Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
29.09.2018, 14:15

Die Play-off-Kandidaten in der Western Conference

Blues rüsten auf - Harter Kampf für drei Deutsche

Nur acht Mannschaften in jeder Conference schaffen den Sprung in die Play-offs. Im Westen ist das Gedränge um die begehrten Plätze groß und die Qualität der potenziellen Kandidaten hoch. Allen voran bei den St. Louis Blues, die im Sommer vor allem die Offensive verstärkten und nun zurück in die Play-offs stürmen wollen. Ihre siebte Teilnahme in Folge streben die Minnesota Wild und Anaheim Ducks durchaus berechtigt an. Spannend wird sein, ob die Edmonton Oilers mit zwei Deutschen wieder durchstarten und ob die Colorado Avalanche mit Stanley-Cup-Sieger Philipp Grubauer erneut im Kollektiv überzeugen.


St. Louis: Viele Neuzugänge für mehr Firepower

Ryan O'Reilly
Blockbuster-Verstärkung: Ryan O'Reilly stürmt für St. Louis.
© imagoZoomansicht

Dass die St. Louis Blues die Play-offs 2018 verpassten, war eine faustdicke Überraschung. Am Ende fehlte zwar nur ein Punkt auf den letzten Wild-Card-Spot - die Enttäuschung über das frühe Saisonende konnte das aber nicht lindern.

Damit sich dieser Fauxpas nicht wiederholt, arbeiteten die Blue Notes im Sommer akribisch an einer Kaderverbesserung und präsentierten mit Ryan O'Reilly (Buffalo Sabres), David Perron (Vegas Golden Knights), Tyler Bozak (Toronto Maple Leafs) und Patrick Maroon (New Jersey Devils) prominente Neuzugänge. Dafür gab St. Louis Patrik Berglund, Vladimir Sobotka (beide Buffalo), Kyle Brodziak (Edmonton Oilers) und Carter Hutton (Buffalo) ab. Durchaus einschneidende Veränderungen, denn O'Reilly und Maroon könnten zusammen mit Scharfschütze Vladimir Tarasenko eine neue erste Sturm-Reihe bilden. Perron und Bozak dürften unter den Top-9-Stürmern zu finden sein.

Die Offensive der Blues verspricht jede Menge Durchschlagskraft. Neben den Neuen und Tarasenko haben auch Brayden Schenn, Jaden Schwartz, Alexander Steen und Robby Fabbri jede Menge Scoring-Touch. Auch in der Tiefe scheint der Angriff gut besetzt. Zusätzliche Firepower erhält St. Louis von den Verteidigern Alex Pietrangelo und Colton Parayko. Im Tor erhält Jake Allen neue Konkurrenz durch Chad Johnson (Buffalo) und muss sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern.

kicker-Tipp: Mit vielen neuen Offensivkräften wollten die Blues vor allem ihre schwächelnde Torproduktion (nur 223 Tore) und das lahmende Powerplay (nur 14,8 Prozent) stärken. Angesichts der Neuzugänge scheint dies gelingen zu können. Die Play-offs sollte St. Louis erreichen - doch für eine Top-Platzierung oder gar einen Titel fehlt den defensivstarken Blue Notes ein besseres Goalie-Gespann.


Minnesota: Mit neuem GM eine Runde weiter?

Eric Staal
Jubelpose: Eric Staal war in der Vorsaison der Top-Scorer in Minnesota.
© picture allianceZoomansicht

Die Minnesota Wild konnten ihren Play-off-Durst zwar sechsmal in Folge stillen, doch wirklich satt wurde die Truppe aus dem State of Hockey dort nicht: Seit 2015 kamen sie nicht über die 1. Runde hinaus. 2017/18 war gegen die Winnipeg Jets schon früh Schluss (Serie: 1:4).

Mit Paul Fenton präsentierten die Wild einen neuen General Manager, der zwar nach wie vor auf denselben Spieler-Kern setzt, mit J.T. Brown (Anaheim Ducks), Eric Fehr (San Jose Sharks), Matt Hendricks (Winnipeg Jets) oder Matt Read (Philadelphia Flyers) aber neue Gesichter für die Tiefe präsentierte.

