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21.09.2018, 15:36

Die Stanley-Cup-Favoriten in der Western Conference

Sharks bissiger denn je - Happy End in Vegas?

Bei der Jagd nach dem Stanley Cup scheinen vier Teams in der Western Conference das gefährlichste Waffenarsenal zur Verfügung zu haben und gehen als Titel-Favoriten ins Rennen. Die San Jose Sharks etwa holten mit Erik Karlsson den gefragtesten Blueliner des Sommers nach Nord-Kalifornien. Schnelle Nashville Predators und physisch starke Winnipeg Jets vertrauen voll auf das erfolgreiche Personal aus dem Vorjahr. Die Vegas Golden Knights wollen mit einem Jahr Verspätung für das Happy End ihres Eishockey-Märchens sorgen.


San Jose: Karlsson macht die Sharks zum Favoriten

Erik Karlsson
Die Verpflichtung von Offensivverteidiger Erik Karlsson hebt die Sharks auf ein neues Niveau.
© imagoZoomansicht

Mit 100 Punkten (45-27-10) landeten die San Jose Sharks auf Rang drei in der Pacific Division. In den Play-offs war nach einem vielversprechenden Start (4:0-Sweep gegen die Anaheim Ducks) dann in der 2. Runde gegen die Vegas Golden Knights Schluss (2:4).

Im Sommer hatte San Jose in zwei der größten getätigten Deals ihre Finger im Spiel: Bei dem begehrtesten Free Agent John Tavares waren die Sharks sehr weit - der Stürmer aber entschied sich für ein Engagement in der Heimat und schloss sich den Toronto Maple Leafs an. Einen Mega-Transfer landeten die Fins dann ein paar Wochen später: In einem Blockbuster-Trade mit den Ottawa Senators wechselte mit Erik Karlsson (Ottawa Senators) einer der besten Offensivverteidiger der Welt nach Nord-Kalifornien. Abgegeben hat Team Teal mit Chris Tierney, Mikkel Boedker (beide Ottawa), Eric Fehr (Minnesota Wild), Jannik Hansen und Joel Ward (beide Free Agents) vor allem Bottom-Six-Stürmer. Neu ist der 24-jährige Angreifer Antti Suomela (JYP Jyväskylä, Liiga), der in Finnland mit jeder Menge Scoring Touch auf sich aufmerksam machte. Wichtig waren die langfristigen Vertragsverlängerungen mit den Schlüsselspielern Logan Couture (acht Jahre), Evander Kane (sieben Jahre) und Tomas Hertl (vier Jahre).

Die Sharks sind im Kern zusammengeblieben und haben sich mit Karlsson enorm verstärkt. Neben dem 28-jährigen Schweden hat San Jose mit Brent Burns, Marc-Eduard Vlasic, Justin Brown, Brenden Dillon und Joakim Ryan wohl die besten Verteidiger-Corps der NHL und sollte viel Gefahr von der blauen Linie ausstrahlen. Auch im Sturm sind die Fins mit Couture, Joe Pavelski, Kane, Joe Thornton, Hertl und Timo Meier hochkarätig besetzt und verfügen zudem über viel Tiefe. Im Tor steht mit Martin Jones ein etablierter Starter - hinter ihm gilt Aaron Dell als verlässlicher Backup.

kicker-Tipp: Die Sharks leben von ihrem Teamgeist und haben eine eingeschworene und eingespielte Mannschaft. Mit Kapitän Pavelski, Routinier Thornton und Powerforward Kane könnten gar drei Kumpels eine Reihe bilden. Durch die Verpflichtung von Karlsson hat sich San Jose von einem Titel-Kandidaten zu einem ultimativen Stanley-Cup-Favoriten entwickelt.


Nashville: Aggressiv, schnell und tief besetzt

Ryan Johansen
Führt die "JoFA"-Sturmreihe an: Preds-Center Ryan Johansen.
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Die Nashville Predators sicherten sich 2017/18 die Presidents' Trophy für das beste NHL-Team der Hauptrunde (53-18-11, 117 Punkte) und galten berechtigt als einer der Top-Favoriten für den Gewinn des Stanley Cups. Dieser Traum aber platzte in der 2. Play-off-Runde nach der maximalen Anzahl von sieben Spielen gegen die Winnipeg Jets (3:4).

