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GP von Großbritannien: Hamilton vor Heidfeld

Ein perfektes Heimspiel

Leichter Regen war vorhergesagt worden, am Ende schüttete es phasenweise in Silverstone. Der Große Preis von Großbritannien war deshalb turbulent und spannend - und erfreute die Motorsportfreunde von der Insel! Denn Lewis Hamilton gewann sein Heimspiel und meldete sich durch den dritten Sieg in der Fahrerwertung zurück. Mit 48 Punkten liegt er nun gleichauf mit Massa und Räikkönen. Nick Heidfeld antwortete als Zweiter auf die Kritik der letzten Wochen.

Lewis Hamilton
Verzückte die Fans auf der Insel: Lewis Hamilton gewinnt in Silverstone.
© dpaZoomansicht

Das Rennen begann bei nasser Strecke und schlechter Sicht fast schon wie erwartet ausgesprochen turbulent. Der Zweite der Startaufstellung, Mark Webber, stand schon nach wenigen Kurven mit dem Heck nach vorn und musste das Feld passieren lassen. Felipe Massa, der in der Fahrerwertung führende Ferrari-Pilot, drehte sich anfangs, konnte jedoch weiterfahren. Dies galt nicht für David Coulthard und Sebastian Vettel. Der Red-Bull-Routinier, der dieser Tage sein Karriereende ankündigte, bugsierte den Toro Rosso von der Strecke - beide flogen im Synchronflug ab. "Ich habe hinten links einen Schlag verspürt und landete im Kiesbett. Das war einen halben Meter tief, deshalb war nichts mehr zu machen", klagte Vettel, dem eine vordere Platzierung zugetraut worden war.

Den Start gewonnen hatten die beiden McLaren. Kovalainen blieb vorn, Hamilton schluckte Webber und Räikkönen und reihte sich auf zwei ein. Nach vier Runden tauschten beide jedoch die Plätze. Der "Local Hero" war fortan Erster. Räikkönen profitierte von einem Kovalainen-Dreher und holte sich den zweiten Platz von seinem finnischen Landsmann. Alonso pirschte sich als Vierter heran. Nach knapp 20 Runden sorgten dann die ersten Boxenstopps und einsetzender Regen für Veränderungen und unterschiedliche Strategien. Die einen (Räikkönen, Alonso) tankten nur und fuhren mit abgefahrenen Intermediates weiter, die anderen (Hamilton, Kovalainen, Heidfeld, u.a.) wechselten auf neue Intermediates. Erstere hatten sich klar verzockt und kassierten pro Runde teils über fünf Sekunden gegenüber der Hamilton-Fraktion. Was für eine Fehlentscheidung!

Heidfeld nutzte seinen Reifenvorteil und marschierte im Klassement eindrucksvoll nach vorn. Zweimal ließ er in einem Atemzug gleich zwei Kollegen stehen. Zunächst Glock und Alonso (23.), wenig später Kovalainen und Räikkönen (26.). Eine ganz starke Phase des Mönchengladbachers, der am Samstag erstmals in dieser Saison das Qualifying gegen seinen BMW-Sauber-Teamkollegen Robert Kubica gewonnen hatte.

Nach halber Distanz hatte Heidfeld gut 23 Sekunden Rückstand auf Hamilton, war jedoch schneller unterwegs als der Brite. Wenig später setzte der Regen ein! Aquaplaning spielte nun eine gewichtige Rolle. Kaum ein Pilot kam problemlos durch die Kurven, nach einigen Runden reagierten einige Teams mit dem Wechsel auf Regenreifen (Honda: Button & Barrichello). Etwa acht Runden waren einer Lotterie gleich, viele Dreher und Ausrutscher wurden geboten, es gab kurioserweise jedoch keine weiteren Ausfälle zu beklagen. 22 Runden vor Schluss kam dann die Sonne durch, die Strecke trocknete allmählich ab, die Intermediates waren im Vorteil.

