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27.09.2018, 08:34

Die Außenseiter in der Western Conference

Hawks & Kings: Dauergäste vor schwerer Saison

15 Teams kämpfen in der Western Conference um einen Einzug in die Play-offs. Eher Außenseiterchancen auf eine Endrunden-Teilnahme haben in der Saison 2018/19 mit den Chicago Blackhawks (2010, 2013, 2015) und den Los Angeles Kings (2012, 2014) zwei Teams, die zusammen fünf der letzten acht Meisterschaften geholt hatten. Trotz einer prominenten Neuverpflichtung wird es auch für die Calgary Flames schwer. Für die Vancouver Canucks und die Arizona Coyotes, die nach Umbrüchen über viele Talente verfügen, kommt eine Play-off-Teilnahme wohl noch zu früh.


Chicago: Das Ende einer Ära?

Corey Crawford
Bleibt er fit? Chicagos Goalie Corey Crawford.
© Getty ImagesZoomansicht

Erstmals nach zehn Jahren permanenter Play-off-Teilnahme verpassten die Chicago Blackhawks 2018 wieder die Endrunde. Binnen eines Jahres stürzten die Hawks von Rang 1 in der Central Division gar auf den letzten Platz ab. Droht der Truppe aus Windy City nun erneut eine längere Play-off-Abstinenz? In den letzten zwei Jahrzehnten erlebte Chicago schon zweimal eine Durststrecke: für fünf Jahre zwischen 2003 und 2008 sowie für vier Jahre zwischen 1998 und 2001.

Das enttäuschende Abschneiden der Hawks lag vor allem im Leistungsabfall der Schlüsselspieler begründet. Hinzu kam der langfristige Ausfall von Stammtorwart Corey Crawford, der wegen einer Kopfverletzung nur 28 Spiele absolvieren und nie adäquat ersetzt werden konnte. Im Sommer verpflichtete Chicago deshalb mit dem 34-jährigen Cam Ward (Carolina Hurricanes) einen routinierten Goalie. Erfahrung bringen auch die Neuzugänge Brandon Manning (28, Philadelphia Flyers) für die Verteidigung und Chris Kunitz (38, Tampa Bay Lightning) für den Sturm mit. Alleine Ward (2006) und Kunitz (2007, 2009, 2016, 2017) kommen mit der Empfehlung von fünf Stanley-Cup-Siegen. Für frischen Wind könnte zudem ein Deutscher sorgen: Dominik Kahun, dreimaliger deutscher Meister mit dem EHC München (2016, 2017, 2018) sowie Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2018 wurde bei den Blackhawks bis 2020 unter Vertrag genommen.

Chicago verfügt mit Crawford (33) und Ward (34) über ein bewährtes Goalie-Tandem. Ein großes Fragezeichen steht hinter der Verteidigung, wo die Routiniers Brent Seabrook (33) und Duncan Keith (35) so langsam in die Jahre kommen. Im Sturm sollen es erneut die beiden Superstars Patrick Kane (29) und Kapitän Jonathan Toews (30) richten. Zudem stehen mit Alex DeBrincat (20) und Nick Schmaltz (22) aufstrebende Talente zur Verfügung. In der Tiefe scheinen die Blackhawks aber weder in der Defensive noch in der Offensive breit genug aufgestellt.

kicker-Tipp: Nach drei Stanley-Cup-Siegen in den letzten acht Jahren (2010, 2013, 2015) und einem eher soften Umbruch im Sommer droht in Chicago eine Ära zu Ende zu gehen. Die Blackhawks zählen 2018/19 eher zu den Außenseitern. Den Jungs aus Windy City ist zuzutrauen, ein Wörtchen im Rennen um die Wild-Card-Plätze in der Western Conference mitreden zu können, werden aber zum zweiten Mal in Folge die Play-offs verpassen.


Los Angeles: Viel Erfahrung, wenig Durchschlagskraft?

Ilya Kovalchuck
Zurück in der NHL: Ilya Kovalchuck nimmt einen neuen Anlauf in Los Angeles.
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Obwohl die Los Angeles Kings in der regulären Saison mit nur 203 Gegentoren die ligaweit beste Defensive sowie mit 85 Prozent Erfolgsquote auch noch das beste Penalty Killing stellten, war in den Play-offs schon sehr früh Schluss: In der 1. Runde wurde L.A. vom späteren Vize-Champion Vegas Golden Knights gesweept (Serien-Endstand: 0:4).

