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Australien: Bitterer Auftakt für Mercedes - Schock für Sauber

Überlegener Vettel-Triumph im Albert Park

Die Formel 1 erlebte einen tollen und spektakulären Start in die neue Saison mit einem strahlenden Sieger Sebastian Vettel. Der Weltmeister verwies mit seinem Red Bull den McLaren-Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Lotus-Renault-Fahrer Vitaly Petrov auf die weiteren Podiumsplätze. Einen Auftakt zum Vergessen gab's für die Mercedes-GP-Piloten Michael Schumacher und Nico Rosberg sowie das Sauber-Team.

Allein auf weiter Flur: Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel feierte einen überlegenen Start-Ziel-Sieg in Melbourne.
Allein auf weiter Flur: Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel feierte einen überlegenen Start-Ziel-Sieg in Melbourne.
© Getty ImagesZoomansicht

Für Sebastian Vettel bedeutete seine erste Zielankunft in Melbourne überhaupt (2008 mit Toro Rosso und 2009 sowie 2010 mit Red Bull war er ausgeschieden) gleich den ersten Sieg. Sein elfter Grand-Prix-Erfolg (nach der 16. Pole Position) spült ihn zum zweiten Mal an die Spitze der WM-Wertung. Nach dem Abschlussrennen der vergangenen Saison in Abu Dhabi war der Red-Bull-Pilot erstmals überhaupt Führender, gleichbedeutend mit dem WM-Titel.

Ohne jede ernsthafte Chance, den Heppenheimer jemals zu gefährden, landete McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton auf dem zweiten Platz. "Ein fantastisches Rennen. Sehr cool", freute sich Vettel am Boxenfunk: "Wir haben heute viel gelernt. Merkt euch das."

Dritter wurde im Albert Park von Melbourne etwas überraschend der Russe Vitaly Petrov vor den insgesamt enttäuschenden Fernando Alonso im Ferrari und Mark Webber im zweiten Red Bull.

Der erste Russe in der Königsklasse, im vorigen Jahr beim Saisonfinale Vettels "Weltmeistermacher", stand damit zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Siegerpodest - und hielt wie seinerzeit in Abu Dhabi Ferrari-Pilot Alonso hinter sich.

Jenson Button, Weltmeister von 2009, landete trotz einer Durchfahrtstrafe auf Rang sechs vor Formel-1-Neuling Sergio Perez im Sauber. Der Mexikaner fuhr als einziger Pilot auf einer Ein-Stopp-Strategie.

Perez wurde nach dem Rennen aber wie sein Sauber-Teamkollege Kamui Kobayashi (Platz acht) disqualifiziert. Wegen nicht regelkonformer Heckflügel wurden beide Sauber-Piloten von den Rennkommissaren aus der Wertung genommen. Das Schweizer Sauber-Team verlor damit zehn WM-Punkte.

Bilder vom Saisonauftakt in Melbourne
GP von Australien 2011
Sichtlich entspannt nach seinem Start-Ziel-Triumph winkt Vettel ins Publikum.
Ehrenrunde

Sichtlich entspannt nach seinem Start-Ziel-Triumph winkt Vettel ins Publikum.
© Getty Images

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Für Mercedes GP endete das Rennen enttäuschend: Rekord-Weltmeister Michael Schumacher musste sein beschädigtes Auto in der 19. von 58 Runden in der Box abstellen. Für seinen Teamkollegen Nico Rosberg kam wenig später nach einem nicht selbst verschuldeten Zusammenstoß das vorzeitige Aus (22.Runde).

Force-India-Pilot Adrian Sutil wurde Elfter, profitierte aber von der Sauber-Disqualifikation und heimste zwei WM-Punkte ein. Nick Heidfeld landete auf einem enttäuschenden 14. Rang, rutschte danach auf zwölf vor. Sein Lotus-Renault-Teamkollege Petrov war immerhin mit gleichem Material aufs Podium gefahren. Marussia-Virgin-Pilot Timo Glock hatte von Beginn an große Probleme mit seinem Boliden und wies am Ende neun Runden Rückstand auf und kam deshalb nicht in die Wertung.

Rennverlauf

Ohne Probleme kamen die 22 für den Großen Preis von Australien qualifizierten Boliden am Start weg. Die beiden HRT-Fahrer Liuzzi und Karthikeyan durften nicht an den Start, weil sie mit ihrer schlechten Qualifying-Performance gegen die 107-Prozent-Regel verstießen. Das heißt, sie durften nicht starten, weil sie im ersten Durchgang der Qualifikation mehr als sieben Prozent langsamer waren als der zu diesem Zeitpunkt vorne liegende Weltmeister Vettel.

Polesetter Vettel zog sicher von vorne weg und bog souverän in die erste Kurve ein. Dahinter sortierten sich die Verfolger nach dem Motto, wer die Innenkurve schafft, verbessert seine Position. Dieses Manöver spülte Petrov und Massa nach vorne, während Button und Alonso zurückgereicht wurden.

Frühes Aus für Michael Schumacher

Nur wenige Kurven später musste Rekordweltmeister Schumacher seine - nach dem 11. Qualifying-Platz nur noch geringen - Chancen auf einen Spitzenplatz begraben. Alguersuari schlitzte mit seinem Frontflügel den rechten Hinterreifen des Mercedes auf. Der Kerpener hinkte zur Box und fiel weit zurück. Bereits in Runde neun wurde er von Spitzenreiter Vettel überrundet. Nach etwas mehr als 23 Runden war für Schumacher Schluss, dessen Unterboden und Aufhängung ebenfalls beschädigt waren.

