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GP von Ungarn: Webber gewinnt vor Alonso

Vettel verschenkt den Sieg

Polesetter Sebastian Vettel konnte erneut seinen Startplatz nicht in einen Sieg ummünzen, "schenkte" den Triumph vielmehr ausgerechnet seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber, der dadurch auch die Gesamtwertung in der WM übernahm. Fernando Alonso war ebenfalls Nutznießer eines bestraften Vettel-Fauxpas' und kletterte aufs zweite Treppchen des Siegerpodiums.

Urschrei: Red-Bull-Pilot Mark Webber feierte in seinem 150. Grand Prix einen süßen Sieg.
Urschrei: Red-Bull-Pilot Mark Webber feierte in seinem 150. Grand Prix einen süßen Sieg.
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Red Bull beschenkte sich zum 100. Grand-Prix-Start selbst und feierte einen überzeugenden Erfolg. Mark Webber gewann den Großen Preis von Ungarn - sein 150. Rennen - und übernahm die Führung in der Weltmeisterschaft.

Die Freude bei den "Roten Bullen" war aber keineswegs ungetrübt, denn Polesetter Sebastian Vettel verpasste einen sicher geglaubten Triumph und verhinderte zudem mit einem völlig unnötigen Manöver einen Doppelsieg der Österreicher. Weil er beim Neustart nach einer Safety-Car-Phase zuviel Abstand zum vor ihm fahrenden Webber gelassen hatte, erhielt er eine Durchfahrtstrafe, die ihn entscheidend zurückwarf.

Nutznießer war Ferrari-Pilot Fernando Alonso, der sich durch Vettels Drive-Through-Penalty auf Rang zwei schob und nach seinem Sieg von Hockenheim erneut wichtige Zähler im WM-Kampf einheimste.

Der bis dato in der WM-Gesamtwertung Führende, McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton, ging nach einem Defekt diesmal komplett leer aus. Teamkollege Jenson Button kam nicht über P8 und somit vier Punkte hinaus.

Bilder aus Budapest
GP von Ungarn 2010
Der 100. Grand Prix von Red Bull Racing und der 150. Grand Prix für Mark Webber brachten den Sieg und 25 Punkte für den Australier.
Perfekte Jubiläen

Der 100. Grand Prix von Red Bull Racing und der 150. Grand Prix für Mark Webber brachten den Sieg und 25 Punkte für den Australier.
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Webber liegt mit 161 Punkten in der WM-Wertung jetzt vier Zähler vor Hamilton (157), der wegen eines Getriebeschadens ausschied. Vettel hat mit 151 Punkten zehn Zähler Rückstand auf Webber und noch Titelverteidiger Button (146) und Alonso (143) im Nacken.

Mercedes GP hatte beim letzten Grand Prix vor der Sommerpause nichts zu Lachen. Rekordweltmeister Michael Schumacher verpasste als Elfter die WM-Punkte. Außerdem brachte er kurz vor Rennende seinen ehemaligen Ferrari-Teamkollegen Rubens Barrichello in große Gefahr, als er den Brasilianer bei dessen Überholmanöver absichtlich fast in die Boxenmauer gedrängt hätte. Teamkollege Nico Rosberg schied vorzeitig aus, nachdem Mechaniker einen seiner Reifen nicht festgezogen hatten. Der umherfliegende Pneu verletzte sogar noch einen Williams-Mechaniker.

Als Sechster feierte Nico Hülkenberg aus Emmerich im Williams-Cosworth sein bestes Ergebnis in seiner Premieren-Saison.

Rennverlauf

Die 24 Boliden kamen am Start gut weg, wobei Alonso von Platz drei nach vorne schoss und Webber von P2 verdrängte. Der Angriff des Spaniers auf Polesetter Vettel scheiterte allerdings in der ersten Kurve. Alonso musste zurückstecken und sortierte sich auf Platz zwei ein. Dahinter verlor Button viel Boden und konnte das Rennen nach der ersten Kurve erst auf Platz 15 aufnehmen.

Heißer Start: Ferrari-Pilot Alonso (re.) hat Webber geschnappt und greift Vettel (li.) an.
Heißer Start: Ferrari-Pilot Alonso (re.) hat Webber geschnappt und greift Vettel (li.) an.
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Nach dem ersten Umlauf hatte sich das Rennen an der Spitze bereits beruhigt. Alonso konnte Vettel nicht folgen und verlor pro Runde weit mehr als eine halbe Sekunde auf den Führenden. Dahinter hielt Webber die aufkommenden Massa und Hamilton in Schach. Erst im Mittelfeld kam es zu echten Zweikämpfen, wobei der Hungaro-Ring wieder einmal unter Beweis stellte, dass er das Überholen enorm schwer macht. Ein kleines Kabinettstückchen gelang dabei dem auf Position 23 gestarteten Kobayashi, der sich in den ersten acht Runden auf Platz 15 verbesserte.