GP von Großbritannien
Bilder aus Silverstone 2008
Niki Lauda
Unwirtlich

Silverstone heißt Wetterwechsel. Auch am Sonntag beim vorerst vorletzten Auftritt am Traditionsstandort - ab 2010 geht's in Donington Park weiter - war es so. Die TV-Experten waren wenig erbaut. Während Niki Lauda sich mit einem XL-Schirm wehrt, fluchte Keke Rosberg über "eklig kalte" Bedingungen.
© dpa

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Als das Schlimmste durchstanden schien, flog Robert Kubica auf dem fünften Rang liegend von der Strecke und schied als Kiesopfer aus. Der Pole vergab dadurch auch seine Chance auf die Führung in der Fahrerwertung. Derweil marschierte Barrichello mit seinem Regenreifen durch die Reihen und machte Platz um Platz gut. 17 Runden vor Schluss zog er an Heidfeld vorbei und schnappte sich Platz zwei. Allerdings musste der Ex-Ferrari-Pilot später nochmal raus, um auf Intermediates zurückzukehren und zu tanken. Ab diesem Zeitpunkt war dann Heidfeld wieder Zweiter. In dieser Reihenfolge (Hamilton, Heidfeld, Barrichello) ging es am Ende über den Zielstrich.

Dahinter tobten noch einige Positionskämpfe. Kimi Räikönen schloss mit seinem vierten Platz am Ende noch zur Führung in der Fahrerwertung auf. Kazuki Nakajima überraschte im Williams Toyota als Achter, während Nico Rosberg am Ende knapp an den Punkterängen vorbeischrammte. Der Wiesbadener hatte im letzten Renndrittel noch seine Frontpartie beschädigt und eine bessere Platzierung verspielt. Timo Glock im Toyota wurde Zwölfter, Felipe Massa nach sechs Drehern und einem völlig missglückten Rennen Letzter.

Silverstone wird im kommenden Jahr vorerst zum letzten Mal Gastgeber eines Formel-1-Rennens sein. Auf der Insel gastiert der F1-Zirkus ab 2010 in Donington Park. Das nächste Rennen in dieser Saison ist ein Heimspiel für Heidfeld & Co. - am 20. Juli röhren die Motoren am Hockenheimring. 2006 gewann dort Michael Schumacher, 2007 fuhr man auf dem Nürburgring.

 

Aktuelle Platzierung

Pl. Fahrer Team Box Zeit
1 L. Hamilton McLaren F1 ... 0 1:39:09,440
 
2 N. Heidfeld BMW Sauber F1 ... 0 + 1:08,577
 
3 R. Barrichello Honda Racing ... 0 + 1:22,273
 
4 K. Räikkönen Scuderia ... 0 1 Rd. zurück
 
5 H. Kovalainen McLaren F1 ... 0 1 Rd. zurück
 
6 F. Alonso Renault Sport ... 0 1 Rd. zurück
 
7 J. Trulli Toyota 0 1 Rd. zurück
 
8 K. Nakajima Williams ... 0 1 Rd. zurück
 
9 N. Rosberg Williams ... 0 1 Rd. zurück
 
10 M. Webber Aston Martin ... 0 1 Rd. zurück
 
11 S. Bourdais Red Bull Toro ... 0 1 Rd. zurück
 
12 T. Glock Toyota 0 1 Rd. zurück
 
13 F. Massa Scuderia ... 0 2 Rd. zurück
 
14 R. Kubica BMW Sauber F1 ... 0 Dreher, 40.Rd.
 
15 J. Button Honda Racing ... 0 Dreher, 39.Rd.
 
16 N. Piquet jr. Renault Sport ... 0 Dreher, 36.Rd.
 
17 G. Fisichella Sahara Force ... 0 Dreher, 27.Rd.
 
18 A. Sutil Sahara Force ... 0 Dreher, 11.Rd.
 
19 D. Coulthard Aston Martin ... 0 Unfall, 1. Rd.
 
20 S. Vettel Red Bull Toro ... 0 Unfall, 1. Rd.

Schnellste Runde im aktuellen Rennen

Kimi Räikkönen (Scuderia Ferrari)
Runde: 18
1:32,150
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