Für die Preds gab es im Sommer kaum Gründe, die sinnvoll zusammengestellte Mannschaft mit Titel-Potenzial zu verändern. Mike Fisher (Karriereende), Scott Hartnell und Alexei Emelin (beide vereinslos) verließen den Klub. Neu sind Verteidiger Dan Hamhuis (Dallas Stars) sowie die Stürmer Zac Rinaldo (Arizona Coyotes) und Connor Brickley (Florida Panthers) - allesamt Spieler für die Tiefe. Mit Abwehrspieler Ryan Ellis gelang zudem eine Vertragsverlängerung um acht Jahre.

Die Truppe aus Music City ist eingespielt und sowohl in der Tiefe als auch in der Spitze gut aufgestellt. Im Tor bilden Pekka Rinne (35) und sein potenzieller Nachfolger Jusse Saros (23) ein starkes finnisches Goalie-Tandem. Davor sind die Defensiv-Pärchen Roman Josi/ Ellis sowie Mattias Ekhom/ P.K. Subban sowohl defensivstark als auch schussgewaltig und zählen zu den Besten, die die NHL auf dieser Position zu bieten hat. Den Sturm führt die "JoFA"-Reihe mit Ryan Johansen, Filip Forsberg und Viktor Arvidsson an. Vor allem auf der Center-Position ist Nashville mit Johansen, Kyle Turris und Nick Bonino tief besetzt. Eine Überraschung könnte der Finne Eeli Tolvanen werden, der nach einem Jahr in der KHL bei Jokerit weiter an die NHL herangeführt werden soll.

kicker-Tipp: Die Predators pflegen einen aufwendigen Stil mit aggressivem Forechecking, schnellem Umschaltspiel, flinken Stürmen und torgefährlichen Bluelinern. Das Team ist nahezu unverändert und weiter gereift. Nashville zählt zu den Titel-Favoriten.


Winnipeg: Physisch stark und trotzdem schnell

Mark Scheifele
Mark Scheifele und die Jets hätten gegen einen weiteren tiefen Play-Off-Run nichts einzuwenden.
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Die Winnipeg Jets haben über die letzten Jahre ein Team gebaut, das um den Stanley Cup konkurrieren kann. Das stellten die Jets schon in der Vorsaison unter Beweis, als sie die reguläre Saison mit 114 Punkten (52-20-10) als zweitbestes Team der Western Conference abschlossen. In den Play-offs ging es bis ins Conference-Finale, wo sich Winnipeg trotz 1:0-Serienführung noch mit 1:4 den Vegas Golden Knights geschlagen geben musste.

In Sachen Personalplanung setzten die Kanadier auf Kontinuität: Paul Stastny (Vegas) war der einzig schmerzvolle Abgang. Schlüsselspieler wie Starter Connor Hellebuyck (sechs Jahre), die Verteidiger Josh Morrissey (zwei Jahre) und Jacob Trouba (ein Jahr) sowie Stürmer Blake Wheeler (fünf Jahre) konnten gehalten werden. Den Durchbruch bei den Jets soll der bereits 2017 gedraftete und letztes Jahr in der heimischen Liiga "geparkte" Finne Kristian Vesalainen schaffen und soll der dritten Reihe Scoring Touch verleihen.

Winnipeg hat eine junge (im Schnitt 25,39 Jahre, 3.), große (187,6 Zentimeter, 2.) und schwere (91,9 Kilogramm, 7.) Mannschaft, die trotz dieser physischen Stärke auch schnell und wendig ist - eine brandgefährliche Mischung! Die Jets verfügen zudem über viel Tiefe und Qualität in der Spitze. Im Sturm ragen Mark Scheifele, Patrik Laine, Wheeler, Kyle Connor, Nikolaj Ehlers und Bryan Little heraus. In der Verteidigung verfügt Winnipeg mit Dustin Byfuglien (1,95 Meter, 118 Kilogramm), Trouba (1,91, 92), Tyler Myers (2,03, 104) und Ben Chiarot (1,91, 99) über menschliche Abrissbirnen mit einem gewaltigen, harten Schuss.

kicker-Tipp: Die Jets haben durch den weiten Play-off-Run in der Vorsaison wertvolle Erfahrungen gesammelt. Das Zusammenspiel aus Altersstruktur, Offensive, Defensive, Physis, Schnelligkeit und Scoring-Touch scheint perfekt ausgewogen. Winnipeg ist einer der Favoriten auf den Stanley-Cup-Sieg.


