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Chaotischer Auftakt in Melbourne

Doppelsieg für Brawn GP!

Sensationeller, aber auch chaotischer Auftakt in Melbourne: Jenson Button und Rubens Barrichello bescherten dem F1-Neuling Brawn GP im ersten Grand Prix einen Doppelsieg. Keiner der beiden Ferrari sah die Zielflagge, Weltmeister Hamilton rollte das Feld von hinten auf und profitierte schlussendlich noch von einer Strafe für Jarno Trulli.

Überschäumende Freude: Die Brawn-GP-Piloten Jenson Button (re.) und Rubens Barrichello.
Überschäumende Freude: Die Brawn-GP-Piloten Jenson Button (re.) und Rubens Barrichello.
© picture allianceZoomansicht

Was für ein Auftakt in die neue Saison! Jenson Button hat den dramatischen Formel-1-Saisonstart 2009 im neuen Brawn-GP vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello gewonnen. Der Engländer verteidigte souverän seine Pole Position und fuhr damit den ersten Sieg des neuen BrawnGP-Teams gleich im Premierenrennen ein. Vierter wurde - nach einem Unfall kurz vor Schluss von Sebastian Vettel und Robert Kubica - sensationell der von Platz 18 gestartete Titelverteidiger Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes. Der vor ihm platzierte Jarno Trulli (Toyota) erhielt nachträglich eine 25-Sekunden-Zeitstrafe, wodurch Hamilton auf drei rutschte. Die Ferrari-Piloten Felipe Massa und Kimi Räikkönen gingen leer aus.

Timo Glock (Toyota) wurde als Vierter bester Deutscher und verwies Fernando Alonso (Renault), Nico Rosberg (Williams) sowie die Toro-Rosso-Fahrer Sebastien Buemi und Sebastien Bourdais auf die weiteren Punkteränge.

Polesetter Jenson Button gewann im Brawn GP den Start souverän vor dem neuen Zweiten Vettel, Teamkollege Rubens Barrichello blieb zunächst beinahe stehen und war dann in einen Crash mit Sutil, Kovalainen, Heidfeld und Webber verwickelt. Während sich Webber und Sutil eine neue Nase holten, Heidfeld zum Reifenwechsel musste, kam für Kovalainen im McLaren-Mercedes schon in Runde eins wegen eines Aufhängungsschadens vorne links das frühe Aus. Barrichello fuhr mit angebrochenem Frontflügel weiter.

Bilder aus Melbourne
GP von Australien 2009
Robert Kubica kracht nach der Kollision mit Sebastian Vettel in die Mauer, ein Rad fliegt vom BMW Sauber.
Rad ab

Robert Kubica kracht nach der Kollision mit Sebastian Vettel in die Mauer, ein Rad fliegt vom BMW Sauber.
© picture alliance

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Ferrari hatte verwachst, erst Räikkönen (11. Runde) und kurz darauf auch Massa kamen an die Box und holten sich frische Reifen. Hamilton, Bourdais und Trulli stoppten ebenfalls unplanmäßig wegen der Pneus.


Pech hatte Nico Rosberg mit einem völlig missratenen ersten Tankstopp (17.), als vorne links beim Radwechsel etwas klemmte. Der Williams-Pilot stand 21 Sekunden und verlor drei Plätze, fiel auf Rang sechs zurück.

Unfall: Nick Heidfeld (vorne) kollidiert kurz nach dem Start mit Mark Webber.
Unfall: Nick Heidfeld (vorne) kollidiert kurz nach dem Start mit Mark Webber.
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In der 18. Runde kam Williams-Pilot Kazuki Nakajima rechts auf einen Randstein, verlor die Bodenhaftung und knallte leicht schräg in eine Mauer. Kurz nachdem der in Führung liegende Button seinen ersten Stopp absolvierte, entschied sich die Rennleitung für eine Safety-Car-Phase. Alle restlichen Fahrer nutzten dies für einen Abstecher an die Box, Barrichello ließ den beschädigten Frontflügel ersetzen.

Button führte das Feld nach dem Restart vor Vettel an, es folgten Massa, Kubica, Räikkönen und Rosberg. Der Wiesbadener wurde von Piquet angegriffen. Der Brasilianer verlor im Rad-an-Rad-Duell die Kontrolle und rutschte ins Kiesbett (24).

