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05.09.2011, 18:45

Der 13. WM-Lauf: Der Grand Prix von Italien

High-Speed in Monza

Der 13. Grand Prix der Formel-1-Saison 2011 wird am Sonntag, den 11. September 2011, um 14 Uhr (LIVE!-Ticker bei kicker online ab 13.45 Uhr) in Italien auf dem Kurs "Autodromo Nazionale di Monza" gestartet. Nirgendwo ist Höchstgeschwindigkeit so wichtig wie beim Heimspiel von Ferrari in Monza. Im vergangenen Jahr triumphierte Ferrari-Pilot Fernando Alonso.

Ferrari-Heimspiel: Beim Großen Preis von Italien regiert nur eine Farbe: Rosso!
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© dpaZoomansicht

Historischer Rückblick

Die Rennanfänge datieren in Monza aus dem Jahr 1922. Die Initialzündung zur Errichtung einer permanenten Rennstrecke war das 25-jährige Jubiläum des Automobil-Klubs von Mailand. Zudem hatte man seit einem Jahr Ausschau nach einem geeigneten Terrain für eine Strecke gehalten, nachdem im Jahr 1921 der erste Grand Prix von Italien in der Nähe von Brescia ausgetragen worden war. Die ursprüngliche Länge des Kurses belief sich auf 14 Kilometer, wurde dann aber auf zehn Kilometer reduziert.

Monza war schon in seiner Anfangszeit auch Schauplatz von Tragödien. Im Jahr 1928 ereignete sich der erste größere Unfall, als der Rennfahrer Emilio Materassi und 27 Zuschauer ums Leben kamen.

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Am 5. September 2010 jährte sich zudem der Tod Jochen Rindts zum 40. Mal. Beim Training zum Großen Preis von Italien in Monza verunglückte der in Mainz geborene und in Österreich aufgewachsene Rindt am 5. September 1970 tödlich. Bei seinem Lotus-Ford brach die rechte vordere Bremswelle, der Wagen krachte links in die Leitplanken. Rindt wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert, wo die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen konnten. Rindt ist der bisher einzige F1-Pilot, der posthum Weltmeister wurde.

Bilder zum 40. Todestag
Erinnerung an Jochen Rindt
Jochen Rindt (re.) steht 1966 hinter seinem Cooper 81-Maserati an der Box beim Großen Preis von Italien in Monza. Ein junger Ron Dennis (li.) hebt die Nase des Rennwagens hoch.
Monza 1966

Jochen Rindt (re.) steht 1966 hinter seinem Cooper 81-Maserati an der Box beim Großen Preis von Italien in Monza. Ein junger Ron Dennis (li.) hebt die Nase des Rennwagens hoch.
© picture alliance

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Die Formel 1 ist in Monza seit den Anfängen - nämlich seit 1950 - zu Hause. Die Strecke hat sich in den mittlerweile 89 Jahren Renngeschichte mehrmals drastisch verändert - so wurde die einst so bekannte Steilkurve aus Gründen der Geschwindigkeitsreduzierung abgeschafft und fristet nunmehr ein trauriges Dasein als Betonruine. Heute erinnert vor allem die unveränderte Start- und Zielgerade an die lange Vergangenheit des Kurses.

Die Rennstrecke

Autodromo Nazionale di Monza
Autodromo Nazionale di Monza

Die Fahrer müssen auf dem 5,793 km langen Kurs insgesamt 53 Runden drehen, die Renndistanz beträgt rund 307 Kilometer.

Trotz zahlreicher sicherheitsrelevanter Veränderungen bleibt Monza eine Hochgeschwindigkeits-Strecke, bei der in der samstäglichen Qualifying-Runde ein Schnitt von über 250 km/h zu erwarten ist. Auf keinem Circuit der Formel 1 stehen die Flügel flacher, an zwei Stellen darf man Top Speeds von über 340 km/h erwarten: Nämlich vor der Kurve "Parabolica" und am Ende der Start- und Zielgeraden. Vor den beiden Schikanen "Della Roggia" und "Ascari" werden Geschwindigkeiten von etwa 330 km/h gefahren.

Auf keiner Strecke bringt die bessere Höchstgeschwindigkeit so viel Zeitvorteil wie in Monza. Allerdings wird nach Meinung des Ex-Formel-1-Piloten und heutigen Fernseh-Experten Marc Surer das Schikanefahren zum Balanceakt, denn ohne den gewohnten Abtrieb werden die Autos bei niedriger Geschwindigkeit sehr leicht und springen mehr oder weniger über die Randsteine. Dies gelte allerdings nicht für die Ascari-Schikane: "Sie ist für mich die beste Schikane der Welt, flüssig und fahrerisch anspruchsvoll", so Surer.

Weitere Informationen

Angesichts des Profils der Strecke werden die Fahrer durch das permanente Durchschütteln extrem beansprucht. Vom Material her müssen vor allem die Reifen in den schnellen Kurven "Parabolica" und "Grande" die Maximalbelastung aushalten. Angesichts des hohen Vollgas-Anteils (fast 75 Prozent) werden zudem die Motoren so stark wie kaum auf einer anderen Strecke des Formel-1-Globus in Anspruch genommen.

Rekorde

Den Streckenrekord in Monza hält Rubens Barrichello, der im Jahr 2004 mit seinem Ferrari 1:21,046 für eine Umrundung brauchte, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 257,320 km/h entspricht.

In Sachen Erfolge in Monza ist Michael Schumacher auf Platz eins zu finden, mit fünf Siegen vor dem Brasilianer Nelson Piquet, der 1980, 1983, 1986 und 1987 gewann. Die siegreichen Fahrten von Schumacher im "Autodromo Nazionale" verteilen sich auf die Jahre 1996, 1998, 2000, 2003 und 2006. Somit hat der Rekordweltmeister seine Erfolge in Monza allesamt im Ferrari und somit im Heimatland seines Arbeitgebers gefeiert.

Vettel schreibt mit Toro Rosso Geschichte

2008 schrieb Sebastian Vettel Geschichte und avancierte zum jüngsten Grand-Prix-Sieger aller Zeiten. Mit 21 Jahren und 73 Tagen fuhr er im Toro Rosso bei vor allem anfänglich ganz schwierigen Bedingungen - das Rennwochenende war von heftigen Regenfällen begleitet - einen souveränen Start-Ziel-Sieg nach Hause. Der Jungspund lieferte einen Tag nach seiner nicht minder überraschend herausgefahrenen Pole Position im Königlichen Park von Monza sein Meisterstück und löste den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso als jüngsten Grand-Prix-Gewinner ab. Alonso war bei seinem Erfolg in Ungarn 2003 knapp ein Jahr älter gewesen. Den letzten Sieg eines deutschen Piloten hatte davor Rekord-Weltmeister Michael Schumacher am 1. Oktober 2006 in Shanghai gefeiert.

Bilder aus Monza
Grand Prix von Italien 2010
Ein Bild für die Ferraristi. Fernando Alonso siegt für die Scuderia in Monza und erklimmt jubelnd das Podium.
Heimsieg

Ein Bild für die Ferraristi. Fernando Alonso siegt für die Scuderia in Monza und erklimmt jubelnd das Podium.
© picture alliance

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