Schon nach elf Runden begannen die Piloten, hektisch an die Boxen zu funken. Die Pneus des neuen Reifen-Ausrüsters Pirelli gaben nach, die ersten Wechsel-Stopps wurden nötig. Zwischenzeitlich lieferten sich Button und Massa ein hartes und spektakuläres Duell, an dessen Ende sich der Brite am Brasilianer vorbeidrückte, jedoch in der Schikane abkürzte und eine Durchfahrtstrafe kassierte. Damit büßte auch der Brite seine Siegchancen ein.

Formel 1 - Special 2011
Formel 1 - Special 2011


Nach der ersten Stopp-Session hatte Vettel seine Führung auf beruhigende fünf Sekunden vor Hamilton ausgebaut. Dahinter klaffte auf den Dritten, Webber, bereits ein großes Loch. In den folgenden Runden fuhr Barrichello mit weichen Reifen wie entfesselt und tauchte unvermittelt hinter Rosberg auf. Mit einem Harakiri-Manöver versuchte sich der Brasilianer, am Mercedes vorbeizuquetschen, schlug aber voll im rechten Seitenkasten von Rosbergs Auto ein. Der Wiesbadener musste seinen Wagen mit zerstörtem Kühlsystem kurz darauf parken, während Barrichello nach einigen Schrecksekunden weiterfahren konnte. Eine dafür ausgesprochene Durchfahrtstrafe warf ihn aber zurück.

Hamiltons Ausritt kostet wertvolle Zeit

An der Spitze spulten Vettel und Hamilton das "Business-as-usual-Programm" ab. Dabei konnte der Brite im McLaren-Mercedes den Speed des Red Bull nur annähernd mitgehen und verlor konstant Sekundenbruchteile pro Runde. Ein Ausritt kostete Hamilton schließlich noch einmal fünf Sekunden, so dass die Führung für den Titelverteidiger immer größer wurde. Außerdem hatte sich Hamilton den Unterboden seines McLaren beschädigt. Ein Aerodynamikteil schleifte seit dem Ausritt auf dem Boden.

Mitte des Rennens schienen die Positionen bezogen. Vettel hielt eine beruhigende Führung vor dem angeschlagenen Hamilton. Dieser zog wiederum mit respektablem Vorsprung vor Petrov, Alonso und Webber seine Runden. Positionskämpfe, wie in der ersten Rennhälfte, waren jetzt Mangelware. Die Piloten konzentrierten sich jetzt mehr auf Renntaktik und Reifenschonen.

Erst zum Ende des Rennens stieg die Spannung noch einmal an. Hamilton lag zwar weit hinter Vettel zurück, versuchte aber mit seinem dritten Reifensatz anzukommen, um den Heppenheimer, falls er noch einmal wechseln müsste, passieren zu können. Diesen Gefallen wollte der Titelverteidiger dem McLaren-Piloten nicht tun. Mit großer Vorsicht bewegte er den Red Bull um die Kurven des Albert Park und brachte den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach.

Privatduell zwischen Petrov und Alonso

Hinter den beiden Führenden versuchte Alonso noch mit aller Macht, auf das Podium zu fahren. Runde um Runde holte er auf Petrov auf. In der vorletzten Runde war der Spanier endlich hinter dem Renault von Petrov angekommen. Mit nachlassenden Reifen und nur zwei Boxenstopps rettete der Russe aber einen knappen Vorsprung über die Ziellinie und ärgerte Alonso nach Abu Dhabi bereits zum zweiten Mal in Folge.

 

Aktuelle Platzierung

Pl. Fahrer Team Box Zeit
1 S. Vettel Aston Martin ... 0 1:29:30,259
 
2 L. Hamilton McLaren F1 ... 0 + 22,297
 
3 V. Petrov Renault Sport ... 0 + 30,560
 
4 F. Alonso Scuderia ... 0 + 31,772
 
5 M. Webber Aston Martin ... 0 + 38,171
 
6 J. Button McLaren F1 ... 0 + 54,304
 
7 F. Massa Scuderia ... 0 + 1:25,186
 
8 S. Buemi Red Bull Toro ... 0 1 Rd. zurück
 
9 A. Sutil Sahara Force ... 0 1 Rd. zurück
 
10 P. di Resta Sahara Force ... 0 1 Rd. zurück
 
11 J. Alguersuari Red Bull Toro ... 0 1 Rd. zurück
 
12 N. Heidfeld Renault Sport ... 0 1 Rd. zurück
 
13 J. Trulli Team Lotus 0 2 Rd. zurück
 
14 J. d'Ambrosio Manor ... 0 4 Rd. zurück
 
15 T. Glock Manor ... 0 9 Rd. zurück
 
16 R. Barrichello Williams ... 0 Defekt, 48. Rd.
 
17 N. Rosberg Mercedes AMG ... 0 Unfall, 22. Rd.
 
18 M. Schumacher Mercedes AMG ... 0 Aufhängungsschaden, 19. Rd.
 
19 H. Kovalainen Team Lotus 0 Wasserleck, 19. Rd.
 
20 P. Maldonado Williams ... 0 Defekt, 12. Rd.
 
21 S. Perez Alfa Romeo ... 0 Verbotener Heckflügel
 
22 K. Kobayashi Alfa Romeo ... 0 Verbotener Heckflügel
 
23 V. Liuzzi HRT Formula 1 ... 0 107% Regel
 
24 N. Karthikeyan HRT Formula 1 ... 0 107% Regel

Schnellste Runde im aktuellen Rennen

Felipe Massa (Scuderia Ferrari)
Runde: 55
1:28,947
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