Der Kings-Kader blieb im Kern unverändert. Mit Verteidiger, Stanley-Cup-Sieger und Norris-Trophy-Gewinner Drew Doughty verlängerte einer der wichtigsten Spieler langfristig um weitere acht Jahre bis 2027. Die prominenteste Neuverpflichtung ist Alt-Star Ilya Kovalchuk (35), der nach fünf Jahren in der KHL bei SKA St. Petersburg nochmal in die NHL zurückkehrt. Der Deutsche Tobias Rieder verließ Los Angeles nach einem kurzen Gastspiel zu den Edmonton Oilers.

Die Defensive wird erneut das Prunkstück der Kings sein. Zum einen, weil mit Jonathan Quick ein Torwart von Weltklasse-Format zwischen den Pfosten steht. Zum anderen, weil die Verteidiger Doughty, Derek Forbort, Jake Muzzin, Alec Martinez oder Dion Phaneuf über Shutdown-Fähigkeiten verfügen. Allerdings stellt sich die Frage nach der Durchschlagskraft in der Offensive. Diese wird von Kapitän Anze Kopitar angeführt, dahinter wollen Talente wie Alex Iafallo (24) oder Adrian Kempe (22) den nächsten Schritt gehen.

kicker-Tipp: Mit im Schnitt 28,54 Jahren stellen die Kings die älteste Truppe in der Western Conference bzw. die zweitälteste in der NHL. Diese Erfahrung kann ein Vorteil sein, allerdings fehlte Los Angeles schon in der Vorsaison Tempo und Mobilität. Defensiv dürfte L.A. erneut sicher stehen - vorne fehlt aber Durchschlagskraft und Secondary Scoring. Die Kalifornier kämpfen um einen Wild-Card-Spot, werden diesen aber nicht ganz erreichen.


Calgary: Mehr Offensivpower dank Neal?

James Neal
Prominente Verstärkung: James Neal geht künftig für Calgary auf Torejagd.
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In den letzten neun Jahren qualifizierten sich die Calgary Flames nur zweimal für die Play-offs. Im Vorjahr fehlten satte elf Punkte, was nur zu Rang fünf in der Pacific Division reichte.

Im Sommer installierten die Flames mit Bill Peters allen voran einen neuen Trainer. Bei weitem nicht der einzige Wechsel: Mit Dougie Hamilton und Micheal Ferland schickte Calgary zwei verdiente Spieler zu den Carolina Hurricanes und erhielt im Gegenzug Verteidiger Noah Hanifin (21) und Elias Lindholm (23) - zwei Spieler mit großem Entwicklungspotenzial. Über den Free-Agent-Markt kam mit James Neal (zuvor Vegas) die prominenteste Verstärkung in diesem Sommer nach Calgary. Mit dem Ex-Nürnberger und Olympia-Silber-Gewinner Yasin Ehliz versucht auch ein Deutscher einen Platz im NHL-Team zu ergattern.

Die Flames wollen 2018/19 vor allem eines: mehr Tore erzielen (Vorjahr nur 218 Treffer, 26.). Mit den Publikumslieblingen Johnny Gaudreau, Sean Monahan und Matthew Tkachuk ist Calgary in der Spitze sehr gut aufgestellt und holte mit Neal einen körperlich robusten Goalgetter mit dazu. Allerdings fällt die Qualität in den hinteren Reihen merklich ab. Fehlendes Secondary Scoring könnte zum großen Problem werden. Die Abwehr muss unter Beweis stellen, höheren Ansprüchen gerecht zu werden. Zwischen den Pfosten steht mit Frohnatur Mike Smith ein sicherer Rückhalt.

kicker-Tipp: Calgary wird eine bessere Saison spielen als im Vorjahr, ob die Balance zwischen Offensive und Defensive unter dem neuen Coach besser gelingt, bleibt abzuwarten. Die Flames starten trotz der Transfers als Außenseiter, sind aber nicht chancenlos.


Vancouver: Mehr Tiefe, aber fehlende Qualität in der Spitze

Elias Pettersson
Der große Hoffnungsträger in Vancouver: Elias Pettersson.
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Hinter den Vancouver Canucks liegt eine Saison zum Vergessen: Mit nur 73 Punkten schlossen die Nucks als zweitschlechtestes Team der Western Conference sowie auch der Pacific Division ab. Die Play-offs waren mit 22 Zählern Rückstand nur mit dem Fernglas zu erkennen.