Unbeirrt vom Geplänkel im Hinterfeld zog Vettel an der Spitze seine Kreise. Er zog spielend von Alonsos Ferrari weg und zeigte in der ersten Phase des Rennens eine tadellose Vorstellung.

Aufregung gab es in der 15. Runde: Nachdem ein Verkleidungsteil mitten auf der Strecke lag, schickte die Rennleitung das Safety Car auf die Strecke. Dies nutzten einige Piloten zum Reifenwechsel, wobei sich einige Teams aber überfordert zeigten. Bei Rosberg "vergaß" die Crew, den rechten hinteren Reifen festzuziehen. Beim Losfahren verlor der Wiesbadener das Rad und schied aus. Zu allem Unglück traf und verletzte das umherfliegende Rad einen Mechaniker der Williams-Crew.

Einen großen Bock schoss auch die Renault-Box. Der Lollypop-Mann gab dem Polen Kubica freie Fahrt, obwohl Sutil neben ihm zur Box kam. Beide Autos crashten, Sutil musste das Rennen sofort beenden, Kubica etwas später.

Webber war einer der ganz wenigen, die nicht an der Box waren. Das spülte den Australier an die Spitze des Feldes. Die Top-Position nützte Webber nach dem Re-Start und vergrößerte seinen Vorsprung auf Vettel, der jetzt als Zweiter notiert wurde, kontinuierlich. Und Vettel hatte noch ein weiteres Problem: Während der Safety-Car-Phase hatte der Heppenheimer den Höchstabstand zu seinem Vordermann Webber deutlich überschritten und musste eine Drive-Through-Strafe in Runde 32 abbrummen. Dies spülte Alonso vorbei, Vettel fiel auf Rang drei zurück.

Mit gehörig Wut im Bauch nahm Vettel die Verfolgung Alonsos Mitte des Rennens auf. Der Sieg in diesem Rennen nahm zudem noch an Bedeutung für Red Bull und Ferrari zu, nachdem der WM-Führende Hamilton in der 24. Runde seinen Wagen mit technischem Defekt neben der Strecke parken musste. Doch Webber an der Spitze diktierte jetzt das Rennen. Mit einer schnellsten Runde nach der anderen vergrößerte der Australier seinen Vorsprung, um den nötigen Reifenwechsel hereinzuholen.

Webber schaffte es bis zur 42. Runde, vor seinem Reifenwechsel den nötigen Vorsprung auf Alonso und Vettel herauszufahren und kam mit einem bequemen Vier-Sekunden-Vorsprung auf die Strecke zurück. Dahinter war Vettel zwar an Alonso herangefahren, doch der Spanier verteidigte seinen zweiten Platz mit Zähnen und Klauen. Rundenlang hing der Heppenheimer im Getriebe des Ferrari, an ein aussichtsreiches Überholmanöver war aber nicht zu denken.

 

Aktuelle Platzierung

Pl. Fahrer Team Box Zeit
1 M. Webber Aston Martin ... 0 1:41:05,571
 
2 F. Alonso Scuderia ... 0 + 17,821
 
3 S. Vettel Aston Martin ... 0 + 19,252
 
4 F. Massa Scuderia ... 0 + 27,474
 
5 V. Petrov Renault Sport ... 0 + 1:13,192
 
6 N. Hülkenberg Williams ... 0 + 1:16,723
 
7 P. de la Rosa Alfa Romeo ... 0 1 Rd. zurück
 
8 J. Button McLaren F1 ... 0 1 Rd. zurück
 
9 K. Kobayashi Alfa Romeo ... 0 1 Rd. zurück
 
10 R. Barrichello Williams ... 0 1 Rd. zurück
 
11 M. Schumacher Mercedes AMG ... 0 1 Rd. zurück
 
12 S. Buemi Red Bull Toro ... 0 1 Rd. zurück
 
13 V. Liuzzi Sahara Force ... 0 1 Rd. zurück
 
14 H. Kovalainen Team Lotus 0 3 Rd. zurück
 
15 J. Trulli Team Lotus 0 3 Rd. zurück
 
16 T. Glock Manor ... 0 3 Rd. zurück
 
17 B. Senna HRT Formula 1 ... 0 3 Rd. zurück
 
18 L. di Grassi Manor ... 0 4 Rd. zurück
 
19 S. Yamamoto HRT Formula 1 ... 0 4 Rd. zurück
 
20 L. Hamilton McLaren F1 ... 0 Getriebeschaden, 25. Rd.
 
21 R. Kubica Renault Sport ... 0 Defekt, 24. Rd.
 
22 A. Sutil Sahara Force ... 0 Unfall, 15. Rd.
 
23 N. Rosberg Mercedes AMG ... 0 Probleme in der Box, 16. Rd.
 
24 J. Alguersuari Red Bull Toro ... 0 Motorschaden, 2. Rd.

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