toyota auch andere Hersteller, darunter Mercedes und BMW, klar ausgesprochen.

Toyota stieg 2002 in die Formel 1 ein. Seitdem warten die ehrgeizigen Japaner auf ihren ersten Sieg. Dem in Köln-Marsdorf beheimateten Rennstall sollen angeblich rund 370 Millionen Euro Budget zur Verfügung stehen.

Vor dem Saisonfinale am 2. November mit dem Großen Preis von Brasilien rangieren die Japaner in der Konstrukteurswertung mit 52 Punkten auf dem fünften Rang. Der Wersauer Glock ist in der Fahrerwertung Zehnter (22), Teamkollege Jarno Trulli aus Italien mit 30 Punkten einen Rang besser notiert.

25.10.08
 
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