GP von China: Alles rund um die Strecke

Shanghai - zwischen Yin und Yang

Formel 1 - 09.04. 17:21

Am Wochenende steht das dritte Rennen der Saison an. Zum 15. Mal gastiert dabei die Formel 1 in China. Am Sonntagmorgen (LIVE!-Ticker bei kicker.de) erlöschen in Shanghai um 8.10 Uhr MESZ die Startampeln. Im Vorjahr triumphierte Mercedes-Pilot Lewis Hamilton, der mit fünf Erfolgen alleiniger Rekordsieger beim Grand Prix von China ist. Die Bilanz von Sebastian Vettel dagegen ist ausbaufähig.

Triumphator: Lewis Hamilton ist mit fünf Siegen in China der Rekordgewinner in Shanghai. © Getty Images

Die Renndistanz in Shanghai beträgt rund 305 Kilometer, die einzelne Runde ist 5,451 Kilometer lang. Insgesamt müssen die Formel-1-Piloten den Kurs 56-mal umrunden. Die längste Gerade befindet sich zwischen den Kurven 13 und 14. Dort können die Fahrer 1,341 Kilometer lang Vollgas geben und erreichen dabei eine Höchstgeschwindigkeit von über 340 km/h.

2004 erlebte der Shanghai International Circuit seine Feuertaufe. Und das mit Bravour. Dem deutschen Architekten Hermann Tilke ist in China ein Meisterstück gelungen: "Ich habe mich bemüht, die chinesische Philosophie, die Symbolik von Yin und Yang in die Strecke einzubauen, vor allem in die erste Kurve, die es in dieser Form sonst nirgendwo gibt - sie wird durch ihre Schneckenführung immer langsamer, dagegen die Zielkurve immer schneller, was für die lange Gerade gute Überholmöglichkeiten bietet", so Tilke. Die Kosten betrugen über 300 Millionen Euro.

Steilkurve ist ein Highlight

Der Shanghai International Circuit weist laut Ex-Pilot Adrian Sutil extrem schwierige Kurven auf. Besonders die erste Kurve sei mit ihrer löffelartigen Gestaltung eine der unangenehmsten überhaupt im gesamten Kalender. Man fahre mit voller Geschwindigkeit in die Kurve rein und müsse im weiteren Verlauf bis in den zweiten Gang runterschalten. Damit werde diese Passage gleich zu einer Schlüsselstelle für die Rundenzeit am Ende. Die lange Steilkurve auf die Gegengerade sei laut Sutil sicherlich auch ein Highlight.

Rückblick

2006 gewann Michael Schumacher ein spannendes und spektakuläres Rennen in Shanghai. Der Triumph vor Alonso war sein siebter Sieg der Saison und der insgesamt 91. und letzte seiner beispiellosen Karriere. In der Fahrerwertung der WM herrschte dadurch zwei Rennen vor Saisonschluss Gleichstand zwischen dem Ferrari-Piloten und dem Weltmeister. Am Ende sollte es aber für den Kerpener nicht mehr reichen.

Unvergessen: Das Rennen 2007

Lewis Hamilton reiste 2007 als WM-Spitzenreiter an und hätte sich schon in Shanghai zum Weltmeister küren lassen können, doch es kam alles ganz anders. Das 16. und vorletzte Saisonrennen gewann Ferrari-Pilot Räikkönen vor Weltmeister Alonso im McLaren-Mercedes.

Hamilton als tragische Figur

Bis zur Hälfte des Rennens war der Brite auf Titelkurs. Er bewies wieder sein Ausnahmekönnen und schien sich durch nichts und niemanden nervös machen zu lassen. Der damalige McLaren-Mercedes-Pilot, am Samstag auf Pole gefahren, verteidigte beim Start ohne Probleme Platz eins. Bei feuchter Witterung baute Hamilton seine Führung vor Räikkönen, Massa und Alonso aus. Auch nach den ersten Stopps änderte sich nichts an der Rangfolge. Scheinbar ungefährdet führte der beste Neuling in der F1-Historie souverän das Feld an.

Bis zur Halbzeit: Als nach 27 von 56 Runden der Regen heftiger wurde, rächte es sich für Hamilton, nicht beim ersten Boxenstopp die Reifen gewechselt zu haben. Räikkönen kam immer näher und überholte ihn. Die Pneus an Hamiltons McLaren-Mercedes bauten immer mehr ab. Als er dann - mindestens eine Runde zu spät! - seine Reifen wechseln wollte, kam er in der Boxeneinfahrt (!) mit völlig abgefahrenen und nicht mehr haftenden Reifen von der Strecke und blieb im Kiesbett stecken.

Rekorde

Erst ein Shanghai-Gewinner konnte seinen Triumph verteidigen. Dies gelang Hamilton 2015. Der viermalige Champion ist der einzige, der bis dato fünfmal in China triumphierte (2008, 2011, 2014, 2015, 2017). Fernando Alonso setzte sich ebenso zweimal durch (2005, 2013) wie Nico Rosberg (2012, 2016). Vettel stand bislang nur einmal ganz oben: 2009.

Den Streckenrekord stellte der damalige Ferrari-Pilot Michael Schumacher 2004 auf. Für seine schnellste Runde brauchte der siebenmalige Weltmeister 1:32,238 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 212,749 km/h entspricht.

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