Minnesotas Sturm ist vor allem auf der Center-Position mit Eric Staal, Mikko Koivu, Joel Eriksson Ek, Charlie Coyle und Eric Fehr qualitativ hochwertig und tief besetzt. Hinzu kommen torgefährliche Flügelstürmer wie Zach Parise, Jason Zucker, Mikael Granlund oder Nino Niederreiter. Die Wild dürfen demnach auf jede Menge Secondary Scoring hoffen. Gleiches gilt auch für die blaue Linie, wo mit Ryan Suter, Matt Dumba, Jared Spurgeon durchaus torgefährliche Verteidiger zur Verfügung stehen. Im Tor bilden Devan Dubnyk und Alex Stalock ein solides Gespann.

kicker-Tipp: Die Wild gehören auch 2018/19 wieder zu den Play-off-Teams. Ob die eingespielte, tief besetzte und erfahrene (28,43 Jahre im Schnitt) Truppe diesmal den Erstrunden-Fluch brechen kann, bleibt abzuwarten und hängt wohl vom Gegner ab. Umso wichtiger wird für Minnesota eine möglichst gute Platzierung in der regulären Saison sein.


Anaheim: Fokus auf Vertragsverlängerungen

John Gibson
Sicherer Rückhalt: Anaheims Goalie John Gibson verlängerte bis 2027.
© picture allianceZoomansicht

Die vergangene Saison warf bei den Anaheim Ducks durchaus Fragen auf: Zwar beendeten die Kalifornier die Hauptrunde auf Platz zwei in der Pacific Division, dann aber scheiterten sie krachend in der 1. Play-off-Runde am Rivalen San Jose Sharks (0:4-Sweep).

Das Vertrauen ins vorhandene Personal ist in Orange County dennoch groß. Die Stürmer Adam Henrique (bis 2024) und Ondrej Kase (bis 2021), Verteidiger Brandon Montour (bis 2020) sowie Stammtorwart John Gibson (bis 2027) verlängerten ihre Verträge. Neu sind die Angreifer Carter Rowney (Pittsburgh Penguins), Brian Gibbons (New Jersey Devils) und Olle Erikson Ek (Lulea, SHL, Schweden) sowie Verteidiger Luke Schenn (Arizona Coyotes). Allesamt Verstärkungen für die Tiefe im Kader.

Anaheim verfügt mit Stürmern wie Ryan Getzlaf, Corey Perry, Henrique, Rickard Rakell, Ryan Kesler, Jacob Silverberg und Nick Ritchie sowie mit Verteidigern wie Hampus Lindholm, Montour, Cam Fowler und Josh Manson durchaus über namhafte Spieler. Insgesamt wirkt der Kader in der Offensive und Defensive ausgewogen zusammengestellt, durchaus qualitativ hochwertig besetzt und eingespielt. Zwischen den Pfosten steht mit Starter Gibson ein starker Goalie sowie mit Backup Ryan Miller ein erfahrener Ersatzmann parat.

kicker-Tipp: Mit den Ducks ist auch 2018/19 zu rechnen. Anaheim sollte die Play-off-Qualifikation zum siebten Mal in Folge meistern, muss in der Endrunde dann aber unter Beweis stellen, auch dort liefern zu können.


Dallas: Mit neuem Trainer zurück in die Play-offs?

John Klingberg
Schussgewaltiger Abwehrspieler: Dallas' Offensivverteidiger John Klingberg.
© imagoZoomansicht

In den letzten zehn Jahren gelang den Dallas Stars nur zweimal die Qualifikation für die Play-offs. 2017/18 scheiterten die Texaner zum zweiten Mal in Folge. Auch aufgrund von vielen Verletzungen fehlten am Ende drei Punkte. Die Truppe aus dem Lone-Star-State schloss auf Rang sechs der Central Division ab.

