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GP von Monaco: Zwei Punkte für Heidfeld - Aus für Schumi

Jarno Trulli erobert Monaco

Jarno Trulli sichert sich nach überzeugender Leistung in einem spannenden wie unterhaltsamen Grand Prix den ersten Sieg seiner Karriere und setzte sich mit 0,6 Sekunden vor Jenson Button durch. Michael Schumacher schied während einer Safety-Car-Phase aus! Rubens Barrichello hielt die Ferrari-Ehre mit dem dritten Platz vor Montoya hoch. Während McLaren-Mercedes erneut einen Doppel-Ausfall hinnehmen musste, fuhr Nick Heidfeld die ersten beiden Saison-Punkte für Jordan ein.

Von der Pole zum Sieg: Renault-Pilot Jarno Trulli.
Von der Pole zum Sieg: Renault-Pilot Jarno Trulli.
© Kicker

Renault-Pilot Jarno Trulli startete nach einem fantastischen Qualifying zum ersten Mal in seiner Karriere von der Pole Position. In die Phalanx der Franzosen brach Jenson Button ein, der sich im Qualifying vor Fernando Alonso in die erste Startreihe auf Platz zwei schob. Michael Schumacher verpasste am Samstag seine 60. Pole Position klar, fuhr nur die fünftbeste Zeit, konnte sich aber mit zwei Zehntel Vorsprung gegen Rubens Barrichello durchsetzen. Zwischen den Ferrari fuhr McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen von Platz fünf los. Der im Training Zweitschnellste, Ralf Schumacher, startete von Platz 12, nachdem er wegen seines Motorenwechsels am Donnerstag um zehn Startplätze straf-rückversetzt wurde.


Das Rennen im LIVE!-Ticker


Michael Schumachers imposante Siegesserie ist im Tunnel von Monte Carlo gerissen. Der Rekord-Weltmeister schied beim wichtigsten Formel-1-Rennen des Jahres nach einer kuriosen Kollision mit seinem Erzrivalen Juan Pablo Montoya aus - und das ausgerechnet während einer Safety-Car-Phase. Nach dem Ausfall des Ferrari-Stars, der die bisherigen fünf WM-Läufe in dieser Saison alle gewann, war der Weg für den Italiener Jarno Trulli zum ersten Grand-Prix-Triumph seiner Karriere im 119. Anlauf endgültig frei.

Die entscheidende Szene im bisher abwechslungsreichsten Rennen der Saison ereignete sich in der 46. von insgesamt 77 Runden durch die engen Straßenschluchten des Fürstentums. Michael Schumacher schleuderte im Hafentunnel mit seinem Ferrari in die Leitplanken, nachdem er zuvor vom hinter ihm fahrenden Kolumbianer Montoya im Williams-BMW berührt worden war.

Schumacher hatte offenbar zu heftig gebremst, um die Bremsen seines Autos auf die nötige Temperatur für die Freigabe des Rennens zu bringen. Das Safety-Car war auf der Strecke, weil in Runde 42 der Spanier Fernando Alonso ebenfalls im Tunnel beim Überrunden von Ralf Schumachers Williams-BMW mit Tempo 280 in die Streckenbegrenzung geprallt war. Für Schumacher war es der erste Ausfall seit dem Großen Preis von Brasilien am 6. April 2003.

Konsequenzen hat die Kollision keine. Nach Anhörung Schumachers und Montoyas sowie der Teamverantwortlichen, der Auswertung der Telemetriedaten und des Videostudiums entschieden die drei Rennkommissare am Sonntagnachmittag in Monte Carlo, es habe sich um einen normalen Rennunfall gehandelt.

Ein schwerer Unfall in der dritten Runde zeigte, wie gefährlich die Raserei durch den engen Leitplanken-Dschungel ist. Giancarlo Fisichella prallte mit seinem Sauber-Petronas gegen David Coulthards McLaren-Mercedes, überschlug sich und landete schräg auf dem Rücken auf der Absperrung. Der Italiener und der Schotte überstanden den spektakulären Crash in der Schwimmbad-Passage unverletzt. Auslöser des Unfalls war ein kapitaler Motorschaden an Takuma Satos BAR-Honda, wonach die folgenden Piloten in den Qualmwolken kaum noch Sicht hatten. Das auf die Strecke geschickte Safety Car neutralisierte das Feld für vier Runden.

