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Weltmeister Räikkönen schießt Sutil ab

Hamilton besticht im Regen

Das sowieso spektakulärste Rennen des Jahres wurde diesmal sogar noch durch Regen angereichert. McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton stach alle aus und krönte sich in Monaco. Der Brite übernahm damit auch die Führung in der Fahrer-WM. Als Zweiter distanzierte BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica Polesetter Felipe Massa. Einen hervorragenden fünften Platz sicherte sich Sebastian Vettel im Toro Rosso.

Von Pole auf Platz drei: Felipe Massa im Ferrari hatte im Regenrennen gegen Hamilton und Kubica das Nachsehen.
Von Pole auf Platz drei: Felipe Massa im Ferrari hatte im Regenrennen gegen Hamilton und Kubica das Nachsehen.
© dpaZoomansicht

Zum großen Pechvogel avancierte kurz vor Rennende Force-India-Pilot Adrian Sutil, der nach hervorragendem Rennen an vierter Stelle liegend schuldlos von Weltmeister Kimi Räikkönen abgeschossen wurde. Der Finne konnte nach Reparatur weiterfahren, verpasste als Neunter aber die Punkte.

Auch für die anderen Mitglieder der "Formel D" verlief die Hatz durch die engen Straßen ereignisreich: Sebastian Vettel (Heppenheim) profitierte vom Wetter-Roulette in den Straßenschluchten des Steuerparadieses an der Cote d'Azur und steuerte seinen Toro-Rosso-Ferrari mit Glück und Geschick auf den fünften Platz, holte damit seine ersten vier WM-Punkte in dieser Saison. Für Nico Rosberg, der nach einer tollen Qualifikation von Platz sechs gestartet war, war das Rennen in seiner Wahlheimat 17 Runden vor Schluss dagegen nach einem heftigen Unfall beendet.

Heidfeld vom Pech verfolgt

Timo Glock im Toyota musste nach einigen Drehern und Zwangs- Boxenstopps sich mit dem 12. Rang zufriedengeben. Während sein Teamkollege Kubica sich als Zweiter feiern lassen durfte, hatte Nick Heidfeld immer wieder großes Pech und wurde am Ende 14.

Bilder aus Monte Carlo
GP von Monaco 2008
Nico Rosbergs Williams wird von einem Kran von der Strecke gehoben und schwebt über den Straßen des Fürstentums. Der Heidelberger setzte sein Auto mit ca. 220 km/h in die Leitplanken und zerlegte den Williams gründlich.
Am Haken

Nico Rosbergs Williams wird von einem Kran von der Strecke gehoben und schwebt über den Straßen des Fürstentums. Der Heidelberger setzte sein Auto mit ca. 220 km/h in die Leitplanken und zerlegte den Williams gründlich.
© dpa

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Am besten mit den widrigen Bedingungen kam Lewis Hamilton zurecht, der nach dem Erfolg beim Auftakt-GP in Melbourne seinen zweiten Saisonsieg feierte und sich damit wieder an die Spitze der Fahrer-WM schob.

Während der Brite Hamilton beim teilweise verregneten Großen Preis von Monaco mit dem sechsten McLaren-Mercedes-Sieg im Fürstentum in den vergangenen elf Jahren die WM-Führung übernahm, durfte sich der Pole Robert Kubica im BMW Sauber über Platz zwei vor Polesetter Felipe Massa im Ferrari freuen.

"Kampf um den WM-Titel ist offen"

"Ein sensationeller Lewis - grandios. Die beste Strategie, der beste Speed und bestimmt auch ein bisschen Rennglück - für mich ist unser sechster Sieg in Monaco der bisher großartigste", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach Hamiltons zweitem Saisonerfolg und sechsten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. "Der Kampf um den WM-Titel ist offen und jetzt wollen wir dranbleiben."

Beim ersten Rennen unter feuchten Bedingungen seit dem Verbot der Traktionskontrolle zu Beginn der Saison gab es viele Berührungen, Rutscher und Kollisionen. Selbst Hamilton hatte nach einem Einschlag in die Streckenbegrenzung inklusive Reifenschaden bereits in der fünften Runde an die Box fahren müssen und wurde aufgetankt.

