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01.10.2018, 17:30

Eastern Conference: Die Außenseiter im kicker-Check

Canadiens, Rangers, Red Wings: Prominenz im Umbruch

Fünf Klubs in der Eastern Conference gehen als krasse Außenseiter ins Rennen, darunter mit den Detroit Red Wings, Montreal Canadiens und New York Rangers auch drei Original-Six-Klub, die sich allesamt - wenn auch in unterschiedlichen Stadien - im Neuaufbau befinden. Die New York Islanders um Greiss und Kühnhackl müssen einen schweren Verlust verkraften, Ottawa befindet sich in einem von oben verordneten sportlichen Tiefflug.


NY Islanders: Ära Trotz beginnt ohne Tavares

Mathew Barzal
Auf ihn kommt es in der Offensive an: Mathew Barzal.
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Kommen & Gehen: Der Wechsel von John Tavares im Sommer zu den Toronto Maple Leafs kreierte Schockwellen in der gesamten Liga. Für kein Team aber war die Unterschrift so gravierend wie für die Islanders, zumal der Superstar-Center nach Vertragsende auf Long Island ohne Gegenwert ging. Wenig tröstlich aus Sicht der New Yorker da, dass Tavares' Abgang, mit Ausnahme nur von Keeper Jaroslav Halak (Boston) und Calvin de Haan (Carolina), der einzige eines etablierten Kaderspielers war.

Die neuen Stars der Islanders sind vor allem neben des Eises zu finden: Mit Lou Lamoriello (75), dessen Vertrag in Toronto nicht verlängert worden war, übernahm der erfahrenste und erfolgreichste Funktionär der Liga als neuer Sportboss. Neuer Coach ist mit Barry Trotz ebenfalls einer der erfolgreichsten seiner Zunft in der NHL-Geschichte, der als frisch gebackener Stanley-Cup-Sieger mit den Washington Capitals zu den Islanders wechselte.

Lamoriello verpflichtete prompt mit Rückkehrer Matt Martin (29) und dem 31-jährigen Leo Komarov (beide zuvor Toronto) sowie Valtteri Filppula (34) drei Veteranen für die Kadertiefe. Tom Kühnhackl (26) entschied sich ebenfalls für einen Neuanfang auf Long Island. Während der Schweizer Luca Sbisa ein erfolgreiches Tryout absolvierte und für ein Jahr unterschrieb, war bis zuletzt unklar, ob auch Dennis Seidenberg (37) ein weitere Zukunft bei den Islanders hat. Aus der KHL kam der tschechische Kreativcenter Jan Kovar (28). Statt Halak ist nun Robin Lehner (zuvor Buffalo) im Tor neuer Partner - und Konkurrenz - für Thomas Greiss.

Stärken & Schwächen: In Sachen Offensive (264) waren die Islanders 2017/18 um Calder-Trophy-Gewinner Mathew Barzal (21), der mit 85 Punkten sogar noch einen mehr holte als Tavares, voll auf der Höhe mit den Play-off-Teams, auch wenn sie selbst die Endrunde um immerhin 17 Zähler verpassten. Dies lag nicht zuletzt am großen Schwachpunkt Defensive, die mit 296 Gegentoren die meisten in der NHL kassierte. Ohne Tavares hat die Abteilung Attacke nun ein Schlüsselelement verloren. Da die Personaldecke in Defensive wie Tor weitgehend gleich blieb, wartet auf den für defensive Disziplin bekannten Coach Trotz eine Mammutaufgabe.

kicker-Tipp: Die Islanders dürften 2018/19 ein schwerer zu spielender Gegner sein als noch in der Vorsaison. Dafür steht Trotz, aber auch Akteure wie Komarov und Martin. Allerdings: Ohne Tavares fokussiert sich offensiv nun nahezu alles auf Jungstar Barzal. Sollten Talente wie Kieffer Bellows (20) oder Josh Ho-Sang (22) nicht unerwartet schnell einschlagen, erwartet Long Island ein weiteres Übergangsjahr ohne Play-offs.

