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GP von Australien: Button bleibt 50 Meter vorm Ziel stehen - Zeitsrafe für Speed

Alonso eine Klasse für sich

Weltmeister Fernando Alonso feierte beim Grand Prix von Australien seinen zweiten Saisonsieg. Nach vier Safety-Car-Phasen kletterten Kimi Räikkönen und Ralf Schumacher mit aufs Podium. Michael Schumacher schied aus. Großes Pech hatte Jenson Button.

Zweiter Saisonsieg: Weltmeister Fernando Alonso gewann im Renault überlegen.
Zweiter Saisonsieg: Weltmeister Fernando Alonso gewann im Renault überlegen.
© dpaZoomansicht

Der GP von Australien auf dem Albert Park Circuit bot alles, was das Racer-Herz begehrt. Vom Crash Massas kurz nach dem Start bis zum bitteren Ende von Pole-Setter Jenson Button in der letzten Kurve lieferte das Rennen in "Down Under" großen Rennsport.

Nach nicht weniger als vier Safety-Car-Phasen hatte einmal mehr Weltmeister Fernando Alonso im Renault am Ende die Nase vorne und verwies Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes sowie Ralf Schumacher im Toyota auf die Podiumsplätze. Einen hervorragenden vierten Platz fuhr Nick Heidfeld im BMW Sauber ein. Renault-Pilot Giancarlo Fisichella, der aus der Boxengasse starten musste, profitierte schlussendlich von Buttons Pech und wurde noch Fünfter.

Es war bereits Alonsos zweiter Saisonsieg, nachdem der Weltmeister den Auftakt-GP in Bahrain gewann. Renault durfte sich nach Fisichellas Triumph in Malaysia sogar über den dritten Erfolg im dritten Rennen freuen.

Dominator Renault ist derzeit keiner gewachsen: Dritter Sieg im dritten WM-Lauf – so wie vor einem Jahr erlebt die Konkurrenz ihr "blaues Wunder". "28 von 30 Punkten, da ist bis jetzt schon ein Traum in Erfüllung gegangen", kommentierte der sichtlich gelöste Spanier. Dabei musste der bis dato jüngste Titelträger, der nach der ersten von vier Safety-Car-Phase Pole-Mann Jenson Button aus Großbritannien überholt hatte, nicht einmal alles aus seinem R26 herausholen. "Es war wichtig, den Motor schon fürs nächste Rennen in Imola zu schonen", meinte der 24-Jährige.

Rekord-Weltmeister Michael Schumacher schied nach einem Unfall mit seinem Ferrari in der 33. Runde aus. Der siebenmalige Champion ging nach verkorkster Qualifikation nur als Zehnter ins Rennen, entschied sich für die härtere Reifenmischung und volle Tanks. Diese Strategie erwies sich schon nach kurzer Zeit bei relativ kühlen Witterungsbedingungen als nicht konkurrenzfähig. Die Reifen bauten nicht genug Grip auf, der Ferrari-Pilot musste sich sogar von Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso) überholen lassen. Nachdem Schumacher zunächst an ein und derselben Stelle zweimal leicht von der Strecke abkam und durchs Gras hoppelte, schied er kurz vor Start und Ziel - abermals in einer Rechtskurve - aus, nachdem er auf die Curbs geriet, Haftung verlor und in die Mauer krachte. Schumacher blieb unverletzt und machte sich zu Fuß auf den Rückweg in die nahe liegende Ferrari-Box.

"Der Wagen hat untersteuert. Dann bin ich aufs Gras gerutscht und hatte keine Chance mehr. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Das ist dumm gelaufen für mich", beschrieb Schumacher seinen Unfall. Der 37-Jährige hatte versucht, den vor ihm liegenden Button unter Druck zu setzen, als er von der Strecke flog.

Noch schlechter erwischte es sein Teamkollege Felipe Massa, der schon im Qualifying abgeflogen war und als 15. ins Rennen ging. Der Brasilianer versuchte sich schon in der ersten Kurve nach dem Start, zwischen Nico Rosberg (Williams) und Christian Klien (Red Bull) durchzuquetschen, wo nicht genug Platz vorhanden war. Der Ferrari touchierte beide Kontrahenten, drehte sich und krachte in die Mauer. Rosbergs Bolide bekam ebenfalls etwas ab, kam noch in die Box, musste dort aber geparkt werden. Kliens Wagen hielt noch ein paar Runden, ehe auch für den Österreicher das Aus kam. Der Red Bull brach auf einer Geraden unvermittelt aus und landete in der Mauer.

