Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
09.06.2018, 12:30

Stolze Eltern - Holtby und Kölzig schwärmen

Grubauers großer Anteil am Stanley Cup

Philipp Grubauer hat Eishockey-Geschichte geschrieben. Der Goalie der Washington Capitals gewann als erster deutscher Torwart überhaupt die knapp einen Meter hohe und rund 20 Kilogramm schwere Silber-Trophäe. Die ersten Gratulanten waren seine Freundin und seine Eltern, die nicht stolzer hätten sein können. Viel Lob erhielt der 26-jährige Rosenheimer von Caps-Nachwuchskoordinator Olaf Kölzig und von seinem Torhüter-Konkurrenten Braden Holtby.


Aus Las Vegas berichtet Christian Rupp


Philipp Grubauer
Stanley-Cup-Sieger Philipp Grubauer präsentiert stolz die große Trophäe.
© imagoZoomansicht

Wie wichtig ihm die Familie ist hatte Grubauer schon vor dem Gewinn des Stanley Cups immer wieder betont. So verwunderte es nicht, dass seine Freundin sowie Mama Susi und Papa Peter die Ersten an jedem geschichtsträchtigen Tag waren, die ihren Philipp um den Hals fielen. "Ich könnte stolzer nicht sein", sagte Susi Grubauer mit glänzenden Augen. "Besser kann man es nicht sagen", schloss sich Peter Grubauer an.

Schon zu Spiel 3 der Final-Serie waren die Grubauers nach Washington gereist, um ihren Sohn vor Ort zu sehen. "Natürlich etwas Besonderes", betont Peter Grubauer, der zusammen mit seiner Frau kein Spiel der Capitals in dieser Saison verpasste. "Wir schauen immer zu", so Susi Grubauer, an der die vielen schlaflosen Nächte nach eigenen Angaben nicht spurlos vorübergegangen sind: "In Wahrheit bin ich noch zehn Jahre jünger", sagt sie mit einem herzerwärmenden Lachen.

Ich könnte stolzer nicht sein.Susi Grubauer, Mutter von Philipp Grubauer

Den Alterungsprozess beschleunigt haben dürfte das entscheidende Spiel 5. Washington lag Mitte des Schlussdrittels noch mit 2:3 zurück. Nach einem historischen Abend sah es zu diesem Zeitpunkt noch nicht aus. "Vegas war am Drücker", erinnert sich Peter Grubauer. "Sie haben nie vermittelt, aufzugeben und haben bis zum Schluss gefightet. Dass wir noch den Turnaround geschafft haben, verdient allergrößten Respekt. Wir sind fix und fertig."

Der Stanley Cup ist auch für die Eltern ein harter Weg.Peter Grubauer, Vater von Philipp Grubauer

Gekämpft und gelitten haben also nicht nur die Spieler auf dem Eis, sondern auch die Familie. "Der Stanley Cup ist auch für die Eltern ein harter Weg. Es ist der Wahnsinn", lacht Peter Grubauer, der --wenn nicht live vor Ort - die Spiele zusammen mit seiner Frau per Live-Stream aus der Heimat verfolgt hat. "Unter der Woche ist es wegen der Zeitverschiebung ganz schwer, das macht es schon hart, es anzuschauen." Was auch der Sohnemann bemerkte: "Ich habe am nächsten Tag immer angerufen, da waren sie dann immer recht kaputt", berichtet Philipp Grubauer. "Sie haben gesagt, dass sie nicht wissen, wie lange sie das noch machen können, weil es dann doch ziemlich anstrengend war. Es freut mich natürlich, dass sie sich jedes Spiel anschauen, auch wenn sie nicht live dabei sein können."

Wie wichtig dem frisch gebackenen Stanley-Cup-Sieger die Familie ist, machte er noch einmal deutlich: "Ohne meine Eltern würde ich nicht hier stehen. Was sie all die Jahre dafür gegeben haben, dass ich rübergehen kann nach Kanada. Das bedeutet mir umso mehr."

Grubi ist ein KämpferGrubauers ehemaliger Torwart-Trainer Olaf Kölzig

Philipp Grubauer wagte als 17-Jähriger den Sprung nach Nordamerika zu den Belleville Bulls in die kanadische Juniorenliga OHL (Ontario Hockey League). Erst vier Jahre später stand der 1,85 Meter große Schlussmann dann erstmals in der NHL auf dem Eis. Sein Torwarttrainer war damals Olaf Kölzig, der mittlerweile als Nachwuchs-Koordinator bei den Capitals tätig ist. "Ich habe von Anfang an mit Grubi gearbeitet", berichtet der ehemalige deutsche Nationaltorwart und kann seinen Schützling nicht genug loben: "Grubi ist ein Kämpfer. Er bleibt unter Druck cool, hat eine explosive Athletik und ist mental sehr stark. Das ist genau das, was du dir von einem Torwart erhoffst. Er war ein wichtiger Grund dafür, dass wir als Division-Erster in die Play-offs gekommen sind."

Nicht umsonst ging Washington mit Grubauer als Starter in die Play-offs. Nach nur zwei Spielen aber vollzog Caps-Coach Barry Trotz einen Torwartwechsel und setzte fortan wieder auf Braden Holtby. "Wir lagen in der Serie mit 0:2 zurück und haben beide Heimspiele verloren. Die Trainer hatten das Gefühl, dass wir neue Impulse gebraucht haben. Sie haben sich erhofft, dass Braden diese geben kann und sie hatten Recht. Es war aber nicht wegen Grubis Leistung, er hat gut gehalten."

Ich könnte nicht stolzer sein, als ihn als Torhüterpartner zu haben.Grubaurs Konkurrent Braden Holtby

Ausgerechnet Grubauers härtester Konkurrent, Holtby, schwärmte nach dem Cup-Gewinn in höchsten Tönen vom 26-jährigen Rosenheimer: "Er ist ein unglaublich starker Torhüter, der mir immer den Rücken freigehalten hat und auch ein wunderbarer Teamkollege. Er hat einen großen Anteil daran, dass wir heute gewonnen haben und ich könnte nicht stolzer sein, ihn als Torhüterpartner zu haben."

Genau dieser ausgeprägte Teamgeist war es, der Washington am Ende ans ganz große Ziel führte. Auch Philipp Grubauer erwies sich stets als loyal und mannschaftsdienlich. Nun ist er der vierte Deutsche, dessen Namen auf dem Stanley Cup eingraviert wird (nach Uwe Krupp, Dennis Seidenberg und Tom Kühnhackl) und der erste deutsche Torwart überhaupt, dem diese Ehre zuteil wird. "Das passt doch super", findet Kölzig, dem dieses Kunststück zu seiner aktiven Zeit als "Olie the Goalie" nicht gelang. "Es ist großartig!"

 
Seite versenden
zum Thema

Vereinsdaten

Vereinsname:Washington Capitals
Anschrift:Washington Capitals
Market Square North
401 Ninth Street Northwest
Suite 750
Washington, District of Columbia, USA 20004
Internet:http://www.washingtoncaps.com/


DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein FußballQuiz eMagazine