Montreal: Kotkaniemi als Hoffnungsträger

Jesperi Kotkaniemi
Er ist der Hoffnungsträger: Jesperi Kotkaniemi.
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Kommen & Gehen: Die Canadiens sind endgültig im Umbruchmodus angekommen. Mit Kapitän Max Pacioretty (29; Vegas) und Alex Galchenyuk (24; Arizona) trennte sich General Manager Marc Bergevin von zwei prägenden Figuren der letzten Jahren, die allerdings auch zunehmend kontrovers diskutiert worden waren: Der eine (Pacioretty) aufgrund einer schwachen Saison mit nur 37 Scorerpunkten und kolportierten Abwanderungsgedanken, der andere (Galchenyuk) aufgrund seines nicht schwinden wollenden Status als ewiges Talent.

Im Gegenzug kam für Pacioretty unter anderem der Slowake Tomas Tatar (27) von den Golden Knights, der immerhin einst im Trikot der Red Wings 2014/15 29 Tore und 56 Punkte hatte erzielen können. Im Tausch mit Galchenyuk kam mit Max Domi (24) ein giftiger und vielseitig einsetzbarer Stürmer von den Coyotes, der nach einem völlig unnötigen Faustschlag gegen Floridas Aaron Ekblad gleich im ersten Testspiel alle weiteren Vorbereitungsspiele gesperrt verpasste. Mit Joel Armia (25) sicherte sich Bergevin einen hochveranlagten Angreifer, der im tief besetzten Winnipeg nur wenige Einsatzminuten erhalten hatte.

Der neue Hoffnungsträger in Montreal heißt jedoch Jesperi Kotkaniemi. Den erst 18-jährigen Finnen wählten die Canadiens im Draft 2018 bereits als dritten Spieler in der 1. Runde aus. Nach einem überzeugenden Camp startet der Mittelstürmer nun prompt in der NHL - und soll den langjährigen Schwachpunkt auf der Center-Position zumindest mittelfristig vergessen machen.

Stärken & Schwächen: Mit 209 Treffern gelangen Montreal 2017/18 die zweitwenigsten Tore in der East Conference (Buffalo: 199) und drittwenigsten in der gesamten NHL (Arizona: 208). Ohne Pacioretty und Galchenyuk fehlt nominell nun noch mehr Firepower. Hinzu kommt, dass mit Shea Weber (33), der schon in der vergangenen Saison früh ausgefallen war, der Nummer-eins-Verteidiger nach einer Knie-OP im Sommer mindestens bis zum Jahreswechsel fehlen wird. Kanadas Nationaltorhüter Carey Price (31) ist damit zumindest momentan der einzig verbliebene Star im Team.

kicker-Tipp: Die Canadiens befinden sich im Umbruch, verfügen nach den jüngsten Transfers allerdings immerhin über zahlreiche vielversprechende Talente in der Organisation, allen voran Hoffnungsträger Kotkaniemi. Der jungen Mannschaft - im Sturm steht mit Tomas Plekanec (35) nur ein Spieler jenseits der 30 - ist der ein oder andere Überraschungserfolg durchaus zuzutrauen, mehr vorerst noch nicht.

Detroit: Neuaufbau in vollem Gange

Dylan Larkin
Der Topscorer des letzten Jahres: Dylan Larkin.
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Kommen & Gehen: Nach 16 Jahren ist die großartige Karriere von Henrik Zetterberg zu Ende. Nachdem der bald 38-Jährige bereits in den letzten Jahren und bis in den Sommer hinein unter chronischen Rückenproblemen litt und nicht einmal mal mehr voll trainieren konnte, ist - trotz noch bis 2021 laufendem Kontrakt - nicht mehr mit weiteren NHL-Partien des Ausnahmestürmers zu rechnen. Abgesehen von Zetterberg allerdings blieb Coach Jeff Blashill der Vorjahreskader weitestgehend erhalten.