Mit den Zwillingen Henrik und Daniel Sedin (beide 37) beendeten zwei Franchise-Player der Canucks in diesem Sommer ihre beeindruckende Karriere und hinterließen eine große Lücke. Zusätzlich ging durch den Abgang von Jussi Jokinen (35, Detroit Red Wings) weitere Erfahrung verloren. Die Einkaufspolitik in Vancouver sah durch die Verpflichtung der Bottom-Six-Stürmer Jay Beagle (Washington Capitals), Antoine Roussel (Dallas Stars) und Tim Schaller (Boston Bruins) vor allem eine Stärkung der Tiefe vor. Ein echter Kracher ist Elias Pettersson. Den 19-jährigen Schweden drafteten die Nucks bereits 2017 (1. Runde, 5. Stelle) und "parkten" ihn für ein Jahr bei den Växjö Lakers in der SHL (57 Spiele, 34 Tore, 41 Assists, 75 Scorerpunkte). Nun will der schnelle, trickreiche und torgefährliche Mittelstürmer die NHL verzücken.

Vancouver ist in der Tiefe breiter aufgestellt als zuvor, allerdings fehlt es an Qualität in der Spitze. Die Hoffnungen ruhen neben Pettersson auch auf Brock Boeser (21), der in der Vorsaison bis zu seiner Verletzung stark aufspielte. Auch im Tor, wo Jacob Markström und Anders Nilsson ein schwedisches Tandem bilden, sowie in der Verteidigung fehlt es an Top-Spielern.

kicker-Tipp: In den letzten fünf Jahren scheiterten die Canucks viermal an der Play-off-Qualifikation. Der Umbruch in Vancouver ist im vollen Gange, das Team ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich jünger (26,19 Jahre im Schnitt) und muss erst noch zu einem Play-off-Team reifen. 2019 kommt zu früh für eine Endrunden-Teilnahme - für die Nucks ist erneut nach der regulären Saison Schluss.


Arizona: Großer Talente-Pool und ein starkes Zeichen von "OEL"

Oliver Ekman-Larsson
Glaubt an bessere Zeiten in Arizona: Kapitän Oliver Ekman-Larsson.
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Die Arizona Coyotes liefen der Musik im Vorjahr lange hinterher. Nach einem desaströsen Start (12-32-9) fingen sich die Yotes im letzten Saison-Drittel (17-9-3), waren mit 70 Punkten aber dennoch die schlechteste Mannschaft in der Western Conference sowie der Pacific Divison.

Der Aufschwung war eng mit der Leistungssteigerung von Torwart Antti Raanta verbunden, der sich regelrecht in einen Rausch spielte. Arizona reagierte und verlängerte mit dem Finnen um drei Jahre. Ein starkes Signal setzte auch Star-Verteidiger Oliver Ekman-Larsson, der sich vorzeitig um weitere acht Jahre bis 2027 an die Coyotes band. Für Aufsehen sorgte der Trade mit den Montreal Canadiens: Mit Alex Galchenyuk zogen die Wüstenhunde einen hochveranlagten Center an Land, mussten dafür mit Max Domi aber auch einen talentierten Flügelstürmer abgeben. Neben Galchenyuk sollen auch die weiteren Neuzugänge Michael Grabner (New Jersey Devils), Vinnie Hinostroza und Marian Hossa (Chicago Blackhaws) für mehr Torgefahr sorgen. Eine schwächelnde Offensive war schon im Vorjahr die Achillesferse in Arizona: Die Coyotes zeigten sich nur wenig bissig, stellten mit nur 208 Treffern die zweitschlechteste Offensive der NHL und waren auch im Powerplay kaum gefährlich (16,9 Prozent Erfolgsquote).

Im Kader der Wüstenhunde befinden sich eine Reihe von vielversprechenden Talenten: Galchenyuk (24), Hinostroza (24), Dylan Strome (21), Clayton Keller (20), Christian Fischer (21), Christian Dvorak (22), Lawson Crouse (21) und Brendan Perlini (22) im Sturm sowie Jakob Chychrun (20) in der Verteidigung stehen für einen reichhaltigen Talente-Pool. Reichen die Qualitäten der erfahrenen Recken wie Brad Richardson (33), Derek Stepan (28), Grabner (30) oder Niklas Hjalmarsson (31) aus, um die jungen Wilden mitzuziehen?

kicker-Tipp: Die Yotes sind jung (im Schnitt 25,87 Jahre), wild und hungrig. Doch hält das Form-Hoch von Raanta an? Und wie reagiert die Mannschaft auf Rückschläge? Arizona wird eine bessere Rolle spielen als letztes Jahr und kann an guten Tagen den einen oder anderen Großen ärgern. Die Play-offs kommen für die Coyotes aber noch zu früh.


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