Spektakuläres Nachtrennen an der Marina Bay

Singapur im Rampenlicht

Formel 1 - 12.09. 11:55

Am kommenden Sonntag findet auf dem Marina Bay Street Circuit in Singapur zum elften Mal das spektakuläre Formel-1-Nachtrennen statt. Die Piloten stehen nicht nur im Rampenlicht, sondern fahren im gleißenden Scheinwerferlicht beim großen Abenteuer in Fernost. Für die deutschen Fans bleibt alles beim Alten: Die Startampel erlischt um 14.10 Uhr MESZ.

Singapur bei Nacht: Der Marina Bay Street Circuit in gleißendes Licht getaucht. © Getty Images

Auch diesmal gilt in Fernost: Die Boliden heulen erst nach Sonnenuntergang auf. Die lokale Startzeit in Singapur ist 20.10 Uhr, durch den sechsstündigen Zeitunterschied ändert sich für Europas Formel-1-Fans jedoch fast nichts, das Rennen startet für sie um 14.10 Uhr MESZ.

Wieder ein Stadtkurs

Singapur ist ein weiterer Stadtkurs wie auch Monaco, die Strecke verlangt von den Piloten höchste Konzentration. Verschnaufpausen gibt es keine.

"Der Marina Bay Circuit", sagt der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel, "das heißt vor allem: Kurven, Kurven, Kurven. Eigentlich beginnt aber erst ab Kurve 9 der wahre Singapur-Charakter mit Geraden, Schikanen, Spitzkehren und einer Art Fußball-Stadion, in dem man unter der Tribüne durchfährt."

Vettel hat zudem erkannt: "Das Auto will die ganze Zeit ausbrechen, man muss enorm aktiv sein am Lenkrad."

Der Marina Bay Street Circuit in Singapur © kicker

Nicht einzigartig, aber immer noch selten ist die Fahrtrichtung gegen den Uhrzeigersinn, wie man sie sonst auch in Abu Dhabi und Sao Paulo findet. 61-mal müssen die Piloten den 5,065 km langen Kurs umrunden.

Auch für das Rennen auf dem "Marina Bay Circuit" werden die Formel-1-Boliden nicht mit Scheinwerfern ausgestattet. Für die ausreichende Ausleuchtung der Piste sorgen zahllose Lichtprojektoren, die von diversen einzeln abgesicherten Stromgeneratoren angetrieben werden.

So soll auch der GAU eines Stromausfalls ohne Auswirkungen bleiben. Immerhin erreichen die Rennwagen Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h. Die langsamste Kurve wird mit circa 80 bis 90 km/h durchfahren. Damit ist Singapur im Gegensatz zu Monaco ein schneller Stadtkurs. Die engste Stelle ist zehn Meter breit, was der Maximalbreite im Fürstentum entspricht.

Höchst-Leistung: Rund 1600 Licht-Projektoren mit je 2000 Watt werden installiert. © picture alliance

Jeder der nur vier Meter voneinander installierten Scheinwerfer besitzt eine Leistung von 2000 Watt. Der Gesamtstrombedarf liegt bei über drei Millionen Watt. Allein der Aufbau der Lichtanlage rund um die 80 000 Zuschauer fassende Strecke dauert Wochen.

Blendfrei durch die Nacht

Natürlich dürfen die Fahrer nicht geblendet werden, wofür ein ausgeklügeltes System sorgt. Doch auch die Fernsehkameras sind dafür empfindlich. Daher sind alle Scheinwerfer auf einer Seite der Strecke montiert, auf derselben wie die Objektive der TV-Anstalten.

Rekorde

Die Geschichte des Singapur-Grand-Prix ist noch jung. Im vergangenen Jahr verbesserte Mercedes-Pilot Lewis Hamilton den Streckenrekord. Der Brite brauchte 1:45,008 Minuten für den schnellsten Umlauf, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 173,643 km/h entspricht.

Von den bisherigen zehn Rennen im Stadtstaat entschied Fernando Alonso zwei für sich, 2008 und 2010. Sein Premierenerfolg wurde allerdings vom sogenannten Crashgate überschattet - sein damaliger Renault-Stallrivale Nelson Piquet Junior hatte auf Geheiß von Verantwortlichen des Rennstalls einen Unfall verursacht. 2009, 2015 und 2017 trug sich Lewis Hamilton in die Siegerliste ein. 2011, 2012, 2013 und 2015 hieß der Sieger Sebastian Vettel, der Ferrari-Pilot ist damit Rekordsieger in Singapur.

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