Die Red Wings befinden sich im Neuaufbau, weshalb die Verstärkungen insbesondere aus dem eigenen Talentepool kommen. Ausnahme: Der Grazer Thomas Vanek (34), der bereits 2016/17 ein durchaus erfolgreiches Kurzgastspiel in Detroit gab (48 Spiele, 38 Scorerpunkte), unterschrieb bis Ende Juni 2019. Als neue Konkurrenz von Jimmy Howard kam zudem mit Jonathan Bernier (bis 2021) ein Keeper mit Starter-Potenzial.

Für frischen Wind sorgen sollen vor allem die Jungen: Die Abwehrspieler Filip Hronek und Dennis Cholowski (beide 20) dürften von Beginn an zum Stammpersonal gehören, die hochtalentierten Angreifer Michael Rasmussen (19) und der erst im Sommer im Draft ausgewählte Filip Zadina (18) gelten ebenfalls bereits als NHL-reif.

Stärken & Schwächen: In der vergangenen Saison drückte vorne wie hinten der Schuh, weder die Offensive (nur 217 Tore) noch die Defensive (255 Gegentreffer) agierte auch nur annähernd auf Play-off-Niveau, die folgerichtig um satte 26 Punkte verpasst wurde. Die meisten Führungsspieler, wie Niklas Kronwall (37), oder Frans Nielsen, Trevor Daley und Jonathan Ericsson (alle 34) haben ihre beste Zeit bereits hinter sich. Mit Ausnahme des letztjährigen Topscorers Dylan Larkin (22) fehlt es an erstklassigen Offensivspielern, zumal die jungen Talente noch Zeit brauchen. Einzig in Sachen Kadertiefe sind die Red Wings traditionell ordentlich aufgestellt.

kicker-Tipp: Detroit hat die Talsohle in seinem Prozess des Neuaufbaus erreicht. Der Umbau ist in vollem Gange und wird wohl noch ein paar Jahre andauern. Nur, wenn mehrere der Nachwuchskräfte über sich hinauswachsen und zugleich die Altstars endlich einmal weitgehend gesund bleiben, ist den Red Wings ein längerer Kampf um die Play-off-Plätze zuzutrauen.

NY Rangers: Lundqvist & Co. vor schwerer Saison

Henrik Lundqvist
Einer der besseren NHL-Keeper: Henrik Lundqvist.
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Kommen & Gehen: Nur selten wird ein Neuaufbau in der NHL derartig generalstabsmäßig eingeleitet wie bei den Rangers im Frühjahr. Als erkennbar war, dass die Mannschaft die Play-offs 2018 nicht mehr erreichen würde, wandte sich die Sportliche Leitung in einem offenen Brief an Umfeld und Anhängerschaft und kündigte einschneidende Veränderungen an. Cheftrainer Alain Vigneault wurde nach fünf Jahren entlassen. David Quinn, zuvor fünf Jahre lang Coach an der Boston University, übernahm.

Mittels zahlreicher Tauschgeschäfte wurden anschließend auch größere Veränderungen im Kader vorgenommen: Kapitän Ryan McDonagh und Allroundstürmer J.T. Miller wechselten nach Tampa Bay, auch Rick Nash und Michael Grabner gingen bereits Ende Februar.

Wie es ein Neuaufbau so mit sich bringt, setzt man im Big Apple nun auf die eigenen Talente. Dem 23-jährigen Pavel Buchnevich (43 Punkte schon im vergangenen Jahr) wird ein Sprung zu einem Topscorer zugetraut. Edeltechniker Filip Chytil (19) und die beiden Allroundcenter Brett Howden und Lias Andersson (beide 20) sollen mittelfristig größere Rollen im NHL-Team übernehmen.