In der WM-Wertung führt Michael Schumacher vor seinem “Heimspiel“ am kommenden Sonntag (30. Mai) auf dem Nürburgring mit 50 Punkten. Allerdings verkürzte sein Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien/38 Punkte), der in Monte Carlo hinter dem Engländer Jenson Button im BAR-Honda den dritten Platz belegte, den Rückstand auf nur noch zwölf Zähler. Weitere sechs Punkte zurück folgt Button auf Rang drei vor Trulli (31). Der Italiener bescherte Renault den insgesamt 17. Erfolg in der Formel 1 und den ersten seit Malaysia am 23. März 2003 durch seinen Teamkollegen Alonso.

Hitzkopf Montoya, der 2005 für McLaren-Mercedes fährt, rettete sich als Vierter ins Ziel. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld holte auf Position sieben im Jordan-Ford überraschend seine ersten beiden WM-Punkte. Ralf Schumacher, dessen Wechsel von BMW-Williams zu Toyota 2005 angeblich schon feststehen soll, kam nach einem Rennen voller Höhen und Tiefen nicht ins Ziel, wurde aber als Zehnter gewertet.

Unter keinem glücklichen Stern stand der Arbeitstag für das einstige Top-Team McLaren-Mercedes. Der Schotte David Coulthard schied nach einer spektakulären Kollision mit dem Sauber-Piloten Giancarlo Fisichella aus, dabei überschlug sich das Rennauto des Italieners. Beide Fahrer überstanden den Crash unverletzt.

Wenig später war das Rennen auch für Coulthards Teamkollegen Kimi Räikkönen beendet. Der Finne, der mit Platz fünf im Qualifying einen Aufwärtstrend erkennen ließ, musste seinen “Silberpfeil“ mit einem technischen Defekt in der Box abstellen.

Nach der bislang verpatzten Saison hofft McLaren-Mercedes auf einen baldigen Einsatz des neuen “Silberpfeils“ und die Rückkehr zu alter Stärke. “Unser Plan ist, in zwei bis vier Wochen mit dem neuen Auto auf der Strecke zu sein“, sagte McLaren-Technikchef Adrian Newey. Experten rechnen mit einem Renneinsatz des MP4-19B aber frühestens am 4. Juli beim Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours.

 

Aktuelle Platzierung

Pl. Fahrer Team Box Zeit
1 J. Trulli Renault Sport ... 0 1:45:46,601
 
2 J. Button BAR 0 + 0,497
 
3 R. Barrichello Scuderia ... 0 + 1:15,766
 
4 J. Montoya Williams ... 0 1 Rd. zurück
 
5 F. Massa Alfa Romeo ... 0 1 Rd. zurück
 
6 C. da Matta Toyota 0 1 Rd. zurück
 
7 N. Heidfeld Jordan 0 2 Rd. zurück
 
8 O. Panis Toyota 0 3 Rd. zurück
 
9 Z. Baumgartner Minardi 0 6 Rd. zurück
 
10 R. Schumacher Williams ... 0 8 Rd. zurück
 
11 M. Schumacher Scuderia ... 0 Unfall, 46. Rd.
 
12 F. Alonso Renault Sport ... 0 Unfall, 42. Rd.
 
13 K. Räikkönen McLaren F1 ... 0 Pneumatikschaden, 28. Rd.
 
14 G. Bruni Minardi 0 Getriebeschaden, 16. Rd.
 
15 G. Pantano Jordan 0 Getriebeschaden, 15. Rd.
 
16 M. Webber Jaguar 0 Antriebsschaden, 13. Rd.
 
17 D. Coulthard McLaren F1 ... 0 Unfall, 3. Rd.
 
18 G. Fisichella Alfa Romeo ... 0 Unfall, 3. Rd.
 
19 T. Sato BAR 0 Motorschaden, 3. Rd.
 
20 C. Klien Jaguar 0 Unfall, 1. Rd.

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