Die Türkei ist ein hervorragendes Pflaster für Felipe Massa. Wie in den beiden Vorjahren verwandelte der Brasilianer im Ferrari seine Pole Position in einen Sieg. Es war Massas insgesamt siebter Erfolg in der Formel 1.
McLaren-Mercedes meldete sich mit Lewis Hamiltons Silberrang zurück, konnte das Tempo der Ferrari mitgehen. Heikki Kovalainen allerdings, im Qualifying am Samstag noch Zweitschnellster, ging am Sonntag leer aus.
Eine gute Vorstellung, jedoch ohne ernsthafte Siegchance, lieferte erneut BMW Sauber. Robert Kubica setzte sich einmal mehr gegen Nick Heidfeld durch und bekam als Vierter fünf WM-Punkte, Heidfeld schraubte sein Konto als Fünfter um vier Punkte nach oben.
Einen Punkt ergatterte auch noch Nico Rosberg aus Wiesbaden im Williams-Toyota. Timo Glock aus Wersau wurde im Toyota 13., Adrian Sutil aus Gräfelfing im Force India 16. und Sebastian Vettel aus Heppenheim im Toro Rosso 17. - die beiden konnten damit zum ersten Mal in dieser Saison ein Rennen beenden.
Honda-Pilot Rubens Barrichello kam zwar nur als 14. ins Ziel, feierte in Istanbul aber einen großen Rekord! Er startete in seinen 257. Grand Prix und übertraf damit Ricardo Patrese als der Pilot mit den meisten GP-Starts.
Massa erwischte einen hervorragenden Start, ganz im Gegensatz zu Teamkollege Räikkönen. In der ersten Kurve wollte sich der Finne innen an seinem Landsmann Heikki Kovalainen zwei Wochen nach dessen schwerem Unfall in Barcelona vorbeischieben, ging dann aber vom Gas. Vor einer Berührung durch den Silberpfeil schützte ihn das aber nicht. In die Box musste anschließend aber Kovalainen, Räikkönen flog dagegen in der dritten Runde regelrecht an Fernando Alonso im Renault vorbei und reihte sich hinter Massa und Hamilton, der sich vom dritten Startrang um einen Platz verbessert hatte, sowie Kubica ein.
Da hatte das nach dem Aus von Super Aguri auf 20 Autos reduzierte Feld aber auch schon die erste Safety-Car-Phase hinter sich. Der Grund: Force-India-Fahrer Giancarlo Fisichella aus Italien war gleich nach dem Erlöschen der Roten Ampeln übermütig ins Heck von Kazuki Nakajima aus Japan im Williams-Toyota gekracht.
Massa zog an der Spitze des Feldes seine Runden - allerdings mit Hamilton unfreiwillig im Schlepptau. Der 23-Jährige, der nach seinem Auftaktsieg in Australien zuletzt schon mit Rang drei wieder steigende Tendenz gezeigt hatte, setzte Massa unter Druck, ging aber auch nach Alonso bereits als Zweiter in der 17. Runde zum Auftanken an die Box; Massa folgte zusammen mit Kubica drei Runden später. Kovalainen mühte sich nach seinem frühen Stopp redlich, zwei Wochen nach seinem schweren Unfall in Barcelona musste er sich aber vom zwischenzeitlich letzten Rang nach vorn arbeiten und kam auf den 12. Platz.
An der Spitze schien die Vorentscheidung in der 24. Runde gefallen zu sein: Hamilton saugte sich im Windschatten immer näher an Massas Ferrari heran, setzte sich neben den Brasilianer und zog in einer Linkskurve innen vorbei. Massa ließ ihn notgedrungen gewähren, die Alternative wäre mindestens eine Berührung der beiden Boliden gewesen. Doch nur acht Runden danach kam Hamilton zu seinem zweiten von insgesamt drei Stopps an die Box und ging hinter Massa und dem mittlerweile auf Platz zwei liegenden Räikkönen wieder auf die Strecke. Hinter Hamilton: Kubica und Heidfeld.