Im mittleren Stint festigten die Piloten ihre Positionen, spannende Überholmanöver blieben aus. Ferrari und McLaren-Mercedes setzten ihre Hoffnung auf die harten Reifen im Schlussabschnitt, während die beiden Führenden auf weiche Reifen umsteigen mussten.

Massa eröffnete in der 32. Runde den Reigen der zweiten Stopps. Der Rest des Feldes ließ sich aber Zeit mit dem Tanken und dem zweiten Reifenwechsel. Erst ab der 39. Runde steuerten die Boliden die Boxengasse an.

Ferrari geht leer aus

In der Folgezeit büßten die Roten aus Maranello aber alle Chancen auf Punkte im ersten Rennen ein, als zunächst Räikkönen die Kontrolle über das Heck des Ferrari verlor, und nach einem Dreher die Box ansteuern musste. Der Finne verlor viel Zeit und reihte sich am Ende des Feldes wieder ein (44. Runde). Zwei Umläufe später erwischte es Massa noch schlimmer. Mit einem technischen Defekt musste der Brasilianer seinen Wagen abstellen (46.).

Vorne zogen Button und Vettel einsam und sicher ihre Runden. Beide Stopps klappten, wobei Vettel fast drei Sekunden gut machen konnte. Dies verringerte den Abstand des Red-Bull-Piloten zwischenzeitlich auf eine gute Sekunde. Der Heppenheimer schien mit den weicheren Reifen besser zurecht zu kommen als Button im Brawn. Gejagt wurden beide Führenden von Kubica, der mit den harten Pneus unterwegs war und Runde um Runde aufholte.

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Zum dramatischen Finale des Rennens kam es drei Runden vor dem Ende. Vettel, dessen weiche Reifen wie bei fast allen Piloten erheblich nachließen, wurde von Kubica bedrängt. Der Red-Bull-Pilot wehrte sich und stieß den Polen von der Strecke. Beide Autos wurden beschädigt, verloren wichtige Aerodynamik-Teile und waren nicht mehr fahrbar. Die Rennleitung schickte nach dem Abflug der beiden Boliden das Safety-Car auf die Strecke.

Vettel auf drei Rädern

Während Kubica das Rennen damit beenden musste, versuchte Vettel mit einem schrottreifen Red-Bull auf drei Reifen das Ziel zu erreichen. Doch wenige Kilometer vor dem Ziel musste der Heppenheimer doch noch kapitulieren.

Damit war der Weg für einen Doppelsieg von Brawn frei. Barrichello erbte kampflos den zweiten Platz hinter dem sicher führenden Button.

Vettel hat der Unfall aber nicht nur einen möglichen Podestplatz gekostet. Die Renn-Kommissare brummten dem 21-Jährigen auch noch einen Abzug von zehn Startplätzen beim nächsten WM-Lauf am kommenden Sonntag (5. April) in Kuala Lumpur auf.

 

Aktuelle Platzierung

Pl. Fahrer Team Box Zeit
1 J. Button Brawn GP 0 1:34:15,784
 
2 R. Barrichello Brawn GP 0 + 0,807
 
3 J. Trulli Toyota 0 + 1,604
 
4 T. Glock Toyota 0 + 4,435
 
5 F. Alonso Renault Sport ... 0 + 4,879
 
6 N. Rosberg Williams ... 0 + 5,722
 
7 S. Buemi Red Bull Toro ... 0 + 6,004
 
8 S. Bourdais Red Bull Toro ... 0 + 6,298
 
9 A. Sutil Sahara Force ... 0 + 6,335
 
10 N. Heidfeld BMW Sauber F1 ... 0 + 7,085
 
11 G. Fisichella Sahara Force ... 0 + 7,374
 
12 M. Webber Aston Martin ... 0 1 Rd. zurück
 
13 S. Vettel Aston Martin ... 0 2 Rd. zurück
 
14 R. Kubica BMW Sauber F1 ... 0 3 Rd. zurück
 
15 K. Räikkönen Scuderia ... 0 3 Rd. zurück
 
16 F. Massa Scuderia ... 0 Defekt, 46. Rd.
 
17 N. Piquet jr. Renault Sport ... 0 Unfall, 24. Rd.
 
18 K. Nakajima Williams ... 0 Unfall, 17. Rd.
 
19 H. Kovalainen McLaren F1 ... 0 Aufhängungsschaden, 1. Rd.
 
20 L. Hamilton McLaren F1 ... 0

Schnellste Runde im aktuellen Rennen

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