Daraufhin trat Trainer Ken Hitchcock zurück. Mit Jim Montgomery (49) folgte ein 17 Jahre jüngerer Coach, dem nachgesagt wird, gut mit jungen Spielern arbeiten zu können. Ein solcher wäre Miro Heiskanen (19), Dallas' Erstrunden-Pick im Jahr 2017 (3. Stelle), der im vergangenen Jahr weitere Erfahrungen in Finnlands höchster Spielklasse sammelte (Helsingin IFK, Liiga). Auch Valeri Nichushkin (23) kehrte nach zwei Jahren in Russland (CSKA Moskau, KHL) zurück und soll nun voll durchstarten. Die Stars legten im Sommer aber auch in Sachen Erfahrung nach: Anton Khudobin (32, Boston Bruins) soll der neue Backup von Starter Ben Bishop werden, Roman Polak (32, Toronto Maple Leafs) ist ein Shutdown-Verteidiger für die Tiefe, dort will auch Blake Comeau (32, Colorade Avalanche) als Bottom-Six-Stürmer wirken. Von Bord gegangen sind derweil Abwehrmann Dan Hamhuis (Nashville Predators) und Angreifer Antoine Roussel (Vancouver Canucks).

Die Parade-Reihe der Stars mit Tyler Seguin, der seinen Vertrag langfristig bis 2027 verlängerte, Jamie Benn und Alexander Radulov ist zusammengeblieben und sollte auch 2018/19 wieder für jede Menge Spielwitz und Tore sorgen. Produktivität aus den hinteren Reihen muss Dallas noch nachweisen. In der Verteidigung ist John Klingberg ein zuverlässiger Scorer. Bishop gilt als verlässlicher Torhüter.

kicker-Tipp: Bleiben die Stars verletzungsfrei, sind sie wieder mittendrin im Kampf um die Play-offs. Es darf gehofft und gebangt werden - die Entscheidung könnte erst sehr spät in der Saison fallen.


Edmonton: Offensivpower "Made in Germany"

Connor McDavid & Leon Draisaitl
Brandgefährliche Mittelstürmer: Edmontons Connor McDavid (l.) und der Deutsche Leon Draisaitl (r.).
© Getty ImagesZoomansicht

Der Play-off-Zug war für die mit hohen Erwartungen in die Saison gestarteten Edmonton Oilers schon früh abgefahren. Obwohl mit Superstar Connor McDavid der NHL-Top-Scorer als Kapitän auf der Brücke stand, verpassten die Kanadier die Endrunden-Teilnahme um satte 17 Punkte. Eine schwache Defensive (262 Gegentore, schlechteste Defensive in der Western Conference), ein ineffektives Penalty Killing (76,7 Prozent), eine eklatante Heimschwäche (19-18-4, zudem 65,8 Prozent PK-Quote auf eigenem Eis) sowie reihenweise individuelle Fehler sorgten für eine Saison zum Vergessen.

Trotzdem blieb ein großer Umbruch im Sommer aus. Neu sind Verteidiger Kevin Gravel (Los Angeles Kings) sowie die Stürmer Kyle Brodziak (St. Louis Blues) und der Deutsche Tobias Rieder (L.A). Ob alleine Gravel die Defensiv-Probleme der Oilers lösen kann, ist anzuzweifeln. Rieder gibt dem Team viel Energie, Kampf und Leidenschaft. Der 25-jährige Landshuter könnte sogar eine "deutsche Reihe" mit Superstar Leon Draisaitl bilden.

Draisaitl ist ein Ausnahme-Mittelstürmer, Center Connor McDavid womöglich sogar der derzeit beste Spieler der Welt. Eine Erfolgsgarantie ist das jedoch nicht, wie die Vergangenheit zeigte. Edmonton braucht mehr Gefahr aus den Bottom-Six-Lines. Mit Talent Kailer Yamamoto (19) kommt ein vielversprechender Stürmer nach. Die Verteidigung bleibt die Schwachstelle der Oilers. Auch hinter Starter Cam Talbot liegt eine eher schwache Saison.

kicker-Tipp: Edmonton dürfte eine stabilere Saison spielen als im Vorjahr. Die Play-offs sind trotz der Star-Power um McDavid und Draisaitl aber kein Selbstläufer. Die Oilers müssen bis zum Schluss um das Endrunden-Comeback kämpfen.