Im Nervenspiel um die beste Strategie - Ferrari holte seine Fahrer nur zweimal an die Box - fiel letztlich die Entscheidung im letzten Renndrittel: Massa kam 18 Runden vor Schluss zum zweiten Stopp, mit ihm Kubica, Räikkönen folgte drei Runden später, danach erneut Hamilton zu seinem 3. Stopp. Und der Vizechampion reihte sich vor Titelverteidiger Räikkönen ein. Aber hinter Massa, der nach 58 Runden und der Gesamtdistanz von 309,396 Kilometern in 1:26:49,451 Stunden mit 3,7 Sekunden Vorsprung auf Hamilton siegte.
In der Fahrer-WM führt weiter Kimi Räikkönen mit nunmehr 35 Zählern vor den jetzt punktgleichen Massa und Hamilton (beide 28). Dritter ist Kubica mit 24 Zählern, gefolgt von Heidfeld (20).
In der Konstrukteurs-WM liegt Ferrari mit 63 Zählern klar vor BMW Sauber (44) und McLaren-Mercedes (42.).
| Pl. | Fahrer | Team | Box | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| 1 | F. Massa | Ferrari | 0 | 1:26:49,451 |
| 2 | L. Hamilton | McLaren | 0 | + 3,779 |
| 3 | K. Räikkönen | Ferrari | 0 | + 4,271 |
| 4 | R. Kubica | BMW Sauber F1 ... | 0 | + 21,945 |
| 5 | N. Heidfeld | BMW Sauber F1 ... | 0 | + 38,741 |
| 6 | F. Alonso | Renault | 0 | + 53,724 |
| 7 | M. Webber | Red Bull ... | 0 | + 1:04,229 |
| 8 | N. Rosberg | Williams | 0 | + 1:11,406 |
| 9 | D. Coulthard | Red Bull ... | 0 | + 1:15,270 |
| 10 | J. Trulli | Toyota | 0 | + 1:16,344 |
| 11 | J. Button | Honda Racing ... | 0 | 1 Rd. zurück |
| 12 | H. Kovalainen | McLaren | 0 | 1 Rd. zurück |
| 13 | T. Glock | Toyota | 0 | 1 Rd. zurück |
| 14 | R. Barrichello | Honda Racing ... | 0 | 1 Rd. zurück |
| 15 | N. Piquet jr. | Renault | 0 | 1 Rd. zurück |
| 16 | A. Sutil | Force India | 0 | 1 Rd. zurück |
| 17 | S. Vettel | Scuderia Toro ... | 0 | 1 Rd. zurück |
| 18 | S. Bourdais | Scuderia Toro ... | 0 | Dreher, 26. Rd. |
| 19 | K. Nakajima | Williams | 0 | Unfallfolgen, 2. Rd. |
| 20 | G. Fisichella | Force India | 0 | Unfall, 1. Rd. |
| Pl. | Fahrer | Team | Punkte | |
|---|---|---|---|---|
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1 | K. Räikkönen | Ferrari | 35 |
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2 | F. Massa | Ferrari | 28 |
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2 | L. Hamilton | McLaren | 28 |
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4 | R. Kubica | BMW Sauber F1 Team | 24 |
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5 | N. Heidfeld | BMW Sauber F1 Team | 20 |
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6 | H. Kovalainen | McLaren | 14 |
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7 | M. Webber | Red Bull Racing | 10 |
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8 | F. Alonso | Renault | 9 |
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8 | J. Trulli | Toyota | 9 |
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10 | N. Rosberg | Williams | 8 |
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11 | K. Nakajima | Williams | 5 |
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12 | J. Button | Honda Racing F1 Team | 3 |
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13 | S. Bourdais | Scuderia Toro Rosso | 2 |
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14 | R. Barrichello | Honda Racing F1 Team | 0 |
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14 | D. Coulthard | Red Bull Racing | 0 |
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14 | A. Davidson | Super-Aguri | 0 |
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14 | G. Fisichella | Force India | 0 |
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14 | T. Glock | Toyota | 0 |
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14 | N. Piquet jr. | Renault | 0 |
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14 | T. Sato | Super-Aguri | 0 |
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14 | A. Sutil | Force India | 0 |
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14 | S. Vettel | Scuderia Toro Rosso | 0 |