Vegas: Vergolden die Knights das Eishockey-Märchen?

Max Pacioretty
Führungsspieler Max Pacioretty und das Überfall-Eishockey der Knights: Auch in der zweiten Saison ein Märchen?
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In ihrer ersten Saison überhaupt verzauberten die Vegas Golden Knights die Eishockey-Welt. Wie im Märchen wurde eine im Sommer komplett neu zusammengestellte Truppe aus Verstoßenen (Expansion Draft) zu einer eingeschworenen Einheit, qualifizierte sich als beste Mannschaft der Pacific Division für die Play-offs (51-24-7, 109 Punkte) und marschierte dort bis ins Stanley-Cup-Finale. Dort blieb ein Happy-End des Eishockey-Märchens allerdings aus - gegen die Washington Capitals verloren die Knights trotz 1:0-Führung am Ende mit 1:4.

In der Sommerpause war Vegas durchaus aktiv. James Neal (Calgary Flames), David Perron (St. Louis Blues), Luca Sbisa (New York Islanders) und Tomas Tatar (Montreal Canadiens) verließen den Vize-Meister. Als Ersatz wurden Max Pacioretty (Montreal), Paul Stastny (Winnipeg Jets) und Nick Holden (Boston Bruins) verpflichtet. Starter Marc-André Fleury (bis 2022), die Verteidiger Shea Theodore (2025) und Colin Miller (2022) sowie die Stürmer Pacioretty (2023), William Karlsson (2019), Ryan Reaves (2020), Tomas Nosek (2019) und William Carrier (2020) verlängerten ihre Verträge.

Vegas spielt überfallartiges Eishockey mit harten Checks, zermürbenden Forechecking, vielen Passstafetten und schnellen Kufen. Der Glaube ans System ist groß und wird von den vor einem Jahr genau dafür akquirierten Spielern perfekt verinnerlicht. Mit Pacioretty haben die Golden Knights einen zusätzlichen Führungsspieler dazugewonnen, der fernab vom polemischen Umfeld in Montreal wohl befreit aufspielen kann. In Las Vegas erlebten fast alle im Expansion Draft ausgewählten Profis die beste Saison ihrer Karriere. Darunter auch Karlsson, Jonathan Marchessault, Reilly Smith, Erik Haula, Colin Miller, Nate Schmidt, Theodore, Deryk Engelland und Fleury. Diese Leistungen muss die Truppe aus Nevada nun bestätigen.

kicker-Tipp: Anders als im Vorjahr gehen die Golden Knights nicht als krasser Außenseiter in die Saison - die Konkurrenz ist gewarnt und wird Vegas nicht unterschätzen. Abzuwarten bleibt, wie Team und Umfeld reagieren, sollte das jüngste Franchise eine erste Durststrecke durchleben müssen. Den Knights ist dennoch zuzutrauen, das Märchen ein Jahr später zu vergolden und ein Happy End möglich zu machen.


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Anschrift:San Jose Sharks
525 West Santa Clara Street
San Jose, California, USA 95113
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Vereinsdaten

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Anschrift:Nashville Predators
501 Broadway
Nashville, Tennessee, USA 37203
Internet:http://www.nashvillepredators.com/

Vereinsdaten

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Anschrift:Winnipeg Jets
MTS Centre
300 Portage Avenue
Winnipeg, MB, Canada R3C 554
Internet:http://jets.nhl.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Vegas Golden Knights
Gründungsdatum:22.06.2016
Internet:www.nhl.com/goldenknights


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