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25.07.2012, 15:44

GP von Ungarn: Der Hungaroring

Vettel: "Eine der härtesten Strecken"

Der elfte Grand Prix der Formel-1-Saison 2012 wird am Sonntag, 29. Juli 2012, um 14 Uhr (LIVE-Ticker ab 13.45 Uhr) in Ungarn auf dem "Hungaroring" gestartet. Im vergangenen Jahr triumphierte der Brite Jenson Button im McLaren vor Polesetter Sebastian Vettel im Red Bull.

Champagnerdusche: Sebastian Vettel bespritzt Jenson Button, der 2011 am Hungaroring gewann.
Champagnerdusche: Sebastian Vettel bespritzt Jenson Button, der 2011 am Hungaroring gewann.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Fahrer müssen auf dem 4,381 km langen Kurs insgesamt 70 Runden drehen, die Renndistanz am Hungaroring beträgt knapp 307 Kilometer. Doppelweltmeister Fernando Alonso feierte auf diesem Kurs seinen ersten GP-Erfolg überhaupt, mit dem er auch in die Geschichtsbücher der Formel 1 Einzug hielt. Der Asturier avancierte 2003 zum bis dahin jüngsten Grand-Prix-Sieger. In dieser Rekordliste wurde Alonso aber längst von Sebastian Vettel abgelöst, der nun als Weltmeister anreist.

Historischer Rückblick

Der Kurs in Ungarn liegt etwa 15 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Budapest in einer Senke, umgeben von einer sehr schönen Landschaft. Seit 1986 wurde auf dem engen Kurs jedes Jahr ein Formel-1-Rennen veranstaltet. Es war die erste Strecke im ehemaligen Ostblock, auf der die Formel 1 ihre Runden gedreht hat. Der Hungaroring ist ein sehr anspruchsvoller Rennkurs, verwinkelt und kurvenreich, und erfordert eine sehr präzise Fahrweise der Piloten, um wirklich schnell zu sein.

Wegen der Streckencharakteristik sahen die Zuschauer hier meist nicht sehr viele Überholmanöver. Der Kurs bot praktisch keine einzige richtige Überholmöglichkeit, zu schnell folgen die Kurven aufeinander, zu kurz sind die Geraden. Um so wichtiger waren eine gute Startposition und ein optimaler Start. Wer hier einmal hinter einem Auto festhing, hatte enorme Probleme, sich aus eigener Kraft nach vorne zu kämpfen - auch wenn er eigentlich schneller hätte fahren können. Dies sollte sich ab 2003 ändern, der Hungaroring wurde etwas modifiziert. Sowohl eine verlängerte Start- und Zielgerade als auch eine veränderte Kombination in den Kurven 12 und 13 sollten nun zum Überholen einladen.

Bilder vom Hungaroring
Grand Prix von Ungarn 2011
"Get out of your car", hieß der Funkspruch von der Renault-Box. Nick Heidfeld kam der Aufforderung verständlicherweise sofort nach.
Sprung aus dem Feuer

"Get out of your car", hieß der Funkspruch von der Renault-Box. Nick Heidfeld kam der Aufforderung verständlicherweise sofort nach.
© picture alliance

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Die Rennstrecke

"Budapest ist eine der härtesten Strecken für uns Fahrer", sagt Weltmeister Sebastian Vettel. "Budapest steht für Hitze, viele Bodenwellen und keine Zeit zum Ausruhen."

Man merke schon in der ersten Kurve, wie das Auto schüttelt, erzählt der Red-Bull-Pilot. "Und auch danach spürt man auf der ganzen Strecke immer wieder, wie das Auto extrem unruhig wird. Man muss permanent aufpassen mit dem Gaspedal, der Grip reißt immer wieder ab."

Wer wird Weltmeister 2012 - Sie entscheiden
Wer wird Weltmeister 2012 - Sie entscheiden


2010 verschenkte Vettel - von der Pole gestartet - den Sieg aber selbst. Weil er beim Neustart nach einer Safety-Car-Phase zuviel Abstand zum vor ihm fahrenden Webber gelassen hatte, erhielt er eine Durchfahrtstrafe, die ihn entscheidend zurückwarf.

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Wurz: "Ständig an den Grenzen der Physik"

"Die Strecke ist cool", sagt Ex-Formel-1-Pilot Alexander Wurz, "sehr anstrengend, du bist ständig am Arbeiten. Du tanzt ständig an den Grenzen der Physik entlang, hast permanente Lastwechsel - links, rechts, links, rechts."

Der Hungaroring ist von seiner Charakteristik her mit dem Straßenkurs in Monte Carlo vergleichbar. Es fehlen zwar die Leitplanken direkt neben der Straße, dennoch ist die Strecke wegen der vielen Kurven sehr langsam und es gibt wenig Überholmöglichkeiten. Immerhin werden Fahrfehler hier nicht so hart bestraft wie in Monaco, denn die Auslaufzonen sind wesentlich großzügiger. Die Schlüsselstelle auf dem Hungaroring ist die letzte Kurve vor der Start-Ziel-Geraden. Wenn die Piloten hier nah genug am Vordermann dran sind, besteht die Möglichkeit, sich am Ende der Geraden mit einem mutigen Ausbremsmanöver am Gegner vorbeizuquetschen.

Die Autos werden hier fast mit maximalen Abtrieb gefahren. Zudem muss die Fahrzeugabstimmung für ein Maximum an Traktion sorgen, damit die Fahrer optimal aus den vielen Kurven herausbeschleunigen können.

Rekorde

Den Streckenrekord auf dem Hungaroring hält seit 2004 Michael Schumacher. Für seine schnellste Runde benötigte der damalige Ferrari-Pilot 1:19,071 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 199,461 km/h entspricht.

Schumacher stand in Ungarn auch häufiger als jeder andere Pilot ganz oben auf dem Treppchen. Viermal trug er sich in die Siegerliste ein. 1994, 1998, 2001 und 2004 siegte er in Budapest. Immerhin dreimal triumphierte der unvergessene Ayrton Senna (1988, 1991 und 1992). Unter den Teams ist McLaren auf dem Hungaroring am erfolgreichsten, bereits zehn Siege gehen auf das Konto der Briten.

25.07.12
 
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