Stärken & Schwächen: Mit 77 Zählern wurden die New Yorker 2017/18 Letzter in der Metropolitan Division. Mit der gleich Punktzahl wäre es in der Atlantic Division immerhin Rang fünf gewesen - wenn auch ebenfalls weitab der Play-off-Ränge. Den Rangers fehlen im Vergleich nicht nur zur Topkonkurrenz im Osten aus Washington, Toronto, Tampa oder Pittsburgh in Defensive wie Offensive Spieler, die den Unterschied ausmachen können - mit Ausnahme nur von Torhüter Henrik Lundqvist, der auch mit 36 Jahren noch einer der besseren NHL-Keeper ist.

kicker-Tipp: Den Rangers fehlt sowohl in der Spitze als auch in der Breite die Qualität, um ins Rennen um die Play-offs einzugreifen. Der von den Klubbossen angekündigte Umbruch wird den Fans des Original-Six-Teams daher eine schwere Saison 2018/19 bescheren.

Ottawa: Von oben verordnete Tristesse

Matt Duchene
Spielmacher in Ottawa: Matt Duchene.
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Kommen & Gehen: Kaum zu glauben, aber wahr: vor gerade einmal 16 Monaten standen die Senators nur einen Sieg vom Einzug ins Stanley-Cup-Finale entfernt. Nicht zuletzt ein von Klubbesitzer Eugene Melnyk verordneter strikter Sparzwang zwang General Manager Pierre Dorion zuletzt aber dazu, drastische personelle Veränderungen einzuleiten. Mit Erik Karlsson verließ kurz vor Beginn der Vorbereitung schließlich auch noch der Kapitän und zugleich das Gesicht der erfolgreicheren jüngeren Vergangenheit die kanadische Hauptstadt in Richtung San Jose.

Zuvor hatten die Senators bereits Torjäger Mike Hoffman, dessen Verlobte von Karlssons Ehefrau nach mutmaßlichem Internet-Mobbing mit einer einstweilige Verfügung belegt worden war, zu den Florida Panthers transferiert. Im Verlauf der Saison 2017/18 waren bereits weitere Leistungsträger wie Kyle Turris (Nashville), Dion Phaneuf (Los Angeles) oder Derick Brassard (Pittsburgh) abgegeben worden. In den kommenden Monaten könnten insbesondere mit Topscorer Mark Stone und Spielmacher Matt Duchene, deren Verträge im Sommer 2019 auslaufen, weitere prominente Abgänge folgen.

Möglichst Jung und damit möglichst billig: Nach diesen Kriterien verläuft der Neuaufbau in Ottawa. Mit Ausnahme der in den Tauschgeschäften verpflichteten Chris Tierney (24) und Mikkel Boedker (28) soll Cheftrainer Guy Boucher vor allem mit Talenten aus dem eigenen Nachwuchspool arbeiten. Hierfür steht Offensivverteidiger Thomas Chabot (21), der ebenso wie der erst im Draft 2018 ausgewählte Brady Tkachuk (19) oder Alex Formenton (19) im Angriff in seine erste volle NHL-Spielzeit geht.

Stärken & Schwächen:

Ein wenig durchschlagskräftiger Sturm (221 Tore) und eine anfällige Defensive (291 Gegentore) kennzeichneten die Senators schon 2017/18. Nun ist auch noch Führungsfigur Karlsson weg und der Kader noch jünger und unerfahrener. Zwar mag Boucher gerade in der Offensive vier relativ ausgeglichene Reihen aufbieten können, doch es fehlt, nach Karlssons Abgang gerade in der Abwehr, allgemein an Tiefe und höchster Qualität.

kicker-Tipp: Alles andere als einer der hinteren drei Plätze in der Liga wäre bereits eine Überraschung. Besitzer Melnyk strebt einen mittelfristigen Stadion-Umzug aus dem Vorort Kanata ins Stadtzentrum an und will daher vorerst nicht weiter ins Team investieren. Doch noch ist der Baubeginn bestenfalls in der Planungsphase. Die Senators-Fans müssen sich daher auf triste Tage einstellen - auf unbestimmte Zeit.

jom

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