Trotz des Missgeschicks ließ sich der Brite nicht stoppen und arbeitete sich bis knapp zur Hälfte des Rennens wieder nach vorn. Nach zwei Stunden auf dem 3,34 Kilometer langen Kurs-Klassiker siegte Hamilton mit drei Sekunden vor Kubica. In der Fahrerwertung führt Hamilton nach sechs Rennen mit 38 Zählern vor Räikkönen (35 Punkte), Massa (34) und Kubica (32). Heidfeld ist als bester Deutscher (20) Fünfter.

Rennverlauf

Massa erwischte den besten Start und verteidigte seine Pole Position souverän. Dagegen musste sein Teamkollege Räikkönen Silberpfeil-Pilot Hamilton bereits vor der ersten Kurve an sich vorbeiziehen lassen und fiel auf den dritten Rang zurück. Pech hatte Rosberg. Der 22-Jährige rutschte in Alonsos Renault, musste wegen eines beschädigten Frontflügels an die Box und verspielte seinen sechsten Startplatz.

Dagegen zeigte Heidfeld nach seiner enttäuschenden Qualifikation eine starke Vorstellung. Von Platz zwölf ins Rennen gegangen, arbeitete er sich bis auf den fünften Rang vor. Doch dann hatte er großes Pech: Im Duell mit dem zweimaligen Monaco-Sieger Fernando Alonso wurde Heidfeld nach einem zu optimistischen Manöver des Spaniers im Renault in der 14. Runde berührt. Zunächst blieb Heidfeld auf Position fünf, musste dann aber an die Box zur Reparatur. Der BMW-Sauber-Pilot fiel auf den letzten Rang zurück und wurde in der 19. Runde ausgerechnet von seinem Teamkollegen Kubica überrundet. Der Pole hatte im 15. Durchgang die Spitzenposition übernommen, als Massa sich verbremst hatte.

Die Führung verlor Kubica erst nach seinem regulären Boxenstopp in der 26. Runde wieder an Massa. Als der Brasilianer in der 33. Runde zum Tanken kam, rückte Hamilton auf den ersten Platz vor. Die Position verteidigte er souverän mit einer fehlerfreien Leistung und entschädigte sich für seinen verpassten Sieg in Monaco ein Jahr zuvor, als seinem damaligen Teamkollegen Fernando Alonso den Vortritt lassen musste.

 

Aktuelle Platzierung

Pl. Fahrer Team Box Zeit
1 L. Hamilton McLaren F1 ... 0 2:00:42,742
 
2 R. Kubica BMW Sauber F1 ... 0 + 3,064
 
3 F. Massa Scuderia ... 0 + 4,811
 
4 M. Webber Aston Martin ... 0 + 19,295
 
5 S. Vettel Red Bull Toro ... 0 + 24,657
 
6 R. Barrichello Honda Racing ... 0 + 28,408
 
7 K. Nakajima Williams ... 0 + 30,180
 
8 H. Kovalainen McLaren F1 ... 0 + 33,191
 
9 K. Räikkönen Scuderia ... 0 + 33,792
 
10 F. Alonso Renault Sport ... 0 1 Rd. zurück
 
11 J. Button Honda Racing ... 0 1 Rd. zurück
 
12 T. Glock Toyota 0 1 Rd. zurück
 
13 J. Trulli Toyota 0 1 Rd. zurück
 
14 N. Heidfeld BMW Sauber F1 ... 0 4 Rd. zurück
 
15 A. Sutil Sahara Force ... 0 Unfall, 68. Rd.
 
16 N. Rosberg Williams ... 0 Unfall, 62. Rd.
 
17 N. Piquet jr. Renault Sport ... 0 Unfall, 48. Rd.
 
18 G. Fisichella Sahara Force ... 0 Defekt, 39. Rd.
 
19 S. Bourdais Red Bull Toro ... 0 Unfall, 8. Rd.
 
20 D. Coulthard Aston Martin ... 0 Unfall, 8. Rd.

Schnellste Runde im aktuellen Rennen

Kimi Räikkönen (Scuderia Ferrari)
Runde: 74
1:16,689
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