In Folge der Massa-Kollision kam Bernd Mayländer zum ersten Mal mit dem Safety-Car auf die Strecke. Nach Kliens Crash musste der deutsche Tourenwagen-Pilot das zweite Mal ausrücken. Die dritte Unterbrechung war nach Schumachers Unfall nötig geworden. Vier Runden nach dem Rekord-Weltmeister erwischte es auch Liuzzi, nach dessen Unfall an der Mauer ebenfalls viele Teile auf der Strecke lagen, so dass Mayländer seinen vierten Einsatz fuhr.

In den letzten drei Runden des Rennens sog sich Renault-Pilot Giancarlo Fisichella - der in der Startaufstellung stehen geblieben war, eine zweite Einführungsrunde nötig machte und aus der Boxengasse startete - dicht an Jenson Button an. Der britische Pole-Setter wehrte sich vehement wie erfolgreich gegen die Angriffe des Italieners, ehe sein Motor in der letzten Kurve in Rauch und Feuer aufging. Der Honda blieb 50 Meter vor der Ziellinie stehen, Button fiel zurück auf Platz zehn und ging leer aus.

Ralf Schumacher holte nach einem nahezu fehlerfreien Rennen für den in Köln ansässigen Toyota-Rennstall den ersten Podiumsplatz dieser Saison, und das, obwohl der Wahl-Salzburger wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse zu einer Stop-and-Go-Strafe verurteilt worden war.

Nick Heidfeld sorgte mit dem vierten Rang für das bisher beste Resultat des neuen Rennstalls BMW-Sauber. Sein Teamkollege Jacques Villeneuve komplettierte das gute Ergebnis für den Müchner Autobauer mit Rang sechs und drei weiteren WM-Zählern.

Pech hatte Scott Speed, dem nachträglich wegen einer Zeitstrafe von 25 Sekunden der erste WM-Punkt aberkannt wurde. Die Stewards hatten nach dem Rennen festgestellt, dass Speed mit seinem Toro-Rosso-Cosworth in einer Phase unter Gelber Flagge seinen Konkurrenten Coulthard im Red-Bull-Ferrari unerlaubterweise überholt hatte. Speed fiel somit auf Rang neun zurück, David Coulthard rückte auf Rang acht vor und erhielt seinerseits seinen ersten WM-Punkt.

Kimi Räikkönens kolumbianischer Teamkollege Juan Pablo Montoya schied wegen eines Elektonikproblems an seinem McLaren-Mercedes aus. Nach einem Ausrutscher über die Randsteine schaltete sich das Auto selbstständig ab.

Alonso baute seine Führung in der WM-Wertung auf 28 Punkte vor seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella (14 Punkte), Räikkönen (14) und Michael Schumacher (11) aus. Ralf Schumacher (7) ist in der Fahrer-Wertung Siebter, Heidfeld (5) Achter, Rosberg liegt mit zwei Punkten auf Rang 13. In der Konstrukteurs-Wertung führt Renault mit 42 Zählern vor McLaren-Mercedes (23) und Ferrari (15).

 

Aktuelle Platzierung

Pl. Fahrer Team Box Zeit
1 F. Alonso Renault Sport ... 0 1:34:27,870
 
2 K. Räikkönen McLaren F1 ... 0 + 1,829
 
3 R. Schumacher Toyota 0 + 24,824
 
4 N. Heidfeld BMW Sauber F1 ... 0 + 31,032
 
5 G. Fisichella Renault Sport ... 0 + 38,421
 
6 J. Villeneuve BMW Sauber F1 ... 0 + 49,554
 
7 R. Barrichello Honda Racing ... 0 + 51,904
 
8 D. Coulthard Aston Martin ... 0 + 53,983
 
9 S. Speed Red Bull Toro ... 0 + 1:28.367
 
10 J. Button Honda Racing ... 0 1 Rd. zurück
 
11 C. Albers MF1 Racing 0 1 Rd. zurück
 
12 T. Sato Super-Aguri 0 2 Rd. zurück
 
13 Y. Ide Super-Aguri 0 3 Rd. zurück
 
14 J. Montoya McLaren F1 ... 0 Elektronikschaden, 46. Rd.
 
15 T. Monteiro MF1 Racing 0 Getriebeschaden, 41. Rd.
 
16 V. Liuzzi Red Bull Toro ... 0 Unfall, 38. Rd.
 
17 M. Schumacher Scuderia ... 0 Unfall, 33. Rd.
 
18 M. Webber Williams ... 0 Getriebeschaden, 23. Rd.
 
19 C. Klien Aston Martin ... 0 Unfall, 5. Rd.
 
20 N. Rosberg Williams ... 0 Unfall, 1. Rd.
 
21 J. Trulli Toyota 0 Unfall, 1. Rd.
 
22 F. Massa Scuderia ... 0 Unfall, 1. Rd.

Schnellste Runde im aktuellen Rennen

Kimi Räikkönen (McLaren F1 Team)
Runde: 0
1:26,045
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