Colorado: Mit Grubauer den Erfolg bestätigen

Philipp Grubauer
Ein Stanley-Cup-Sieger für Colorado: Der deutsche Goalie Philipp Grubauer.
© picture allianceZoomansicht

Mit nur einem zarten Zähler Vorsprung buchten die Colorado Avalanche das Play-off-Ticket 2017/18. In der 1. Runde stellten die Avs die hochfavorisierten Nashville Predators durchaus vor Probleme, mussten sich am Ende aber mit 2:4 geschlagen geben.

Mit dem Deutschen Philipp Grubauer verpflichtete Colorado einen Stanley-Cup-Sieger, der sich mit starken Leistungen für die Washington Capitals für einen Posten als Nummer-1-Goalie empfohlen hatte. Diese Chance möchte der 26-jährige Rosenheimer nun in Denver nutzen und steht dort mit Semyon Varlamov im Konkurrenzkampf. Für die Verteidigung präsentierten die Avs den zweimaligen Stanley-Cup-Sieger Ian Cole sowie Matt Calvert (beide Columbus Blue Jackets) für den Sturm.

Die Avalanche sind durch die punktuellen Kaderveränderungen eingespielt. Vor allem die Parade-Sturmreihe mit Gabriel Landeskog, Nathan MacKinnon und Mikko Rantanen strahlt viel Torgefahr aus. Dahinter wartet Colorado mit viel Talent auf. Alexander Kerfoot (24), J.T. Compher (23), Tyson Jost (20) oder Sven Andrighetto (25) konnten wertvolle Erfahrungen sammeln und dürften 2018/19 weiter durchstarten. In der Defensive wissen die Avalanche mit Tyson Barrie einen schussgewalten Offensivverteidiger in ihren Reihen - die anderen Abwehrspieler sollen hinten dicht machen.

kicker-Tipp: Colorado mag neben MacKinnon und Landeskog zwar individuell über keine großen Namen verfügen. Allerdings funktionierten die Avalanche schon im Vorjahr als Kollektiv. Die junge Mannschaft (25,57 Jahre) hat noch jede Menge Talent in der Pipeline, gilt als heimstark und hungrig. Den Avs könnte erneut eine Überraschung gelingen, sie zählen zu den Play-off-Kandidaten.


cru

Kufenflitzer "Made in Germany"
Das sind die Deutschen in der NHL
NHL-Spieler "made in Germany"
Deutschland-Boom in der NHL

Die Silbermedaille der deutschen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 2018 hat in der NHL einen Deutschland-Boom ausgelöst: Zahlreiche Spieler sind bereits in Nordamerika etabliert, darunter auch zwei Stanley-Cup-Sieger (Philipp Grubauer und Tom Kühnhackl). Nun drängen auch junge Talente nach und wollen sich in der besten Eishockey-Liga der Welt behaupten. kicker.de stellt die Kufenflitzer "Made in Germany" vor...
© imago/ picture alliance/ Getty Images

vorheriges Bild nächstes Bild
 
Seite versenden
zum Thema

Vereinsdaten

Vereinsname:St. Louis Blues
Anschrift:St. Louis Blues
Savvis Center
1401 Clark Avenue
St. Louis, Missouri, USA 63103
Internet:http://www.stlouisblues.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Minnesota Wild
Anschrift:Minnesota Wild
317 Washington Street
Saint Paul, Minnesota, USA 55102
Internet:http://www.wild.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Anaheim Ducks
Anschrift:Anaheim Ducks
2695 East Katella Avenue
Anaheim, California, USA 92806
Internet:http://www.anaheimducks.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Dallas Stars
Anschrift:Dallas Stars
2601 Avenue of the Stars
Frisco, Texas, USA 75034
Internet:http://www.dallasstars.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Edmonton Oilers
Anschrift:Edmonton Oilers
11230 - 110 Street
Edmonton, Alberta, Canada T5G 3H7
Internet:http://www.edmontonoilers.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Colorado Avalanche
Anschrift:Colorado Avalanche
Pepsi Center
1000 Chopper Circle
Denver, Colorado, USA 80204
Internet:http://www.coloradoavalanche.com/


DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein FußballQuiz eMagazine